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PwC-Studie: Der Markt für Elektroautos ist jetzt reif

Nachfrage nach E-Autos steigt in Deutschland um zwei Drittel, in China verdoppelt sich der Absatz. PwC: Investitionen der Akkuhersteller in hiesige Fabrikationen zeugen von Vertrauen in europäische E-Auto-Industrie.

Langsam wird's spannend: Das Beratungsunternehmen PwC sieht den Markt reif für E-Autos deutscher Hersteller. Einstweilen verkaufen sich vor allem Premium-Plug-In-Hybride wie der Porsche Panamera prächtig. | Foto: Porsche
Langsam wird's spannend: Das Beratungsunternehmen PwC sieht den Markt reif für E-Autos deutscher Hersteller. Einstweilen verkaufen sich vor allem Premium-Plug-In-Hybride wie der Porsche Panamera prächtig. | Foto: Porsche
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Johannes Reichel

Das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers (PwC) sieht den Markt reif für die Elektromobilität. Nach einer neuen Studie, die die weltweiten Verkaufsanteile der E-Fahrzeuge analysiert, hätten sich auch in Deutschland die Zahlen um zwei Drittel gesteigert, freilich auf noch immer bescheidenem Niveau. Die Zulassungen von Elektroautos stieg dennoch in Deutschland bis Ende Juni dieses Jahres 17.234 rein elektrische Pkw zugelassen, im Vorjahreszeitraum waren es 9.821. „Zuwachsraten von über 50 Prozent sind in der Automobilindustrie äußerst selten“, meint Felix Kuhnert, PwC Global Automotive Leader. Dieser Entwicklung sollten Automobilhersteller und ihre Vertriebsorganisationen Aufmerksamkeit schenken, rät Kuhnert. "Der Markt scheint jetzt reif zu sein für die Einführung von Premium-Elektrofahrzeugen deutscher Hersteller“, so der Analyst.

Der Markt scheint jetzt reif zu sein für die Einführung von Premium-Elektrofahrzeugen deutscher Hersteller

Die deutschen Händler setzten in diesem Jahr bis Ende Juni 16.683 Plug-In-Hybride ab, im Vorjahreszeitraum waren es 12.264. Das entspricht einem Wachstum um etwa ein Drittel. Damit zeigt sich eine geringere Dynamik dieses Marktsegments. Das liege daran, dass diese Fahrzeuge schon früher in Deutschland eingeführt wurden und der Marktanteil in den relevanten Baureihen schon hoch ist, so die Analyse. Die Automotive-Experten von PwC Autofacts gehen zudem davon aus, dass die E-Autos tendenziell eher bei Kleinwagen und in der Mittelklasse ihre Heimat finden werden, wo größere Volumen abgesetzt werden – mit Modellen wie Renault Zoe und später der I.D.-Familie von Volkswagen.

Plug-In-Hybride dominieren das Premium-Segment

Plug-In-Hybride hingegen haben im Premium-Bereich bereits einen sehr hohen Marktanteil. Porsche hat mitgeteilt, dass sich der Panamera zu 70 Prozent als Plug-In verkaufe. Daimler verzeichnet bei dieser Technik einen Anteil von 50 Prozent an der S-Klasse. In den oberen Marktsegmenten scheinen Plug-In-Hybride bei den Neuzulassungen zunehmend den Diesel zu ersetzen. Von den Hybriden wurden 15.000 Stück mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum.

In den Vereinigten Staaten haben sich die Neuzulassungen von E-Fahrzeugen mit der Verfügbarkeit von neuen Modellen wie Tesla Model 3 strukturell erhöht – liegen aber weiter weit unterhalb der tatsächlichen Nachfrage. Dieses Jahr setzten die US-Händler bis Juni insgesamt 63.426 reine E-Autos ab. Christoph Stürmer erläutert dazu: „Geringes Wirtschaftswachstum und niedrige Benzinpreise bereiten dem konventionellen Hybrid wegen seiner Ähnlichkeit zu ‚normalen‘ Verbrennern eher Probleme, während sich Plug-In-Hybride und reine Elektrofahrzeuge wegen ihrer komplett anderen Nutzungseigenschaften inzwischen einen eigenständigen Markt geschaffen haben.“

China: Größtes Wachstum für Alternative Antriebe

Der chinesische Markt weist weiterhin das größte Wachstum und die größten Volumina für alternative Antriebe auf. Per Juni dieses Jahres kletterte der Absatz der reinen Elektro-Fahrzeuge auf über 260.000 Einheiten, mit einer kleinen Absatzschwäche im Juni. Im vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2017 belief sich der Absatz auf gut die Hälfte mit 132.000 Einheiten. Plug-In-Hybride sind in der Volksrepublik generell deutlich weniger populär als reine E-Autos. Die Händler brachten trotzdem bis einschließlich Juni 2018 über 95.000 Pkw an den Mann, vor einem Jahr waren es lediglich 31.500.

Internationale Investoren haben Vertrauen in die europäische E-Auto-Produktion.

Die PwC-Experten sehen den Markt für E-Autos wie auch für Plug-In-Hybride langfristig auf Wachstumskurs. Um die positive Entwicklung weiter voranzutreiben, müsse nicht nur mehr für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. „Es sind auch Fabrik-Investitionen in erheblicher Größenordnung nötig“, fordert Felix Kuhnert. Die aktuellen Entwicklungen wiesen bereits in diese Richtung. Deutsche und europäische Autohersteller bereiteten in den nächsten zwölf Monaten zahlreiche Neueinführungen von Premium-Elektrofahrzeugen vor, analysieren die Berater. Außerdem expandierten die großen chinesischen Zellhersteller inzwischen global. So engagiere sich zum Beispiel CATL in Thüringen und in Südeuropa entsteht eine sogenannte Gigafactory. „Das sind große Investitionen, um die lokale Nachfrage nach Batterien zu befriedigen“, findet PwC-Partner Kuhnert. Daraus lasse sich nach seinem Dafürhalten ableiten, "dass insbesondere internationale Investoren Vertrauen in die europäische E-Auto-Produktion haben.“

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