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PSA drückt bei Internationalisierung aufs Tempo

Die Gerüchte verdichten sich, dass PSA-Chef Tavares mit Peugeot schneller zurück in die USA möchte als geplant. Ein Schlüssel dazu könnte die Kooperation mit FCA sein.

PSA möchte mit der Marke Peugeot zurück nach Nordamerika. | Foto: Peugeot
PSA möchte mit der Marke Peugeot zurück nach Nordamerika. | Foto: Peugeot
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Gregor Soller

PSA muss weltweit expandieren und das schnell: Schon seit der Opel-Übernahme gibt es Gerüchte, dass PSA-Chef Carlos Tavares zurück in die USA möchte. Und dabei scheint er jetzt aufs Tempo zu drücken, wie das Wall Street Journal in einem Interview erfahren haben möchte. Einst war von 2025 oder 2026 die Rede, jetzt könnte der Markteintritt schon bis 2022 oder 2024 erfolgen. Befeuert wird das durch das durch mehrere Faktoren:

  1. Opel hat (noch) Erfahrung, welche Gesetze, Strukturen und Tests für die USA beachtet werden müssen: Der Insignia wird dort auch als Buick verkauft. Außerdem seien Kundenbefragungen zur Marke Peugeot positiv verlaufen
  2. GM und Ford schwächeln: Ford und GM haben Kompaktfahrzeuge und Elektromodelle vernachlässigt, ein Vakuum, das Peugeot sehr schnell füllen könnte.
  3. Mit Fiat Chrysler Automobiles (FCA) sollen unbestätigten Angaben zu Folge erste Gespräche über eine mögliche "Superplattform" für Elektrofahrzeuge geführt werden. FCA würde technisch vom PSA-Know-How profitieren und könnte im Gegenzug sein Händlernetz in den USA und Kanada für PSA öffnen.

Dabei möchte Tavares Peugeot bewusst möglichst breit aufstellen, um große Käuferschichten anzusprechen. Neben den kompakten Modellen könnten dazu Produkte jenseits von 3008 und 5008 kommen. Auch hier hat Opel (noch) Erfahrungen. Auch neue (Online-)Vertriebswege sollen genutzt werden. Tavares betonte in dem Interview auch, dass für den Markteintritt in Nordamerika aber die Profitabilität oberste Priorität habe. Mit FCA könnte man auch das Transportersegment weiterentwickeln: Der Fiat Ducato wird bereits als Citroen und Peugeot, aber auch als Ram in den USA verkauft. Tavares hielt sich diesbezüglich laut Wall Street zurück und erklärte, dass man „ständig Gespräche mit Partnern“ führe.

Was bedeutet das für Citroen und Opel? Tavares hat noch mehrere „weiße Flecken“ auf der PSA-Weltkarte ausgemacht: So soll Opel laut Insider-Informationen zunächst 20 neue Märkte beackern, darunter auch Russland, wo man ebenfalls von der GM- und Ford-Schwäche profitieren würde. Im China-Geschäft tut man sich generell schwer, während der indische Subkontinent noch komplett unbesetzt ist: Hier böte sich Citroen als Einstiegsmarke an, vielleicht auch mit einem extrem günstigen Sharing-Modell wie dem Ami One Concept. Weiters dürfte Tavares Südamerika und Afrika auf dem Schirm haben. Auch in Südamerika ist von den US-Marken im Volumensegment wenig Aktivität zu erwarten, während man in Afrika vor allem im Nordteil von der französischen Sprache profitiert.

Was bedeutet das?

PSA muss schnell expandieren und hat momentan gute Chancen auf eine rasche Umsetzung. Ob eine Kooperation mit FCA, wo man immer abhängiger von der Marke Jeep wird, mehr Chancen oder Risiken mit sich bringt, wird sich noch zeigen. Der Kooperations- und Wachstumsdruck wächst, seit VW und Ford enger kooperieren und sogar Daimler immer enger mit dem Erzrivalen BMW zusammenrückt und darüber hinaus neue Bande mit dem Miteigentümer Geely knüpft, um Smart weiterführen zu können.  

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