Renault: Weitere Details zum Mégane E – MEB auf französisch

Bei einem Round Table gab Gilles le Borgne, Vorstand Technische Entwicklung der Groupe Renault weitere Einblicke in die neue CMF-EV-Plattform

Am Round Table stand Gilles le Borgne, Vorstand Technische Entwicklung der Groupe Renault mit Pressesprecherein Améci la Gail Rede und Antwort. | Foto: Renault
Am Round Table stand Gilles le Borgne, Vorstand Technische Entwicklung der Groupe Renault mit Pressesprecherein Améci la Gail Rede und Antwort. | Foto: Renault
Gregor Soller

Nachdem le Borgne nochmal die Details wiederholte (drei Akkugrößen mit 40, 60 und 87 kWh), ging er auf die Fragen der Journalisten ein. Mit der CMF-EV-Plattform lassen sich Fahrzeuggrößen von 4,0 bis 4,7 Meter abdecken, womit Renault das Zentrum des EU-Marktes voll abdecken kann. Der Mégane E baut rund 4,2 Meter und soll dank üppigen 2,41 Meter Radstand so viel Platz bieten wie der aktuelle Standard-Mégane. Auch Abwandlungen für Alpine wären möglich, nicht jedoch für die Nutzfahrzeuge, die laut le Borgne auf der Multi-Energy-Plattform bleiben, die Verbrenner, Hybride, Plug-in-Hybrid, Elektro und künftig Brennstoffzelle kann.

Der Akku stammt von LG Chem und verwendet aktuell den NMC-721-Aufbau, also sieben Teile Nickel, zwei Mangan und einen Kobalt. Die Zelldichte liegt mit 270 Wh pro kg ziemlich hoch, doch le Borgne stellt schon in Aussicht, dass man in eineinhalb bis zwei Jahren schon wieder weiter sein dürfte. Aktuell ist der Akku noch teurer, aber in der nächsten Fahrzeuggeneration (das sind in der Autoindustrie in der Regel immer sechs bis sieben Jahre) erwartet er kostenseitig eine echte Pattsituation, zumal die Verbrenner eher teurer und noch komplexer werden. Nachdem der Akku sich im Detail nicht so stark vom Akku unterscheidet, den VW im MEB einsetzt, kann man auch von ähnlichen Gewichten ausgehen, die zwischen dort zwischen 310 und gut 510 Kilogramm liegen, was auch bei CMF-EV so sein dürfte. Der Akku ist wassergekühlt und an Bord ist auch eine Wärmepumpe, die sowohl für das Innenraumklima als auch die Akkutemperatur genutzt wird.

Ein „Frunk“ scheint bei dem vollgepackten Motorraum in der Front eher nicht möglich, wohl aber Allrad, indem man am Heck noch eine E-Maschine hinzukombiniert.

Das Leeregewicht des kleinsten Mégane E soll laut le Borgne bei 1650 Kilogramm starten, womit der Franzose auch wegen der kleineren Karosserie minimal leichter sein dürfe als der VW ID.3 mit kleinstem Akku. Die Plattform besteht hauptsächlich aus Stahl mit Aluteilen, vorn kommt eine Pseudo-Mc-Pherson-Konstruktion zum Einsatz, während hinten eine Multilinkachse für Fahrbahnkontakt sorgt.

Man darf gespannt sein, welches Modell Renault nach dem Mégane auf dem CMF-EV-Skateboard aufsetzen wird. Wir tippen auf ein Kompakt-SUV das dann neben dem nächsten Kadjar steht, bevor man auch Talisman und Koleos größere Elektromodelle zur Seite stellt, denn das Geld verdient sich anfangs schneller mit größeren Modellen.

Was bedeutet das?

Im Grunde genommen ist CMF-EV erstaunlich nah dran an VWs MEB-Plattform. Es wird jetzt spannend sein, zu sehen, wie Renault sein E-Programm neben den Verbrennern aufzieht. Denn der E-Mégane liegt nicht nur beim Namen, sondern auch optisch nah am Verbrenner und es könnte durchaus sein, dass die Renault-Kunden künftig zwischen den Standard-Modellen und den E-Versionen wählen können. Erfreulich auch, dass Renault der Versuchung widerstand, die raumeffizientere E-Plattform für gleich große Modelle mit mehr Raum zu nutzen und sich stattdessen entschied, den ausreichenden Raum des aktuellen Mégane beizubehalten und stattdessen ein kleineres Auto zu bauen, was wiederum Ressourcen und Gewicht spart.

Printer Friendly, PDF & Email