Renault Megane wird elektrisch

Als erstes Modell des Konzerns auf der neuen CMF-EV-Plattform tritt der Megane E-tech gegen VW ID.3 und Co. an.

Der neue Megane E-tech soll die Elektrifizierung von Renault vorantreiben. |Foto: Renault
Der neue Megane E-tech soll die Elektrifizierung von Renault vorantreiben. |Foto: Renault
Thomas Kanzler

Mit 115.888 verkauften elektrischen Fahrzeugen im Jahr 2020 war Renault die stärkste E-Auto-Marke in Europa. Über 100.000 Zulassungen entfielen alleine auf den ZOE. Mit große Erwartungen präsentiert neue Renault-Chef Luca de Meo jetzt den neuen Megane E-tech, der als erstes Modell des Konzerns die neue CMF-EV-Plattform nutzt.

„Mit der neuen Plattform ist der Megane E-Tech um 120 bis 140 Kilo leichter, als die deutsche Konkurrenz“, erklärt Renault Chef Luca de Meo.

 Die Plattform ist mit 11 Zentimetern Höhe eine der flachsten Lösungen am Markt, trotzdem wächst der neue Megane E-tech in die Höhe. Die Franzosen machen allerdings nicht bei der Cross-Over-Mode mit, der Megane duckt sich flacher als die Konkurrenz. Das bringt weniger Luftwiderstand und damit einen geringeren Verbrauch, man sitzt dafür aber weniger SUV-ig, also mit weniger Abstand zum Fahrzeugboden.

Innere Größe und Google - Integration

Die Insassen haben es gut im neuen Megane. Wie bei als Elektrofahrzeug konzipierten Modellen üblich ist viel Platz im Innenraum. Leider auch mittlerweile üblich: ohne Kamera-Unterstützung wäre das Rückwärtsfahren eine Glückssache, der Blick durch die winzige Heckscheibe lässt allenfalls erahnen, was sich hinter dem Fahrzeug befindet. Die Kniefreiheit ist hervorragend, der Kofferraum ist mit 440 Litern größer als bei den meisten Konkurrenten.

Bei der Bedienung des Touchscreens werden sich alle Nutzer des Android-Betriebssystems zuhause fühlen. Renault hat Google in das Multimediasystem integriert. Somit stehen dem Nutzer neben der Google-Navigation auch die Apps von Google Play zur Verfügung.

Erst einmal Frontantrieb, später folgt die Allrad-Topversion

Renault hat beim Megane E-tech den Motor vorne verbaut. Diese Konstruktion spart etwa 100 Kilogramm an Gewicht für Kühlung und Kabel, hat aber zur Folge, dass das vordere Ablagefach (Frunk) entfällt. Zwei Akku-Pakete sind bestellbar, mit 40 kWh oder 60 kWh. Reichweiten von 300 bzw. 470 Kilometern werden möglich, da die Navigation neben der Topographie auch den Verkehrsfluss berücksichtigt. Zudem hilft laut Renault ein besonders effizientes Energiemanagement des Akkus und der Innenraum Klimatisierung dabei, Energie zu sparen und die Reichweite zu erhöhen.

Zur Markteinführung gibt es eine Basisversion mit 96 kW (130 PS) und eine Version mit 160 kW (218 PS). Später soll – wahrscheinlich als Alpine – eine Allradversion mit noch mehr Leistung folgen. Die beiden Frontantriebs-Megane werden bei 160 km/h ab geregelt. Der Verbrauch liegt nach Renault-Angaben bei 16,1-15,5 kWh/100km laut WLTP. Geladen wird –wie auch bei dem Konkurrenten aus Wolfsburg- mit maximal 130 kW Ladeleistung. Und sollte die Kapazität der Batterien in acht Jahren unter 70 Prozent fallen tauschen die Franzosen das Akkupaket im Rahmen einer Garantie aus.

Preise hat Renault noch nicht bekanntgegeben. Der Preis des Basismodels wird im Bereich des Megane-Hybrid liegen, also bei ca. 35.000 Euro brutto. Der Verkauf beginnt im März, auf der Renault – Webseite ist er bereits vorbestellbar.

Was bedeutet das? 

Renault Chef Luca de Meo hat die „Renaulution“ ausgerufen. Aber so ganz vertrauten die Franzosen der Elektrifizierung nicht. Der konventionell angetriebene Megane soll jedenfalls bis mindestens 2024 im Programm bleiben.

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