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Regierung will E-Auto-Prämie verlängern

Nach den enttäuschenden Abrufzahlen soll die Förderung offenbar verlängert werden. Erst jetzt gebe es ein wachsendes Angebot bei Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur.

Kein Anschluss unter dieser Nummer: Die E-Auto-Prämie wurde nur selten abgefragt, lediglich ein Sechstel der Fördersumme floss aus dem Topf. | Foto: TÜV Süd
Kein Anschluss unter dieser Nummer: Die E-Auto-Prämie wurde nur selten abgefragt, lediglich ein Sechstel der Fördersumme floss aus dem Topf. | Foto: TÜV Süd
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Johannes Reichel

Nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur erwägt die Bundesregierung eine Verlängerung der Elektro-Auto-Prämie über den Sommer hinaus. Wie die Agentur aus Regierungskreisen erfahren haben will, seien von den 600 Millionen Euro im Fördertopf bisher lediglich 134 Millionen Euro abgerufen worden. Diese verteilten sich auf 100.000 gestellte Anträge. Die Bundesregierung hatte hier deutlich mehr erwartet, das ursprüngliche Ziel lautete, bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf den Straßen zu haben. Bisher würde die Prämie Ende Juni 2019 auslaufen. Sie beträgt 4.000 Euro für Elektro-Modelle und 3.000 Euro für Hybrid-Fahrzeuge, bei 60.000 Euro Listenpreis ist die Prämie gedeckelt. Dem Vernehmen nach verweist die Regierung auf das steigende Angebot an Fahrzeugen wie auch an Ladeinfrastruktur. Auch der Verband der Automobilindustrie forderte schon seit längerem eine Fortsetzung der Förderung. Laut Kraftfahrtbundesamt waren Ende 2017 lediglich 54.000 reine Elektro-Autos im Bestand in Deutschland, bei den Hybriden immerhin 237.000 innerhalb eines Gesamtbestandes von 56,5 Millionen Fahrzeugen.

Was bedeutet das?

Also, wenn das die Argumentation wäre, dass es bisher kein ausreichendes Angebot an Fahrzeugen gegeben hätte, dann hinkt sie. Es gab vielleicht von deutschen Herstellern kein wirkliches Angebot, wenn man mal vom teuren BWM i3 oder dem heillos vergriffenen VW e-Golf und e-Up absieht. Aber nicht nur bei Renault, Nissan, Hyundai/Kia oder seit Urzeiten bei Toyota (Hybrid) gibt es praxistaugliche und durchaus erschwingliche Modelle, wenn man in Betracht zieht, dass der Preis für Neuwagen in Deutschland bei sagenhaften 33.000 Euro liegt. Auch die Ladeinfrastruktur ist längst besser als die Verkaufszahlen, wenn jeder private Häuslebesitzer mit SUV in der Doppelgarage stattdessen einen Stromer hätte, wären wir locker schon bei der angepeilten Merkel-Million. Klingt demnach irgendwie nach fauler Ausrede. Wir könnten längst viel weiter sein. Vielleicht sollte die Bundesregierung aber den Fokus der Förderung über das "Sofortprogramm Saubere Luft" hinaus noch stärker auf die gewerblichen Nutzer legen: Ein E-Bus oder E-Lkw kostet locker mal das doppelte eines konventionellen Modells, macht aber täglich Meilen statt nur herumzustehen. Der Effekt wäre also deutlich größer. Und die Elektrifizierung der Transporterflotten schneller vorantzutreiben, wäre auch eine sofort wirksame Maßnahme. 

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