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Power2Drive: Europas Ladeinfrastruktur wächst - braucht aber mehr Schub

Deutschland schließt zu Frankreich auf in Sachen Ladeinfrastruktur, bietet europaweit das beste DC-Netz. Die Niederlande bleiben ganz vorn. Die Messe in München will eine Bühne bieten.

Vor allem in Deutschland wächst die DC-Infrastruktur, auch dank Anbietern wie EnBW, die im Wochentakt neue HPC-Lader eröffnen, idealerweise mit PV-Koppelung. | Foto: EnBW
Vor allem in Deutschland wächst die DC-Infrastruktur, auch dank Anbietern wie EnBW, die im Wochentakt neue HPC-Lader eröffnen, idealerweise mit PV-Koppelung. | Foto: EnBW
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Johannes Reichel

Europa verzeichnet im Ausbau kontinuierlich Fortschritte und nirgends gibt es heute so viele öffentliche Ladepunkte wie in den Niederlanden. Das ergibt eine Analyse des Veranstalters der Dreifachmesse The Smarter E Europe mit der Unterausstellung Power2Drive, die Solar Promotion GmbH. Ingesamt sind in Europa im Jahr 2022 450.478 öffentlich zugängliche Ladepunkte installiert gewesen, mehr als 60 Prozent davon in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Spitzenreiter beim Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur sind nach wie vor die Niederlande mit 111.821 Ladepunkten. Frankreich (83.317) behauptet Platz 2 knapp vor Deutschland (82.609), gefolgt von Italien (30.787). Spanien belegt mit 29.539 Ladepunkten den fünften Platz und verdrängt Schweden aus den Top 5 Ländern Europas.

Alle müssen deutlich zulegen

Allerdings müssten alle Länder kräftig zulegen, wollen sie die Ziele der „Alternative Fuels Infrastructure Regulation“ (AFIR, „Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“) der Europäischen Kommission erreichen, mahnen die Veranstalter. Laut AFIR sollen bis 2025 entlang der wichtigsten Autobahnen im Abstand von 60 Kilometern Schnellladepunkte mit 150 Kilowatt (kW) – insgesamt eine Million Ladepunkte – zur Verfügung stehen. Für das Jahr 2030 sind 3,5 Millionen Ladesäulen anvisiert. Aktuell gibt es in Europa lediglich 47.819 DC-Ladestationen (nach AFIR-Kategorisierung). Um das Ziel der Bundesregierung (2030: 1 Million Ladepunkte) und der Europäischen Union (2030: 3,5 Millionen) zu erreichen, müsse der Ausbau weiter beschleunigt werden, fordern die Veranstalter.

In Flächenstaaten wächst die DC-Infrastruktur

Flächenstaaten wie Deutschland und Frankreich setzen dabei verstärkt auf den Ausbau der Schnellladepunkte, die den Wechselstrom (AC) aus dem Netz direkt in Gleichstrom (DC) umwandeln. DC-Ladestationen mit einer Leistung ab 50 kW bringen schneller mehr Reichweite ins E-Auto als AC-Ladestationen, deren Wechselstrom im E-Auto in Gleichstrom umgewandelt wird. Bei der Zahl der öffentlichen DC-Ladepunkte hat Deutschland europaweit die Nase vorn: Mit 12.833 DC-Ladepunkten gibt es hier deutlich mehr als in Frankreich (8.220), Spanien (5.013), Italien (3.295) oder in den Niederlanden (2.754).

Dafür wollen sie die passende Plattform bereitstellen, mit der Power2Drive Europe, die den Ausbau beschleunigen helfen soll. Über 250 Unternehmen präsentieren dafür auf der internationalen Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität ihre neuesten Produkte und Lösungen. Die Messe findet vom 14. bis 16. Juni 2023 in München statt. Insgesamt sind über 2.200 Aussteller mit dabei und über 85.000 Besucher werden erwartet.

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