Proton Motor: Neues Brennstoffzellen-System für Schienenfahrzeuge

Die Puchheimer realisieren einen Schienenfräszug mit neuem, auf Wasserstoff basierendem Brennstoffzellen-Antrieb für Personen- und Güterverkehr. Hier ergibt die Fuel Cell und H2 mehr Sinn.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Mitte) vor dem neuen Multistack-System mit Proton Motor-Geschäftsführung (v.l.n.r.) Sebastian Goldner, Roman Kotlarzeweski, Klaus Bury und Manfrad Limbrunner. (Foto: Stefan Geisbauer)
Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Mitte) vor dem neuen Multistack-System mit Proton Motor-Geschäftsführung (v.l.n.r.) Sebastian Goldner, Roman Kotlarzeweski, Klaus Bury und Manfrad Limbrunner. (Foto: Stefan Geisbauer)
Johannes Reichel
von Radosveta Angelova

Die Proton Motor Fuel Cell GmbH hat einen Schienenfräszug mit neuem, auf Wasserstoff basierendem Brennstoffzellen-Antrieb für Personen- und Güterverkehr präsentiert. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wurde dafür zum offiziellen Präsentations-Termin am Betriebsstandort in Puchheim empfangen. Wasserstoff als umweltfreundlicher Energieträger ist auch für die Eisenbahn ein Zugewinn – und das nicht nur beim Personentransport, sondern auch beim Gütertransport. Heute sind vor allem für die Instandhaltung der Schienen innovative Cleantech-Lösungen gefragt, die möglichst abgas- und lärmfrei sind. Nun hat der Technologie-Experte Proton Motor einen Schienenfräszug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb präsentiert, die alternative Antriebslösung sei für das Leitprojekt eines österreichischen Auftraggebers erfolgreich designt und gefertigt worden.

Das maßgeschneiderte Wasserstoff-Brennstoffzellen-System mit 214 kW installierter Leistung – bestehend aus zwei voll redundanten Systemen à 107 kW – soll im Juli 2021 endgültig ausgeliefert werden. In diesem Kontext hat Proton Motor den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Staatsminister des Freistaates Bayern für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, zum offiziellen Präsentations-Termin geladen und empfangen. Zuletzt hatte der bayerische Wirtschaftsminister das Unternehmen zum offiziellen Start der Brennstoffzellen-Serienproduktion im Jahre 2019 zum Zweck des Informationsaustausches besucht. Bei der fachlichen Begutachtung des nachhaltigen Multistack-Systems erklärte Aiwanger gegenüber dem vierköpfigen Proton Motor-Management mit Sebastian Goldner (CTO & COO), Roman Kotlarzewski (Finanzdirektor), Klaus Bury (Business Administration) und Manfred Limbrunner (Direktor Vertrieb und Marketing):

„Proton Motor Fuel Cell fungiert dank langjähriger Erfahrung im Bereich der Brennstoffzellen-Entwicklung und -fertigung als wichtiger Akteur in unserer bayerischen Wasserstoffwirtschaft. Mit seiner innovativen Proton Motor-Technologie beweist das Unternehmen eindrucksstark, dass sich auch im Schienenverkehr klimafreundliche Antriebslösungen realisieren lassen.“

Das saubere „grüne“ und emissionsfreie Brennstoffzellen-System von Proton Motor soll in eine Spezial-Bahnbaumaschine mit rein elektrischem Antrieb integriert werden, wo im Gegensatz zu bisherigen Modellreihen mit Dieselmotoren, gänzlich - sowohl bei der Hochleistungsfräse als auch bei den Arbeitsaggregaten - auf Hydraulik verzichtet wird. Diese Wasserstoff-betriebene Neuheit für die Schiene sei als Antwort auf die immer strengeren behördlichen Reglementierungen betreffend Umweltfaktoren wie Abgase und Lärmbelästigung zu verstehen, so lauten die Angaben von Proton Motor. Besonders in U-Bahn-Tunneln stellt der neue Maschinentyp auf Grundlage zukunftsweisender regenerativer Energieversorgung aus ökologischer Sicht eine Verbesserung zugunsten angestrebter CO2-Neutralität dar. Zudem profitiert das Gesundheitsrisiko der Bedienungsmannschaft im Gleis durch das Null-Emissions-Fräskonzept, bei dem die Staubbelastung wegfällt.

Bayerischer Staatsminister Aiwanger abschließend:

„Bayern setzt sich ehrgeizige Klimaziele und strebt eine konsequente Energie- und Mobilitätswende an. Ich bin überzeugt, dass insbesondere Wasserstoff- sowie Brennstoffzellen-Technologien einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der sektorspezifischen Klimaschutzziele leisten werden. Denn gerade im Schwerlastverkehr mit hohen Fahrzeuggewichten und notwendigen Reichweiten weist der Brennstoffzellen-Antrieb großes Potenzial auf, die Dekarbonisierung des Verkehrssektors zügig voranzutreiben.“

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