Rekord: Toyota Mirai schafft 1.000 Kilometer am Stück

Brennstoffzellenlimousine untermauert Vorteile elektrischen Fahrens bei voller Langstreckentauglichkeit. Fahrt mit grünem Wasserstoff.

Lange Meile: In Paris stellte der Mirai mit vier Fahrern bei teils strömendem Regen einen Rekord auf. | Foto: Toyota/Ugo Missana & Quentin Germain
Lange Meile: In Paris stellte der Mirai mit vier Fahrern bei teils strömendem Regen einen Rekord auf. | Foto: Toyota/Ugo Missana & Quentin Germain
Johannes Reichel

Der japanische Automobilhersteller Toyota hat mit seiner jüngst in zweiter Generation vorgestellten Brennstoffzellenlimousine Mirai einen neuen Weltrekord für Brennstoffzellenfahrzeuge aufgestellt. Mit einer Wasserstoff-Tankfüllung legte die neue Generation der Limousine 1.003 Kilometer elektrisch zurück. Damit habe man das Langstreckenpotenzial der Technologie unter Beweis gestellt, warb der Hersteller. Nach dem Rekord tankte der Mirai in nur fünf Minuten komplett auf. Absolviert wurde die Rekordfahrt am 26. Mai auf öffentlichen Straßen im Süden von Paris sowie in den Regionen Loir-et-Cher und Indre-et-Loire. Die zurückgelegte Distanz und der Verbrauch von durchschnittlich 0,55 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer wurden von einer unabhängigen Behörde zertifiziert. Am Ende der Fahrt zeigte der Bordcomputer noch neun Kilometer Restreichweite an.

Grüner Wasserstoff war Pflicht

Betankt wurde der Mirai für den Rekordversuch mit grün produziertem Wasserstoff. Dieser wird im Brennstoffzellensystem für die Erzeugung elektrischer Energie genutzt, mit der der Elektromotor versorgt wird. Damit verbindet der Mirai die Vorzüge des rein elektrischen Fahrens bei Komfort, Laufruhe und Ansprechverhalten mit einem Plus an Alltags- und Langstreckentauglichkeit durch die hohe Reichweite und die kürzeren Tankzeiten.

    Der neue Mirai bietet im Vergleich zur 2015 eingeführten ersten Generation mehr Leistung, eine höhere Fahrdynamik sowie ein eleganteres und dynamischeres Design. Das optimierte Brennstoffzellensystem, eine Wasserstoff-Speicherkapazität mit 5,6 Kilogramm und die verbesserte Aerodynamik ermöglichen unter normalen Bedingungen eine Reichweite von rund 650 Kilometern. Den Rekordversuch absolvierten die Fahrer mit einem verbrauchsschonenden Fahrstil, wie der Hersteller konzediert. Es seien aber keine besonderen Techniken eingesetzt worden, die nicht auch im Alltag nachvollziehbar seien.

    Tech-Pionier Erussard als Fahrer

    Einer der vier Fahrer, die den Mirai zum Reichweitenrekord steuerten, war Victorien Erussard, Gründer und Kapitän der Energy Observer, des mit Toyota Brennstoffzellentechnik ausgerüsteten Katamarans und schwimmenden Forschungslabors. Inzwischen ist aus Energy Observer ein Unternehmen geworden, das sich mit Forschungen und Innovationen im Bereich der Energiewende beschäftigt. Erst in der vergangenen Woche fand die von Energy Observer organisierte Veranstaltung „Paris de l’hydrogene“ (Paris aus Wasserstoff) statt, bei der wasserstoffbasierte Energie- und Mobilitätslösungen präsentiert wurden. Ein mit Toyota Brennstoffzellentechnik betriebener Generator ließ dabei den Eiffelturm in Grün erleuchten.

    Fakten und Zahlen Fahrstrecke mit einer Wasserstofffüllung:

    • 1.003 Kilometer
    • Durchschnittlicher Wasserstoffverbrauch: 0,55 kg/100 km
    • Verbleibende Reichweite (Anzeige des Bordcomputers): 9 km
    • Motorleistung: 134 kW/182 PS
    • Motordrehmoment: 300 Nm
    • Tankvolumen: 142 Liter bzw. 5,6 Kilogramm
    • Luftwiderstandsbeiwert: cW 0,29
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