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Regierung will CO2-Preis für Sprit anheben: Booster für E-Umstieg

Von 30 auf 45 Euro pro Tonne CO2 für fossile Kraft- und Heizstoffe soll der Preis steigen, wie im Zuge der Haushaltsberatungen diskutiert wird. Das wäre das richtige Signal in Richtung Elektrifizierung, auch wenn sich Sprit nur um vier bis fünf Cent pro Liter verteuern würde. Erst mit dem EU-Emissionshandel würde der Druck zum Umstieg adäquat hoch - und der Pfad zur Klimaneutralität eingehalten.

Fossil Fahren könnte bald (etwas) teurer werden: Die Koalition plant offenbar im Zuge der Haushaltsberatungen eine Anhebung des CO2-Preises. | Foto: AdobeStock
Fossil Fahren könnte bald (etwas) teurer werden: Die Koalition plant offenbar im Zuge der Haushaltsberatungen eine Anhebung des CO2-Preises. | Foto: AdobeStock
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Johannes Reichel

Um die Klimaziele zu erreichen und die Klimakrise einzudämmen, hat die Bundesregierung offenbar eine drastische Erhöhung des CO2-Preises auf fossile Kraft- und Brennstoffe ins Auge gefasst. Statt bisher ab Januar geplant auf 35 Euro, soll der Preis von derzeit 30 auf 45 Euro steigen, was Tanken und Heizen mit fossilen Quellen etwas verteuern würde. Die Rede ist von vier Cent beim Benzin und fünf Cent beim Diesel, kaum der Aufregung wert, die sich prompt über die Pläne in den sozialen Netzwerken breitmachte.

Darüber berichtet der Spiegel unter Berufung auf "Table Media", das dies aus den Haushaltberatungen erfahren haben will. Der Preis von 45 Euro war ursprünglich erst ab 2025 vorgesehen, ab 2023 war ein Sprung auf 35 Euro eingeplant, der wegen des Ukraine-Kriegs aber verschoben worden war.

Der Vorstoß kommt dem Vernehmen nach aus dem FDP-geführten Finanzministerium, das wiederum auf das grün geführte Wirtschafts- und Umweltministerium verweist. In jedem Fall sollen zusätzliche Einnahmen generiert werden, die dann in den Klima- und Transformationsfonds fließen würden.  

EU-Emissionshandel könnte den Umstieg beschleunigen

Richtig spürbar würde das CO2-Regime im Verkehrssektor erst, wenn Deutschland sich dem EU-Emissionshandel anschlösse, wie es FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler als ultimative Maßnahme für Klimaschutz angepriesen hatte, "garantiert, kostengünstig und sozialverträglich". Wie Spiegel Online nachgerechnet hat, würde das ab 2027 geplante System EU ETS II, das nach der Industrie auch die Bereiche Gebäude und Verkehr umfassen würde, die Preise für das Verbrennen fossiler Kraftstoffe deutlich nach oben schrauben.

Der EU-Preis liegt aktuell schon bei 86 Euro pro Tonne, was 13 bis 15 Cent pro Liter mehr bedeuten würde. Stiegen die Preise auf das von Experten wie dem PIEK-Forscher und Ökonom Otmar Edenhofer für das Erreichen der Klimaziele als notwendig erachtete Niveau von 200 bis 300 Euro pro Tonne, würde eine Autofahrt von München nach Hamburg um 57 Euro, bei 300 Euro gar um 85 Euro teurer. Aber eben auch der Anreiz deutlich größer, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen.

Fraglich, ob nach der Heizungsdebatte die Ampelkoalition den Mut aufbringt. Nötig wäre es, die Leute in dieser Richtung "mitzunehmen". 

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