Renault Refactory: Kreislaufwirtschaft als Erfolgsmodell

Hersteller zieht positive Jahres-Bilanz für Pilotprojekt zur industrialisierten Wiederaufbereitung von Gebrauchtwagen. Auch Nutzfahrzeuge sollen ins Retrofit.

Zweites Leben: Renault industrialisiert das Retrofitting von Fahrzeugen und will den Bereich zügig ausbauen und auf große Karossierereparaturen und Nutzfahrzeuge ausdehnen. | Foto: Renault
Zweites Leben: Renault industrialisiert das Retrofitting von Fahrzeugen und will den Bereich zügig ausbauen und auf große Karossierereparaturen und Nutzfahrzeuge ausdehnen. | Foto: Renault
Johannes Reichel

Der französische Automobilhersteller Renault hat eine positive Bilanz über den seit einem Jahr laufenden BEtrieb seiner sogenannten Refactory im Werk Flins gezogen. Das laut Anbieter erste europäische Zentrum für Kreislaufwirtschaft in der Mobilitätsbranche für die Wiederaufbereitung von gebrauchten Fahrzeugen in industriellem Maßstab sei ein weiterer wichtigen Schritt des Transformationsplans für nachhaltige Entwicklung.

„Wir halten unser Versprechen: Ein Jahr nach dem Start verkörpert die Refactory ein ehrgeiziges Projekt am Standort Flins und erschließt eine neue Quelle für wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Mehrgewinn. Die Refactory ist ein Symbol für die Renaulution Strategie, die den Konzern zu einem tiefgreifenden, raschen und nachhaltigen Wandel verpflichtet, der auf Wertschöpfung ausgerichtet ist", findet Luca de Meo, CEO der Renault-Gruppe.

Weitere Expansion auf 700 Mitarbeiter

Ab Jahresende werden 700 Mitarbeiter in der Refactory tätig sein, bis 2030 sollen dann mehr als 3.000 Beschäftigte in dem Zentrum für Kreislaufwirtschaft arbeiten. Die Refactory umfasst ein vollständiges Ökosystem, das auf vier Säulen basiert:

  • RE-TROFIT ist für die Wiederaufarbeitung von Gebrauchtwagen zuständig
  • RE-ENERGY befasst sich mit der Weiterverwertung ausgedienter Antriebsbatterien, Wasserstofftechnologie und Energie allgemein
  • RE-CYCLE Sektor mit dem Recycling von Fahrzeugteilen
  • RE-START bezeichnet das Forschungs- und Ausbildungszentrum.

Man verzeichne eine geringe Durchlaufzeit, hohe Qualität Zum Bereich RE-TROFIT zählt auch die jetzt offiziell eröffnete Factory VO, die alle Aktivitäten rund um gebrauchte Fahrzeuge bündelt. Mit einer Fläche von 11.000 Quadratmetern sei sie die größte Anlage ihrer Art in Europa. Aktuell werden 180 Gebrauchtfahrzeuge pro Tag aufbereitet, rund 45.000 Fahrzeuge pro Jahr. Ab 2023 soll sich sich die Anzahl nochmals verdoppeln. In der Anlaufphase haben die Mitarbeiter bereits über 1.500 Fahrzeuge erfolgreich wiederaufbereitet, teilt der Hersteller mit. Mittelfristig soll das Leistungsportfolio auch große Karosseriereparaturen umfassen. Auch ein Umrüstungsprojekt für die Umstellung von Nutz- auf Elektrofahrzeuge ist geplant.

Nach acht Tagen wieder im Kreislauf

Zu 100 Prozent digitalisiert, ermögliche Fabrik die Rückverfolgbarkeit und Echtzeitüberwachung jeder Aufarbeitungsphase. Zudem ist sie markenübergreifend ausgelegt, so dasss die meisten Fahrzeugtypen wiederaufbereitet werden können. Mittels, hochwertiger Fahrzeugscans erfolgt eine genormte Bewertung, die es ermöglicht, die Fahrzeuge neu aufbereitet bereits nach acht statt wie bisher nach 21 Tagen wieder dem Kreislauf und der Weitervermarktung zuzuführen.

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