Rekordgewinne 2022: Mercedes vor VW und Toyota - Tesla top bei Gewinnen

Die Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) analysierte die Lage der Automobilindustrie zwischen Januar und September. Beim operativem Gewinn lag der Stuttgarter Autokonzern weltweit mit 5,2 Milliarden mit Abstand in Führung. Der kalifornische E-Autohersteller Tesla erzielt weiterhin die höchsten Gewinnmargen.

Mercedes Benz verzeichnete von Januar bis September einen Gewinn von 5,2 Milliarden Euro.| Foto: Mercedes Benz
Mercedes Benz verzeichnete von Januar bis September einen Gewinn von 5,2 Milliarden Euro.| Foto: Mercedes Benz
Thomas Kanzler

Die weltweit größten Automobilhersteller fahren nach der Studie dieses Jahr Rekordgewinne ein. Wie das Manager Magazin berichtete, hatte Mercedes-Benz weltweit unter 16 Autobauern die Nase vorne. Auf Platz zwei folgt Volkswagen mit einem Gewinn von 4,7 Milliarden Euro, Platz drei geht an Toyota. Mit BMW auf Platz fünf und 3,7 Milliarden Euro Gewinn ist ein weiterer deutscher Hersteller im Ranking ganz vorne mit dabei.

Vor allem der Markt für Volumenhersteller könnte nach Einschätzung von Peter Fuß, Branchenberater bei EY, künftig jedoch unter Druck geraten, während Hersteller von hochpreisigen Autos es hingegen eher gelingen werde, Rabattschlachten zu vermeiden.

"Wir erleben gerade, dass breite Bevölkerungsschichten in wichtigen Absatzmärkten erhebliche Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. Das heißt, dass immer weniger Menschen sich ein neues Auto leisten können oder wollen.", so Fuß gegenüber dem Manager Magazin.

Rekordgewinne im dritten Quartal – für allem für die deutschen Unternehmen

Laut den Wirtschaftsanalysten von EY verzeichneten die 16 analysierten Unternehmen den zwischen Juli und September sowohl beim Gesamtgewinn als auch beim Umsatz den höchsten Stand, der jemals in einem dritten Quartal ausgewiesen wurde. Bei den deutschen Herstellern betrug das Plus beim operativen Gewinn sogar 58 Prozent, bei US-Konzernen 38 Prozent und bei japanischen Unternehmen 2 Prozent.

Branchenprimus Toyota schwächelt etwas

Der nach Absatzzahlen weltgrößte Autobauer Toyota hingegen musste einen Gewinnrückgang von 25 Prozent hinnehmen. Beim Umsatz führte wiederum Volkswagen das Ranking an – der Konzern aus Wolfsburg machte von Juli bis September laut EY 70,7 Milliarden Euro Umsatz. Auf Rang zwei folgt hier Toyota.

Gewinnmargen-Champion Tesla

Bei den Gewinnmargen im dritten Quartal hatte Tesla laut der Studie die Nase vorn: Der kalifornische E-Autobauer erzielte eine Marge von 17,2 Prozent und lag damit vor den deutschen Auto-Konzernen Mercedes-Benz mit 13,8 Prozent und BMW (9,9 Prozent). Die Durchschnittsmarge der untersuchten Unternehmen lag mit 7,3 Prozent auf dem Vorjahresniveau und damit deutlich über dem Vor-Pandemie-Niveau: Zwischen 2013 und 2019 hatte die Gewinnmarge der Autokonzerne im Durchschnitt 6,1 Prozent betragen. Die Profitabilität ist allerdings nicht bei allen Autobauern gestiegen.

„Die Bandbreite bei den Margen wird immer größer: Bei den fünf margenstärksten Unternehmen kletterte die Durchschnittsmarge im Vorjahresvergleich von 9,1 auf 11,7 Prozent", sagte Gall, Leiter der Mobilitätssparte Westeuropa bei EY. "Bei den fünf margenschwächsten Unternehmen im Ranking sank die durchschnittliche Marge hingegen von 5,5 auf 3,8 Prozent. Die Schere geht also auseinander."

Was bedeutet das?

Die deutschen Hersteller haben bei der E-Mobilität mitunter sehr zögerlich agiert, verdienen weltweit aber das meiste Geld. Auch wenn Tesla mittlerweile der wertvollste Auto-Konzern ist, die traditionellen Autobauer aus Deutschland kommen erstaunlich vital aus der Pandemie.

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