Renault-CEO: Die Demokratisierung der E-Mobilität wird in Europa stattfinden

In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Journal du Dimanche bekräftigte de Meo die Zukunft der Elektromobilität.

Neues Auto vor historischem Gebäude: Europa wird laut de Meo mit ein Treiber bezahlbarer E-Mobilität sein. | Foto: G. Soller.
Neues Auto vor historischem Gebäude: Europa wird laut de Meo mit ein Treiber bezahlbarer E-Mobilität sein. | Foto: G. Soller.
Gregor Soller

Mittlerweile hat Renault in den letzten drei Monaten über 25.000 elektrische Mégane verkauft, womit sich der Kompaktstromer wie geplant entwickelt. Darum bekräftigte er im Interview auch den Plan, bis 2026 elf neue Elektroauto-Modelle auf den Markt zu bringen, darunter auch en Renault 4 und 5, Letzteren auch als Alpine, sowie einen Premiumstromer, ebenfalls mit Alpine-Label.

Aktuell entfallen bei Renault de Meo zufolge allerdings gut 70 Prozent der Verkäufe auf die Kleinwagen Twingo und Clio, was es schwierig mache, gute Margen zu erreichen, „um im Rennen zu bleiben und zu investieren“. Deshalb sei auch die derzeit in Entwicklung befindliche Plattform zur Produktion eines elektrischen Kompaktwagens „eine große wirtschaftliche und industrielle Herausforderung“.

Klar ist auch, dass es zudem immer noch wenig günstige elektrische Alternativen im Kompaktsegment gibt, trotzdem glaubt de Meo hier an viele (vor allem seine) neuen Modelle:

„Die Demokratisierung des Elektroautos wird in Europa stattfinden und umfasst Produkte zu erschwinglichen Preisen.“

Er fügte an:

„In Europa ist die Zukunft elektrisch“.

Allerdings steigen aktuell die Kosten für wichtige Materialien, die etwa für Akkus benötigt werden, das mit gut 40 Prozent der Fahrzeugkosten teuerste Einzelteil. Und 80 Prozent davon entfallen auf die Rohstoffe, deren Preise aktuell kaum kontrollierbar seien. „Das macht die Gleichung schwierig“, rechnete de Meo im Interview vor. Neben der Elektrifizierung der Antriebe gebe es laut de Meo zwei weitere Herausforderungen:

„Es finden zwei Revolutionen statt: der ökologische Wandel und die Digitalisierung“.

Bei der Digitalisierung habe Europa im Vergleich zu den Amerikanern und Chinesen den Anschluss verpasst und müsse dringend aufholen. Beim ökologischen Wandel hingegen habe Europa „sowohl kulturelle Sensibilität als auch technologische Vorzüge“.

Was bedeutet das?

De Meo gehört zu den klugen besonnenen Auto-CEOs. Und er räumt ganz offen ein, dass Renault das Problem hat, mit seinen Autos wenig Geld zu verdienen, da man vor allem in den kompakten Segmenten stark ist. Trotzdem glaubt er, genau hier ansetzen zu können und den EV-Markt so auch in Europa zu treiben. Bitter ist eine Prognose er Digitalisierung – aber hier ticken europäische Gemüter anders: Hier ist Freiheit und Nicht-Überwachung ein viel höheres Gut als in China und den USA.

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