Power2Drive 2022: Elexon zeigt 480-kW-Säule virtuell und launcht neuen Controller

Mit gutem Beispiel voran: Statt die neue HPC-Ladesäule mit bis zu 480 kW Leistung samt Ladeschrank nach München zu verfrachten, präsentierten die Aachener das System virtuell. Und brachten einen neuen Controller.

Krönt das Portfolio: Zu den bisher eher "milden" DC-Ladesystemen der Aachener gesellt sich jetzt ein HPC-System, etwa für den Einsatz an Autobahnraststätten. | Foto: Elexon
Krönt das Portfolio: Zu den bisher eher "milden" DC-Ladesystemen der Aachener gesellt sich jetzt ein HPC-System, etwa für den Einsatz an Autobahnraststätten. | Foto: Elexon
Johannes Reichel

Der Aachener Spezialist für Ladeinfrastruktur und Flottenelektrifizierung Elexon hat in München erstmals seine neue HPC-Ladesäule vorgestellt, die bis zu 480 kW Ladeleistung bietet und das Sortiment im DC-Bereich um eine zweiteilige Lösung für Fernstreckeneinsatz oder Autobahnanwendung ergänzt. Bisher bestand das Portfolio im Gleichstromsegment aus einer gewerblichen und robusten All-in-One-Lösung bis 150 kW, die primär auf Flotteneinsatz mit Lkw, Bussen und Transportern zielte sowie eine kompakte und schlanke DC-Anlage für Parkhäuser oder Bürogebäude bis 80 kW oder 2 x 40 kW Leistung.

Der Clou an der Präsentation in München: Der Hersteller transportierte die Hardware nicht unter hohem CO2-Ausstoß physisch auf die Messe, sondern zeigte das System mit einer aufwändig gemachten virtuellen Präsentation per VR-Brille. Die neue, äußerst schlank bauende und Säule mit einem separaten Konzept von Leistungsmodulen und Bedienterminal, wassergekühlten Kabeln bis 500 A, einem OPCC-Kommunikation für das Lastmanagement und einer Leistung bis 480 kW zeigte sich dabei mit vier Tiefenkameras eingebettet in eine Parkhaus-Szenerie wie auch in das reale Straßenbild. Per Controller konnten Besucher*innen das Gehäuse der Säule mit Handgesten "abnehmen" und sich die einzelnen Leistungskomponenten im Inneren des DC-Laders im Detail anzuschauen.

Zukunftssichere Technologie mit Hardware-Upgrades

Ebenfalls in der virtuellen 3D-Welt zeigte man eine neue Controller Generation 2, für die die Aachener eine Vorreiterrolle im Markt reklamieren. Die Technologie soll zukunftssichere wie komfortable mit neuer Technologie nach ISO15118-2/OCPP2.0.1 und wird bereits vertrieben. Eine Alleinstellung sieht man auch für den DC-Doppelllader, der nur einen Controller der Generation 2 benötige, was neben technischen Vorteilen auch Kostenvorteile bei Doppelladestationen bringe. Auch Hardware Upgrades seien problemlos möglich.

Wer jetzt Ladesäulen mit dem aktuellen Controller der Generation 1 (OCPP 1.6) kauft, könne diesen gegen den neuen Controller der Generation 2 (OCPP 2.0.1) upgraden, dank vorausschauender und modularer Hardwareplanung, wie der Hersteller wirbt. Die neue Technologie Auto Charger nehme dabei iele Vorteile der neuen ISO15118-2, vor allem für Dienstwagenflotten mit DC-Ladestationen, vorweg, so der Anbieter weiter. 

Als allgemeine Vorteile der neuen Technologie sieht man, dass die Abrechnung nicht mehr auf den Benutzer bezogen sein muss und die Telemetriedaten vom Fahrzeug zum Controller, Betreiber oder Hersteller übermittelt werden (z.B. Ladestand der Batterie) können. Updates lassen sich zudem auf das Fahrzeug übertragen und auch Vehicle-to-Grid wird möglich. Insgesamt soll es eine genauere Steuerung des Ladevorgangs geben, die Technologie ist zudem abwärtskompatibel. Zusätzlich präsentierte man das neue Display der Display der AC-Ladesäule auf der Messe.

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