Power2Drive/BEM: Koppelung von E-Mobilität und Energie forcieren

Messeveranstalter und der Bundesverband eMobilität wollen langfristig kooperieren und im Sinne der Sektorkoppelung die Elektromobilität mit erneuerbaren Energien vorantreiben.

Was zusammengehört: Die Messe Power2Drive will die Sektoren Energie und Mobilität enger verzahnen, auch mit Hilfe der Kooperation mit dem BEM. | Foto: Solar Promotion GmbH
Was zusammengehört: Die Messe Power2Drive will die Sektoren Energie und Mobilität enger verzahnen, auch mit Hilfe der Kooperation mit dem BEM. | Foto: Solar Promotion GmbH
Johannes Reichel

Der Veranstalter der internationalen Fachmesse für E-Mobilität und Ladinfrastruktur Power2Drive und der Bundesverband eMobilität haben eine weitere langfristige Kooperation bekanntgegeben. Man wolle im Sinne der Sektorkoppelung die Elektromobilität mit erneuerbaren Energien vorantreiben, heißt es von den beiden Akteuren. Man sieht aktuell Rückenwind für die Elektromobilität in Deutschland und verweist auf steigende Zulassungszahlen. Allein im September 2020 wurden 21.188 Elektrofahrzeuge laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) neu zugelassen, was einen Rekord darstellt. Der Marktanteil von E-Autos – batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) – soll noch in diesem Jahr auf 10,7 Prozent steigen, 300.000 Neuzulassungen werden erwartet (2019: 108.600) – erklärt man mit Verweis auf die Prognose des Center of Automotive Management (CAM). Im Jahr 2030 könnten in Europa, dem zweigrößten Markt nach China, fast ein Drittel aller elektrisch angetriebenen Fahrzeuge weltweit verkauft werden, prognostiziere Electric Vehicle Outlook 2020 von BloombergNEF.

"Das damit verbundene Marktpotential in Europa – auch für intelligente Ladelösungen und Mobilitätsservices – ist enorm und wird durch politische Programme verstärkt, die Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Technologien fördern", glauben die beiden Player.

Somit habe etwa die Innovationsprämie der Bundesregierung neben weiteren Faktoren wie Steuervergünstigungen offensichtlich dazu beigetragen, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Stromern zu steigern und die Akzeptanz der Elektromobilität zu erhöhen, so die Ansicht von Veranstalter und Verband.

Das Ziel: Energie- und Mobilitätswende unter einem Dach

Als internationale Fachmesse für zukünftige Mobilität im Zusammenhang der Sektorkopplung wolle man den Akteuren einen Rahmen bieten, innovative Technologien und Geschäftsmodelle zu präsentieren. Als Vorteil sieht man dabei, Bestandteil von The smarter E Europe, Europas größter energiewirtschaftlicher Plattform zu sein. Das ermöglich der E-Mobilitätsindustrie, sich mit anderen Branchen der erneuerbaren, dezentralen und digitalen Energiewirtschaft zu verknüpfen, wirbt man weiter. „Die Power2Drive Europe umfasst, was zusammengehört – Energie- und Mobilitätswende unter einem Dach“, votiert auch BEM-Präsident Kurt Sigl.

„Wir freuen uns, mit dem Bundesverband eMobilität einen starken und gut vernetzten Partner an unserer Seite zu haben“, kommentiert Joel Wenske, seit September 2020 Projektleiter der Power2Drive Europe.

Neben diversen Podcasts und Webinaren ist geplant, das sich der Bundesverband eMobilität auf der Power2Drive Europe vom 9. bis 11. Juni 2021 in München an einem Gemeinschaftsstand in der Halle B6 direkt am Eingang Ost präsentiert. Unter dem Motto „Charging the future of mobility“ will die Fachmesse diesmal neben intelligenten Ladelösungen für private und öffentliche Bereiche auch mehr elektrisch angetriebenen Fahrzeuge und Lösungen für E-Flotten vorführen, von E-PKWs und leichten E-Fahrzeugen über elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge bis hin zu umgebauten Spezialfahrzeugen und Marktneuheiten, so das Versprechen.

Enge Verzahnung: PV-Kunden wollen E-Mobilität

Die Messe spiegle die Wechselwirkung zwischen Elektrofahrzeugen und einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieversorgung wider, so der Veranstalter. "Die neue Energiewelt beflügelt die Elektromobilität und umgekehrt", glaubt man. Beide Bereiche profitierten von der Weiterentwicklung der jeweiligen Technologien und verzahnen immer stärker. Etwa, wenn Solardächer günstigen und grünen Strom zum Eigenverbrauch liefern, intelligente Ladelösungen installiert und Mobility Services wie Sharingkonzepte oder Fuhrparkmanagement integriert seien.

Eine aktuelle Analyse von EuPD Research zeige, dass Besitzer neuerer Photovoltaik-Anlagen gezielte Maßnahmen ergreifen, um den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms zu steigern: So hätten oder beabsichtigten mehr als ein Viertel der Käufer einer PV-Anlage im Jahr 2020 die Anschaffung eines Elektroautos. Auf der Power2Drive Europe haben die Akteure sowohl der Energie- als auch der Mobilitätswende die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und innovative Konzepte zu bewerben, damit die Elektromobilität einen nachhaltigen Beitrag zur Emissionsminderung und zum Klima- und Umweltschutz leisten kann.

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