PwC: Plug-in-Hybride legen stark zu - Europa Leitmarkt der E-Mobilität

PHEVs treiben Wachstum im deutschen E-Markt mit einem Zuwachs von 466 Prozent. Aber auch die BEV legen mächtig zu. Europa bestätigt Schlüsselrolle in der globalen Entwicklung der Elektromobilität. China mit Absatzplus von 49 Prozent bei E-Autos, USA mit 8,3 Prozent Plus Schlusslicht und Nischenmarkt.

Plug-in-Hybride sind derzeit der Treiber der E-Mobilität in Deutschland. | Foto: Daimler
Plug-in-Hybride sind derzeit der Treiber der E-Mobilität in Deutschland. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Während die COVID-19-Pandemie den Markt für Benzin- und Dieselfahrzeuge hart getroffen hat, kennt die Begeisterung für alternative E-Antriebe offenbar keine Krise. So zumindest urteilt die Strategieberatung PwC sowie deren Tochter Strategy& in ihrem jüngsten „E-Mobility Sales Review“. Wartezeiten von bis zu einem Jahr für einige Modelle zeigten, dass Elektroautos auch im dritten Quartal 2020 in Deutschland und Europa weiter Fahrt aufnehmen, so die Berater. Die Gründe dafür sieht man in den zunehmend ausgereiften Produkten und einem erweiterten Angebot, optimierten Verkaufsprozessen sowie immer günstigeren Anschaffungs- und Unterhaltskosten der Voll-Hybride (Hybrid), Plug-in-Hybride (PHEV) und batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV).

Zusätzlich getrieben durch die staatliche „Innovationsprämie“ und das hohe öffentliche Interesse für Elektromobilität stieg nach Analyse die Anzahl neu zugelassener E-Autos in Deutschland im Juli, August und September 2020 insgesamt um 168 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, analysiert die aktuelle Ausgabe. Damit erreicht der E-Anteil an den gesamten Neuzulassungen hierzulande Ende September bereits die 20-Prozent-Marke, davon sind die Hälfte reine Batterie- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.

Enormes Wachstum bei PHEV, aber auch BEV stark im Plus

Größter Treiber des Wachstums sind in Deutschland die PHEV mit einem deutlichen Plus von 466 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Aber auch reine BEV legen gegenüber dem dritten Quartal 2019 um 221 Prozent zu.

„Der strategische Mut derjenigen Hersteller und Zulieferer, die rechtzeitig und mit vollem Einsatz die Weichen für die Elektromobilität gestellt haben, zahlt sich im Krisenumfeld in Form von steigenden Volumen und Marktanteilen doppelt aus“, ordnet Felix Kuhnert, Global Automotive Lead bei PwC, die Q3-Ergebnisse ein.

Die Investitionen der vergangenen Jahre in diese wichtige Zukunftstechnologie trügen nun Früchte. Neue E-Modelle überzeugten über alle Marktsegmente hinweg vermehrt mit ausgereiften Konzepten und ergänzen die Angebote der Automobilhersteller mit attraktiven Innovationen, so Kuhnerts Analyse weiter.

Europa: Weltweit führender Markt für Elektromobilität

Europa habe nach Ansicht der Berater seine Position als weltweit führender E-Auto-Markt im dritten Quartal mit dem höchsten Marktanteil und der höchsten Wachstumsrate seit Jahresbeginn bestätigt: In den größten europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien steigerten sich die Absatzzahlen um 146 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Ebenso wie in Deutschland seien PHEV auch in Europa mit einem Wachstum von 351 Prozent dabei die treibende Kraft hinter den E-Verkäufen. Mit einem Plus von 188 Prozent gegenüber Q3/2019 verzeichnen BEV ebenfalls ein dynamisches Wachstum.

„Plug-in-Hybride sind jetzt vor allem im Premiumsegment in der Breite verfügbar und lassen sich leicht in die etablierten Prozesse der Hersteller einbetten. Ihr Boom zeigt, dass viele Verbraucher die Möglichkeit eines mühelosen Umstiegs auf nachhaltigere Mobilität schätzen“, kommentiert Christoph Stürmer, Global Lead Analyst bei PwC Autofacts® und Leiter der Studie, die hohen PHEV-Verkaufszahlen.

Weiteres Wachstum über alle E-Antriebsarten hinweg hänge von wettbewerbsfähigen Preisen und Lieferzeiten ab. Hier besteht auf Hersteller- und Händlerseite noch weiterer Investitionsbedarf, um die hohe Nachfrage abdecken zu können, ergänzt Stürmer weiter.

China: E-Autos legen zu, in USA weiter eine Nische

Im stärker staatlich gesteuerten chinesischen Markt zeige sich nach dem Einbruch zu Jahresanfang ebenfalls allmählich eine Erholung. Die Verkäufe von E-Fahrzeugen stiegen dort um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, nachdem unklare Subventionsregeln Ende 2019 zu einem Vorziehen von zahlreichen Käufen geführt hatten. Mit einem Absatzplus von 8,3% gegenüber dem dritten Quartal letzten Jahres bleiben die USA weiterhin das Schlusslicht am Elektromobilitätsmarkt. Trotz hohem Verbraucherinteresse schafft es die E-Mobilität hier aufgrund fehlender Produktangebote nicht aus der Nische heraus.

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