PSA/Total: Europäische Batteriezell-Produktion soll bis 2023 stehen

Gründung des Joint Ventures ACC, im Januar 2020 angekündigt, soll die Geburt eines wichtigen Akteurs in der europäischen Batterieproduktion markieren. Akkus mit höchster Leistungsfähigkeit als Ziel, bis 2023.

Mehr Saft! Auf die Zellen kommt es an, beim Thema E-Mobilität. Weswegen PSA und die Total-Tochter Saft jetzt eine europäische Fertigung etablieren wollen. | Foto: Saft
Mehr Saft! Auf die Zellen kommt es an, beim Thema E-Mobilität. Weswegen PSA und die Total-Tochter Saft jetzt eine europäische Fertigung etablieren wollen. | Foto: Saft
Johannes Reichel

Anfang des Jahres angekündigt, jetzt machen die Partner PSA und Opel sowie Total und der Batterispezialist Saft ernst mit der europäischen Batteriezellfertigung. Die Gründung der Tochtergesellschaft ACC soll nach eigenem Bekunden die Geburt eines "wichtigen Akteurs in der europäischen Batterieproduktion" markieren und die Expertise der Partner zur Entwicklung und Produktion von Batterien mit weltweit höchster Leistungsfähigkeit bündeln, wie die ambitionierte Ansage lautet. Diese sollen ab 2023 in Produktion gehen. Dabei geben die Partner offen zu, dass das Projekt profitiert von der Unterstützung der französischen und deutschen Regierungen sowie der europäischen Institutionen. Konkret fließen 1,3 Mrd. Euro an direkter Förderung. Das Projekt erhielt die Zustimmung der europäischen Institutionen durch ein IPCEI-Projekt, das die strategische Bedeutung für die Mobilitätswende belegt. Das gesamte Projekt wird eine Investition von mehr als fünf Mrd. Euro erreichen.

„Der von uns gewünschte Aufbau des europäischen Batteriekonsortiums ist nun Realität und verschafft der Groupe PSA einen Wettbewerbsvorteil mit Blick auf die wachsenden Absätze von Elektrofahrzeugen. ACC ist für die Groupe PSA ein weiterer Schritt auf dem Weg zur CO2-Neutralität“, erklärte Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender der Groupe PSA.

Total und die Batterie-Tochter Saft sollen ihr Know-how in Forschung und Entwicklung sowie in der Industrialisierung einbringen, die Groupe PSA das Wissen über den Automobilmarkt und die Erfahrung in der Produktion. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bordeaux und der Pilotstandort in Nersac (Frankreich) hätten die Arbeit bereits aufgenommen, um die neuen Hochleistungs-Lithium-Ionen-Zelltechnologien zu entwickeln. Am Ende dieser F&E-Phase ist geplant, die Massenproduktion in zwei "Gigafabriken" in Douvrin (Frankreich) und Kaiserslautern (Deutschland) zu starten, was auch bereits angekündigt worden war.

"In Europa verfügen wir über die wesentlichen Fähigkeiten, um die besten Technologien zu entwickeln und uns von asiatischen Wettbewerbern abzuheben“, glaubt Ghislain Lescuyer, Chairman of the Board von ACC.

Neben der Leistungsfähigkeit der Akkus stehen folgende Ziele im Zentrum des hochambitionierten Projekts, mit dem Europa den gewaltigen Rückstand gegenüber Korea, Japan und China in Sachen Batteriezellen schließen will:

  • Die Produktionskapazität weiter zu entwickeln, was für die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auf einen erwarteten Markt in Europa von 400 GW/h bis 2030 (d.h. das 15-fache des derzeitigen Marktes) von wesentlicher Bedeutung ist.
  • Mit einer anfänglichen Kapazität von 8 GW/h und einer kumulierten Kapazität von 48 GW/h an beiden Standorten bis 2030 die industrielle Unabhängigkeit Europas bei Konzeption und Herstellung von Batterien zu unterstützen. Dies entspricht einer Million produzierten Elektrofahrzeugen pro Jahr, d.h. mehr als 10% des europäischen Marktes.
  • ACC als wichtigen Anbieter bei der Belieferung von Herstellern von Elektrofahrzeugen zu positionieren.

 

 

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