Renault und Airbus vereinbaren Kooperation bei Batteriesystemen

Airbus und die Renault Group haben eine Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft vereinbart. Während Airbus die Entwicklung zukünftiger Hybrid-Elektro-Flugzeuge vorantreiben möchte, erhofft sich Renault vor allem Fortschritte in der Gewichtsreduzierung der E-Technik.

Gewicht und Leistungsfähigkeit der Akkus - Airbus und Renault wollen gemeinsam an Energiespeichern forschen.| Foto: Airbus
Gewicht und Leistungsfähigkeit der Akkus - Airbus und Renault wollen gemeinsam an Energiespeichern forschen.| Foto: Airbus
Thomas Kanzler

Der Flugzeugbauer und der Auto-Konzern kooperieren, um die Elektrifizierungspläne der jeweiligen Produktpalette zu beschleunigen. Im Rahmen der Partnerschaft werden die Ingenieurteams von Airbus und der Renault Group gemeinsam Technologien zur Energiespeicherung entwickeln, die nach wie vor die größte Herausforderung bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit großer Reichweite darstellen. Die Zusammenarbeit wird sich vor allem auf die Optimierung des Energiemanagements und ein geringeres Batteriegewicht konzentrieren. Dazu kommt der Wechsel von der aktuellen Zellchemie auf Lithium-Ionen-Basis hin zu Feststoffbatterien, die bis 2030 die doppelte Energiedichte erreichen könnten.

Darüber hinaus steht auch der gesamte Lebenszyklus künftiger Batterien im Fokus. Von der Herstellung bis zur Recyclingfähigkeit werden die Kooperationspartner den gesamten Kohlenstoff-Fußabdruck der künftigen Batteriekonzepte untersuchen. Die technologische Partnerschaft von Airbus und der Renault Group wird dazu beitragen, dass sowohl der Automobil- als auch der Luftfahrtsektor bis 2050 netto emissionsfrei werden.

„Erstmals tauschen zwei führende europäische Unternehmen aus verschiedenen Branchen ihr technisches Knowhow aus, um die Zukunft der hydrid-elektrischen Flugzeuge zu gestalten. Die Luftfahrt ist ein äußerst anspruchsvoller Bereich, was die Sicherheit als auch den Energiebedarf betrifft. Das gilt ebenfalls für die Automobilindustrie“, sagte Gilles Le Borgne, Executive Vice President Engineering bei der Renault Group. „Dank unserer zehnjährigen Erfahrung über die gesamte Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen hinweg, verfügt die Renault Group über ausgezeichnetes Fachwissen über die Leistungsfähigkeit von Batteriemanagementsystemen. Mit dem Ehrgeiz, Innovationen voranzutreiben und den CO2-Ausstoß zu verringern, tauschen sich unsere Ingenieurteams mit denen von Airbus aus. Ziel ist es, Technologien zusammenzuführen, die sowohl den Betrieb der Hybrid-Flugzeuge als auch die Entwicklung der Fahrzeuge von morgen ermöglichen", so Le Borgne.

„Die branchenübergreifende Partnerschaft mit der Renault Group wird uns helfen, im Rahmen der Elektrifizierungs-Roadmap von Airbus die nächste Generation von Batterien zu entwickeln“, sagte Sabine Klauke, Chief Technical Officer von Airbus. „Das Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 ist eine einzigartige Herausforderung, die eine sektorübergreifende Zusammenarbeit erfordert, die heute beginnt. Wenn wir die Erfahrung der Renault Group bei Elektrofahrzeugen mit unserem eigenen Knowhow bei Elektro-Flugstudien zusammenbringen, können wir die Entwicklung bahnbrechender Technologien beschleunigen, die für künftige Hybrid-Flugzeugarchitekturen in den 2030er-Jahren und darüber hinaus erforderlich sind. Dies wird auch die Entwicklung gemeinsamer technischer und regulatorischer Standards fördern, um saubere Mobilitätslösungen zur Erreichung unserer Klimaziele zu entwickeln.“

Was bedeutet das?

Mag die Kooperation zweier Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Europa noch Neuland sein, es macht Sinn, bei der Weiterentwicklung der E-Mobilität Ingenieurswissen zu teilen und Synergien zu nutzen. Schließlich geht es sowohl beim Automobilbau als auch in der Luftfahrt um Reichweite und Gewicht der Energiespeicher.

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