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Quo vadis, E-Mobilität? VM fragt fünf Experten, die Mut machen und Strom geben

E-Mobilitätsexperten aus diversen Bereichen der Branche zeigen sich trotz Rückschläge und retardierender Momente zuversichtlich: Wir bewegen uns entschieden auf eine nachhaltigere, effizientere und technologisch fortschrittlichere Welt zu. Für VM setzen sie fünf Gegenakzente zum allgemeinen Lamento.

Wo geht die Reise hin? Fünf Branchenexperten sehen die E-Mobilität klar auf Kurs Richtung Zukunft. | Foto: Plugsurfing
Wo geht die Reise hin? Fünf Branchenexperten sehen die E-Mobilität klar auf Kurs Richtung Zukunft. | Foto: Plugsurfing
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Johannes Reichel

Trotz aller Rückschläge und Verzögerungen der jüngsten Zeit, Elektromobilitätsexperten aus unterschiedlichen Bereichen der Branche sehen einen klaren Aufwärtstrend und zeigen für VISION mobility eine klare Richtung auf, hin zu einer nachhaltigeren, effizientere und technologisch fortschrittlichere Welt. Jedes der Statements gewährt einen kleinen Einblick in verschiedene Aspekte der Elektromobilität, von technologischen Innovationen und Marktentwicklungen bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Kombination dieser Perspektiven zeichnet ein umfassendes Bild der Elektromobilität als Schlüsselkomponente einer nachhaltigen Zukunft. Es ist eine Zukunft, die auf Innovation, Integration und einem tiefgreifenden Wandel in unserer Wahrnehmung und Nutzung von Energie und Transport basiert, so die Überzeugung der e-mobilen Pioniere. Sie finden: Der Weg in eine klimafreundliche Zukunft ist voller Herausforderungen – und ebenso voller vielversprechender Möglichkeiten.

Florian Lüft, Director Business Development bei Univers:

"Das Lamentieren muss ein Ende haben. Wir brauchen einen E-Ruck in Deutschland".

Wenn ich an die Mobilitäts- und Energiewende in Deutschland denke, kommt mir immer wieder die berühmte "Ruck-Rede" von Bundespräsident a.D. Roman Herzog von 1997 in den Sinn. Auch wenn diese damals in einem anderen Kontext stand, so haben doch viele Botschaften an Aktualität nicht verloren. So bin ich ganz bei seiner Kernaussage, dass ‘Innovationsfähigkeit im Kopf anfängt, bei unserer Einstellung etwa zu neuen Techniken (...) bei unserer Haltung zur Veränderung schlechthin.’ Und das gilt mehr denn je auch mit Blick auf die klimafreundliche Mobilitäts- und Energiewende:

Die Lösungen und Technologien sind da.

Emissionsfreies Fahren ist mit Elektromobilität machbar, für erneuerbare Energien schlummern alleine auf den gewerblichen Dachflächen Potenziale für Photovoltaik, die mehreren hundert AKWs entsprechen. Und auch Software-Tools, die mithilfe der Verbindung von Künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge, AIoT-Software, dafür sorgen, dass Energieflüsse gemanagt, Energieverbräuche optimiert und das Netz nicht überlastet wird, sind vorhanden.

Es ist an der Zeit, dass wir mit gewohntem (Fahr)-Verhalten brechen und mit Begeisterung die Ausfahrt in Richtung Klimaneutralität und Erreichung unserer Klimaziele nehmen. Statt Hürden und Bedenken gilt es, die vielen Chancen zu sehen und zu nutzen, die uns die Mobilitäts- und Energiewende bieten: bessere Luft, weniger Lärm, Unabhängigkeit und insgesamt weniger klimaschädliche CO₂-Emissionen.

Allein im Bereich der Dienstwagen können Politik und Unternehmen einen massiven Hebel ansetzen: Noch immer sind zwei Drittel aller Neuzulassungen Dienstfahrzeuge. Mit den richtigen Anreizen und intelligenten Konzepten können wir hier in kurzer Zeit enorme Mengen CO₂ einsparen. Und ein Zeichen setzen, dass die Transformation funktioniert.

Um im Sinne von Roman Herzog abzuschließen: Unser eigentliches Problem ist also ein Mentales. Und das müssen wir überwinden, indem wir endlich anfangen, 100 Prozent in Richtung erneuerbare Energien und E-Mobilität zu gehen und damit auch den Industriestandort Deutschland auf Kurs halten. Aber es erfordert alle. Und es erfordert einen klaren Kurs. Und nicht ständige Ausbrüche auf andere Themen.”

Univers (ehemals Envision Digital) sieht sich als eines der führenden Greentech-Unternehmen der Welt. Das Software-Unternehmen fokussiert sich auf die digitale Transformation der Energie-Branche mit dem Ziel, Energie effizienter zu nutzen und damit einen essentiellen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft zu leisten. Kern ist das unternehmenseigene Energy Operating System EnOS, eine auf Artificial Intelligence of Things (AIoT) basierende Software für das intelligente Management von Energie.

Maxwell Philp, Head of Public Affairs and Communication bei Plugsurfing:

“Die Integration von E-Mobility-Diensten, intelligenten Ladelösungen und einem überarbeiteten europäischen Strommarktkonzept stellt einen wichtigen Schritt zur Optimierung der erneuerbaren Energiequellen in Deutschland dar. Gegenwärtig erleichtern E-Mobility-Apps wie Plugsurfing das bequeme Aufladen von Elektrofahrzeugen an verschiedenen Standorten. In Zukunft sollen diese Apps den Nutzern ermöglichen, auch bei Freunden zu Hause aufzuladen und diese schnell und einfach über die App zu entschädigen, möglicherweise mit Gutschriften für zukünftiges Laden.

Intelligente Ladelösungen sollen sicherstellen, dass erneuerbare Energie effizient in Fahrzeuge eingespeist wird, wobei Verteilnetzbetreiber (DSOs) Signale an Ladegeräte senden, wenn erneuerbare Energieressourcen ihren Höhepunkt erreichen. Während die Europäische Union ihr Strommarktdesign überarbeitet, sind wesentliche Überlegungen die Integration von Bestimmungen für intelligentes Laden und die Einrichtung eines Fahrzeug-zu-Netz-Strommarkts.

Durch die Möglichkeit für private Verbraucher und Unternehmen, gespeicherte erneuerbare Energie aus ihren Elektrofahrzeugbatterien zu verkaufen, kann die EU ein nachhaltigeres und besser vernetztes Energiesystem fördern.

Darüber hinaus ist eine koordinierte Anstrengung zur Verbesserung der Netzintegration zwischen Mitgliedsländern von entscheidender Bedeutung. Durch die Nutzung länderübergreifender Konnektivität kann überschüssige erneuerbare Energie, die an einem windigen Tag in Deutschland erzeugt wird, dazu genutzt werden, die Klimatisierung an einem heißen Tag in Italien zu betreiben. Die in Italien gewonnene Solarenergie kann den Energiebedarf in Zeiten geringer erneuerbarer Energieerzeugung in Deutschland ausgleichen. Dieser ganzheitliche Ansatz für E-Mobility und Energieinfrastruktur ist darauf ausgerichtet, eine effizientere und nachhaltigere Energielandschaft in ganz Europa zu fördern.”

Plugsurfing sieht sich als Premium-Elektromobilitätsdienst mit einem europaweiten Netz aus über 550.000 Ladepunkten. Mehr als 1,5 Millionen Elektrofahrer:innen nutzen die Lösung, um öffentliche Ladepunkte effizient zu nutzen. Zu den Kunden zählen führende Automobilhersteller, Betreiber von Ladestationen sowie Mobilitätsanbieter. Das modulare Angebot soll es ermöglichen, das Kundenerlebnis mit Optionen wie einer White-Label-Lösung, APIs für die Integration, 24/7-Kundensupport und Sonderpreisen individuell zu gestalten.

Toussaint Wattine, CEO & Co-Founder Upway:

"Gerade in Deutschland ist der Absatzboom der E-Bikes ungebrochen. Dieses Jahr werden sie zum ersten Mal mehr als die Hälfte aller neu verkauften Fahrräder ausmachen. Was diese Entwicklung so bemerkenswert macht, ist die Tatsache, dass viele Menschen E-Bikes nicht als Ersatz für herkömmliche Fahrräder nutzen, sondern als Ersatz für das Auto. Für uns als Refurbishment-Unternehmen bedeutet die Entwicklung im Markt auch, dass es noch mehr Räder gibt, die durch die Weiterverwendung ein neues Leben erhalten und somit wertvolle Ressourcen geschont werden können.

Bei Upway setzen wir uns dafür ein, dass nachhaltige Mobilität für alle Menschen zugänglich und bezahlbar wird. Ich freue mich daher auch über die Verkehrsreform, die in Deutschland beschlossen wurde, die unter anderem die Schaffung von mehr Radwegen vorsieht. Denn eine geeignete Infrastruktur ist der erste wichtige Schritt, um öfter auf das Rad statt Auto zurückzugreifen."

Upway, der Online-Shop für refurbished (erneuerte) E-Bikes, wurde im Juli 2021 von Toussaint Wattinne und Stéphane Ficaja in Paris gegründet. Seit Juni 2022 ist das französische Start-up auch auf dem deutschen Markt aktiv und betreibt eine eigene Werkstatt in Berlin. Der Anbieter kauft gebrauchte E-Bikes auf, bereitet sie in der eigenen Werkstatt in Berlin auf und verkauft sie bis zu 60 Prozent günstiger weiter. Ob City-, Trekking- oder Lasten-E-Bikes – die Auswahl an Preisklassen und Marken wie Cube, Haibike oder Riese und Müller ist groß. On top gibt es für die Käufer:innen eine 12-monatige Garantie auf Akku, Motor und die gesamte Elektronik des Fahrrads. So wird Mobilität nicht nur grüner, sondern auch erschwinglicher, glaubt man. Das Unternehmen verfolgt die Vision, Nachhaltigkeit und Mobilität für die breite Masse anzubieten. Derzeit sind die Refurbished E-Bikes in Frankreich, Belgien, Niederlanden, Deutschland und den USA verfügbar.

Torsten Born, CEO & Co-Founder TRONITY:

“Ich bin überzeugt, dass an der Elektromobilität für eine nachhaltige Mobilitätswende kein Weg vorbei führt. Die bestehende Konnektivität von modernen Elektrofahrzeugen bietet aufgrund der dadurch generierten Daten ein enormes Potenzial, welches wir zukünftig noch intensiver ausschöpfen sollten. In meinen Augen liegt hierin eine weitere bedeutende Chance.

Denn während ich in der letzten Zeit deutliche Fortschritte bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Elektromobilität feststelle, sehe ich gleichzeitig, dass bei vielen Menschen weiterhin noch offene Fragen zu Themen wie Reichweiten, Ladeinfrastruktur und individuellen Kosten bestehen. Für sie ist ein E-Auto bisher eine Art Blackbox.

Wir setzen mit TRONITY genau dort an, indem wir die bestehenden Fahrzeugdaten neutral auswerten, um mehr über das Verhalten vom jeweiligen Fahrzeug zu erfahren. Durch diese Transparenz erzeugen wir Begeisterung für Elektromobilität, was für die weitere Akzeptanz entscheidend sein wird.”

TRONITY wurde 2020 von den ehemaligen SAP Mitarbeitern Torsten Born, Sebastian Netuschil und Nils Machner in Mannheim gegründet. Das Startup verschafft mit seiner Anwendung ohne zusätzliche Hardware Fahrer:innen von E-Autos Zugriff auf verschiedene Fahrzeugdaten und unterstützt beim Kostenmanagement. Die Firma bietet mit ihrer Plattform eine herstellerübergreifende Lösung für E-Auto-Besitzer:innen, die nachhaltig fahren und ihr Fahrzeug effizient nutzen wollen. Dabei lassen sich im Rahmen eines Accounts auch mehrere Fahrzeuge verschiedener Hersteller verwalten. Das Angebot richtet sich sowohl an Privatnutzer:innen zur Optimierung ihrer Mobilität als auch an Selbstständige und Dienstwagenfahrer:innen, die ein finanzamtkonformes Fahrtenbuch führen möchten. Auch Flottenmanager:innen in Unternehmen sollen von der Möglichkeit, Einblicke zu mehreren Fahrzeugen parallel zu erlangen, profitieren. Mit 17 Millionen gespeicherten Fahrten und über 1.654 MWh verwalteter Batteriekapazität stellt die Community laut eigenen Angaben die weltweit größte virtuell verwaltete Flotte an Elektrofahrzeugen dar.

Sieghart Michielsen, Director of International NIU:

„Die Elektromobilität steht für die revolutionäre Veränderung der Art und Weise, wie wir uns fortbewegen. Es ist eine Zeit rasanten Fortschritts und technologischer Entwicklungen, die nicht nur neue Mobilitätslösungen bieten, sondern auch das Potenzial haben, unsere Gesellschaft nachhaltig zu verbessern.

Für uns steht fest: An der Elektromobilität führt kein Weg vorbei, wenn wir von einer echten Mobilitätswende sprechen wollen.

Mit NIU möchten wir Lösungen für diese transformative Ära bereitstellen. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen möchten wir neue Fahrerlebnisse für alle ermöglichen und uns entschlossen in eine Zukunft bewegen, in der nachhaltige Mobilität nicht nur gewünscht, sondern gesellschaftlich akzeptiert und gefördert wird. Wir sind überzeugt, dass ein breites Angebot an Fortbewegungsmitteln maßgeblich dazu beiträgt, dass immer mehr Menschen den Übergang zu nachhaltiger Mobilität vollziehen, denn es gewährleistet, dass für jeden individuellen Anspruch das passende, umweltfreundliche Fortbewegungsmittel vorhanden ist.”

Als nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von Elektrofahrzeugen auf zwei Rädern hat es sich NIU zum Ziel gesetzt, die urbane Mobilität neu zu definieren und das Leben besser zu machen. Die Produkte sind in mehr als 50 Ländern weltweit erhältlich. Das an der Nasdaq notierte Unternehmen hat seit der Markteinführung seines ersten E-Rollers im Jahr 2015 weltweit mehr als 3 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft. Der Hersteller entwickelt und produziert leistungsstarke Elektromotorräder, E-Roller, E-Bikes und Kickscooter. Die Nutzer:innen haben mit den Zweirädern mehr als 19 Milliarden Kilometer auf der ganzen Welt zurückgelegt.

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