Renault Group: Fertigung des Megane E-Tech Motors in Nordfrankreich gestartet

Renault hat mit dem Start der Fertigung für den Elektromotor „ePT-160kW“ am Standort Cléon einen weiteren Schritt in Richtung Elektrifizierung gemacht. Der Konzern hat seit 2018 insgesamt 620 Millionen Euro in das Werk im Norden Frankreichs investiert.

Das E-Motorenwerk wird den 218 PS Motor für den Megane E-Tech fertigen.| Foto: Renault
Das E-Motorenwerk wird den 218 PS Motor für den Megane E-Tech fertigen.| Foto: Renault
Thomas Kanzler

In Cléon sollen in großem Maßstab Elektro- und Hybridantriebe für die Konzernmarken hergestellt werden Als Kompetenzzentrum für den Bau rein elektrischer Hochleistungskomponenten soll das Werk ab 2024 eine Produktionskapazität von mehr als einer Million Motoren pro Jahr aufweisen, darunter 500.000 Elektroaggregate und 510.000 Hybridantriebe.

Made in France

Mit der Investition in den Standort Cléon bekräftigt die Renault Group ihre Absicht, ihre Aktivitäten entlang der elektrischen Wertschöpfungskette langfristig in Frankreich zu verankern und die Marke Renault bis 2030 in Europa komplett auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

„Das im Herzen des industriellen Ökosystems der Renault Group gelegene Werk Cléon ist das größte Produktionszentrum für Elektromotoren in Frankreich. Die Fertigung des neuen Elektroaggregats für den Renault Megane E-Tech Electric markiert eine wichtige Etappe in der elektrischen Antriebsstrategie der Renault Group. Ein weiterer, gemeinsam mit Valeo entwickelter Elektromotor wird künftig ebenfalls in Cléon montiert, womit die Renault Group ihr Engagement für den Standort und ihren Willen, ihre Aktivitäten in Frankreich zu konzentrieren, unterstreicht“, erklärte hierzu Jose Vicente de los Mozos, Industrial Director der Renault Group.

Antrieb für den Megane E-Tech ohne seltene Erden

Der in Cléon gefertigte neue Elektromotor mit 160 kW/218 PS ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi und kommt unter anderem im neuen Megane E-Tech Electric zum Einsatz. Bei dem E-Aggregat handelt es sich um einen fremderregten Drehstrom-Synchronmotor, eine Bauart, welche die Renault Group seit dem Start ihrer Elektrooffensive vor zehn Jahren favorisiert. Vorteile sind die große Leistungsbandbreite und die höhere Effizienz als bei Permanentmagnetmotoren. Außerdem benötigen fremderregte Motoren keine Selten-Erdmetalle für Magneten, was die Umweltbelastung in der Produktion reduziert und die Produktionskosten senkt. Der neue Motor ist kompakter und leichter als sein Pendant im Zoe E-Tech Electric und entwickelt mehr Leistung sowie ein höheres Drehmoment.

Cléon auf Elektromotorenfertigung spezialisiert

Für die Produktion des „ePT-160kW“-Motors modernisierte die Renault Group den Standort Cléon auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern von Grund auf. Die neue Fertigung umfasst vier Montagelinien und zwei Wickellinien mit einer Produktionskapazität von 120.000 Motoren pro Jahr. Dank ihrer flexiblen Auslegung lässt sich diese auf 240.000 Motoren pro Jahr steigern.

Seit 2015 produziert das Werk bereits die elektrischen Antriebsstränge für ZoeE-Tech Electric, Twingo E-Tech Electric, Kangoo E-Tech Electric und Master E-Tech. Ab 2024 wird die Produktion um den Motor ePT-100kW für den neuen Renault 5 ausgeweitet, gefolgt von einem neuen 200-kW (272-PS)-Elektromotor, der ebenfalls ohne seltene Erden auskommt und in Zusammenarbeit mit Valeo und Valeo Siemens eAutomotive entwickelt wurde.

Neue Arbeitsplätze

Um die Transformation hin zur Elektromobilität zu beschleunigen, hat die Renault Group eine Qualifizierungsoffensive für die neuen Elektroberufe gestartet und auf dem Werksgelände in Cléon mit der E-Mobility Academy eine Ausbildungsstätte eingerichtet. Die Ausbildung der Mitarbeiter geht einher mit der Ankündigung, 100 neue Mitarbeiter einzustellen, um die Umstellung des Standorts auf Elektroantrieb im Rahmen des Plans Renouveau France 2025 zu unterstützen.

Was bedeutet das?

Kurze Wege, eigene Fertigung der Komponenten: Renault besinnt sich auf seine Herkunft und könnte dadurch langfristig durch mehr Kontrolle über die eigenen Lieferketten profitieren. Zudem entstehen im Land neue Arbeitsplätze. Chapeau!

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