PwC-Studie E-Zulassungen: Hybride helfen deutschen Herstellern

PwC-Analyse: Dank zahlreicher Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen liefern die deutschen Hersteller weltweit jedes sechste "Elektro-Auto". Bei den reinen BEVs dominieren aber Tesla sowie chinesische Hersteller.

Sinnbildlich: Die Quote der reinen Elektro-Autos, die deutsche Hersteller weltweit liefern, liegt noch unter 20 Prozent, Tendenz allerdings steigend. Dank vieler PHEVs reüssieren Hersteller wie Mercedes-Benz global bei elektrifizierten Fahrzeugen und liefern gesamt jedes sechste E-Auto. | Foto: Daimler
Sinnbildlich: Die Quote der reinen Elektro-Autos, die deutsche Hersteller weltweit liefern, liegt noch unter 20 Prozent, Tendenz allerdings steigend. Dank vieler PHEVs reüssieren Hersteller wie Mercedes-Benz global bei elektrifizierten Fahrzeugen und liefern gesamt jedes sechste E-Auto. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Nach der neuen Analyse „Electric Vehicle Sales Review“ der Beratungsfirma PwC (PricewaterhouseCoopers) und der eignenen Strategieberatung Strategy& haben die deutschen Hersteller weltweit jedes sechste elektrifizierte Auto geliefert Allerdings kommen die heimischen Hersteller nur in der Zählung inklusive Plug-in-Hybrid-Modellen auf diese hohe Quote, wo sie 50 Prozent der Modelle liefern, während es bei BEV nur 17 Prozent sind. Bei den reinen Elektroautos liegen die US-Amerikaner, sprich Tesla, sowie die stückzahlengewaltigen chinesischen Anbieter vorn.

China schwenkt um - auch aus Umweltgründen

In China wurden laut der Analyse allein im ersten Halbjahr 980.000 reine Stromer und 212.000 Plug-in-Hybride zugelassen, was 58 Prozent der globalen E-Auto-Käufe entspricht. Im zweiten Quartal legte der Anteil der BEVs auf elf Prozent der Zulassungen zu, in den europäischen Kernmärkten sind es acht Prozent. Die Volksrepublik stelle die Weichen auf Elektromobilität um, wollen sich als eine der führenden Hightech-Nationen positionieren und zugleich die Lebensqualität der eigenen Bürger durch die Reduktion der Umweltverschmutzung verbessern, analyisieren die PwC-Experten.

Deutscher Markt: BEVs fast auf PHEV-Niveau

Auf dem deutschen Markt sehen die Berater die reinen BEV im zweiten Quartal mit 84.000 Zulassungen nun fast auf Augenhöhe mit den PHEVs, die auf 85.000 Exemplare kamen. Der gemeinsame Marktanteil liege damit bei 23 Prozent. Die Berater sehen das zunehmende Angebot und die Kaufprämien für Autos wie Wallboxen als Grund für die Zuwächse. Dagegen dümpeln E-Autos in den USA bei einem Anteil von drei Prozent vor sich hin. Wie viele andere Experten sehen auch die PwC-Berater den Chipmangel und Lieferprobleme bei Komponenten als "zur Unzeit" kommend. Sie mahnen zudem an, die Quote der enereuerbaren Energien müsse rasch ausgebaut werden, um den Emissionsvorteil bei E-Autos stärker zur Geltung zu bringen.

"Klare Klimavorgaben aus Brüssel, das geplante Zulassungsverbot für Verbrenner in der EU ab 2035 und ein gesteigertes Umweltbewusstsein auf Seiten der Verbraucher geben der Automobilindustrie in Deutschland und weltweit die Richtung vor", so die Analyse der Berater weiter.

Im Detail legten die Zahlen der Neuzulassungen von elektrischen Autos in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 295 Prozent zu. Maßgeblich für das Wachstum bleiben Plug-in-Hybride (PHEV) mit einem Plus von 327 PRozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020, gefolgt von Vollhybriden, die im Quartalsvergleich um 307% wachsen. Auch reine Batterieautos (BEV) legen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 242 Prozent zu.

BEVs werden zum Wachstumstreiber

Im deutschen Markt lösen BEVs die PHEVs als größter Wachstumstreiber ab: Mit einer Zuwachsrate von 358 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 liegen batteriebetriebene Fahrzeuge vor PHEVs mit einem Plus von 270 Prozent sowie den Hybriden mit einem Zuwachs von 157 Prozent. Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos insgesamt steigt hierzulande im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 um 228 Prozent. Der Marktanteil klettert im zweiten Quartal 2021 auf 39,4% und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (Q2/2020: 17,3%).

„Die starken Wachstumszahlen zeigen, dass die Anpassung des Produktportfolios der Hersteller und das Klimapaket der Bundesregierung strategisch wichtige Hebel für mehr Akzeptanz von E-Autos über alle Kundensegmente hinweg waren", kommentiert Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC, die Ergebnisse des zweiten Quartals.

Trendverstärkend wirkten weiterhin die staatlichen Kaufprämien für Fahrzeuge und Ladevorrichtungen, ein gesteigertes Umweltbewusstsein sowie die wirtschaftliche Erholung nach der Krise. Die Zahlen seien jedoch auch im Kontext des extrem absatzschwachen Vorjahresquartals zu betrachten, in dem pandemiebedingt viele Werke der Hersteller stillstanden, so Kuhnert weiter. 

 

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