Projekt: Conti sondiert Chancen für autonomes Fahren in der City

Konzern setzt die PRORETA-Kooperation mit Universitäten zur Analyse der Potenziale von automatisiertem Fahren in urbanen Einsatzfeldern fort - und stellt sich der größten Herausforderung.

Komplexe Realität: Welche Potenziale das autonome Fahren in der Stadt hat, will Conti mit Uni-Partner eruieren. | Foto: Conti
Komplexe Realität: Welche Potenziale das autonome Fahren in der Stadt hat, will Conti mit Uni-Partner eruieren. | Foto: Conti
Johannes Reichel

Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Darmstadt, der Universität Bremen und der Technischen Universität Iași (Rumänien) hat das Technologiekonzern Continental die Reihe seiner PRORETA-Forschungsprojekte fortgesetzt. Das Projekt widmet sich dem Erkennen komplexer Verkehrssituationen in Innenstädten und wie Algorithmen aus Sensordaten die richtigen Fahrentscheidungen dafür ableiten, wie man skizziert. Das gilt als eine der anspruchsvollsten Aufgaben für das automatisierte Fahren. Bei einer ungeregelten Kreuzung etwa sei es eine Herausforderung, alle für die geplante Fahrtrichtung relevanten Objekte und ihre Bewegungsrichtung, Intention sowie ihren Vorrang ohne menschliches Zutun richtig zu interpretieren. Künstliche Intelligenz (KI) beziehungsweise Artificial Intelligence (AI) spiele dabei eine Schlüsselrolle. KI-Methoden sollen erprobt werden, wo die Umsetzung klassischer Ansätze zu komplex wird oder an Grenzen stößt.

"Der große Vorteil der KI liegt darin, dass sie nach einer Trainingsphase in der Lage ist, aufgrund des Erlernten eigene richtige Schlussfolgerungen auch in unbekannten Situationen zu ziehen", argumentiert der Hersteller.

Das auf dreieinhalb Jahre Laufzeit angelegte Projekt untersucht die Algorithmen der Kognition, Verhaltensvorhersage und Entscheidungsfindung in einem von Continental aufgebauten und ausgerüsteten Demonstrationsfahrzeug. Ziel sei es, zum Projektabschluss im September 2022, die Leistung der neuen KI-gestützten Automation auf Society of Automotive Engineer (SAE) Level 4 anhand möglichst vielfältiger Innenstadtszenarien zu bewerten und damit das Potenzial für den künftigen Einsatz aufzuzeigen, so der Anbieter.

„PRORETA ist ein Erfolgsprogramm. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Mit der jetzigen Ausweitung und Internationalisierung nehmen wir uns der größten Herausforderung im Bereich des automatisierten Fahrens an ­– dem innerstädtischen Fahren“, erklärt Karsten Michels, Leiter Research & Advanced Engineering im Bereich Holistic Engineering and Technologies bei Continental.

Inzwischen habe den zweiten Meilenstein erreicht. Aktuell läuft in Bremen die erste Messkampagne zur Aufzeichnung von Trainingsdaten in dem Prototypfahrzeug mit Software und Hardware von Conti. Das zunächst in Bremen trainierte Fahrzeug wird im Projektverlauf für weitere Testfahrten an die TU Darmstadt übergeben.

„Eine integrale Rolle spielt heute auch die Schnittstelle zwischen Automation und Passagieren im Fahrzeug. Information, Kommunikation und Fahrerbeobachtung im Kontext von Automation und Psychologie sind unauflösbar miteinander verbunden“, skizziert Michels weiter.

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