Power2Drive 2021: mer bündelt Kräfte unterm Statkraft-Dach

Die von Statkraft unter der Marke mer gebündelten Ewald und eeMobility unterstreichen auf der Messe ihre Ambitionen beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und wollen ein Wörtchen mitreden - europaweit. In Deutschland soll an Tank & Rast-Standorten ein HPC-Netz entstehen.

Mer drin: Mit der Finanzpower des norwegischen Statkraft-Konzerns greift die in Deutschland neue Marke mer im Ladeinfrastrukturmarkt an - und bündelt das Know-How von E-WALD und eeMobility. | Foto: J. Reichel
Mer drin: Mit der Finanzpower des norwegischen Statkraft-Konzerns greift die in Deutschland neue Marke mer im Ladeinfrastrukturmarkt an - und bündelt das Know-How von E-WALD und eeMobility. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Die unter dem Dach der Statkraft-Tochter mer gebündelten Unternehmen Ewald und eeMobility haben die Power2Drive genutzt, um nach der IAA Mobility ein weiteres Mal für ihr breites Portfolio im Bereich öffentlicher Ladeinfrastruktur zu werben. Mit den weiteren Geschwistern in Ländern wie Norwegen, Schweden und Großbritannien sieht man sich als führendes Elektromobilitätsunternehmen in Europa  und hat sich auf die Fahnen geschrieben, grüne Lade- und Infrastrukturlösungen für jeden Standort und jeden Anwendungsfall zu entwickeln, von der öffentlichen Ladeinfrastruktur, Ladeinfrastruktur für Unternehmen, EV-Komplettlösungen für Zuhause und unterwegs, wobei man auf 100 Prozent erneuerbare Energien setzt. Man verweist auf die jahrelange Erfahrung im Bereich der Elektromobilität, mit der man komplexe Lade- und Energieprozesse in Lösungen zu überführen will, die für den Kunden einfach und leicht zu benutzen seien.

Treibende Kraft hinter Mer ist das norwegische Staatsunternehmen Statkraft, nach eigenen Angaben Europas größter Produzent Erneuerbarer Energien. In der Mer-Gruppe will man nun das strategische und technische Knowhow verschiedener europäischer Elektromobilitätsunternehmen unter einem Dach bündeln. Auf der DC-Seite setzt man dabei auf die bewährte Hypercharger-Hardware von Alpitronic, auf der AC-Seite primär auf eichrechtskonforme Keba-Komponenten, ist hier aber auch nach Kundenwunsch offen, wie es am Stand heißt. Man profitiere hier sehr stark von den Erfahrungen in Norwegen und Schweden gerade was die "Uptime" der Ladepunkte betreffe und könne hier Fehler vermeiden und wertvolle Synergien schöpfen.

Breit aufgestellt: E-WALD und eeMobility bringen Know-How ein

Gesplittet ist das Unternehmen in mehrere Bereiche: Aus der E-WALD GmbH ging die Mer Germany hervor, die sich als einen der führenden deutschen Systemdienstleister mit einem skalierbaren, ineinandergreifenden Baukasten-Portfolio für Elektromobilität sieht und etwa die Projektierung und der Betrieb öffentlicher, halböffentlicher und privater Ladeinfrastruktur sowie die Konzeption und Umsetzung von EV-Konzepten wie etwa individuelle Mobilitäts- und Sharingmodelle für Unternehmen, Kommunen oder Stadtwerke anführt. Lösungen für Abrechnung, Roaming und Lastmanagement ist selbstverständlich. Zudem will man auf den Raststätten von Tank & Rast ein eigenes Hochleistungsladenetz ausbauen und ist als Betreiber einer eigenen eCarsharing-Flotte aktiv.

Als deutsche Schwester bündelt die Mer Solutions GmbH das Know-How der früheren eeMobility, die seit 2015 ganzheitliche Lösungen für Unternehmen bei Elektrifizierung von Dienstwagenflotten anbietet. Dazu gehören Komplettlösungen, die dem Fahrer das Laden zu Hause, auf dem Firmengelände und an öffentlichen Ladepunkten ermöglichen. Zudem soll hier das Knowhow im Bereich des netzoptimierten Ladens einen raschen Ausbau der Elektromobilität ohne teuren Netzausbau und eine effizientere Nutzung Erneuerbarer Energien ermöglichen.

Von Norwegen nach Europa: Statkraft als treibende Kraft

2009 als Grønn Kontakt gegründet, ist die Statkraft-Tochter Mer Norway einer der führenden Ladebetreiber in Norwegen. In dieser Zeit hat man weit über 260 Schnellladestationen in ganz Norwegen, einem der Elektromobilitätspioniere in Europa, aufgebaut. Neben dem landesweiten Ladesystem bietet man auch intelligente Ladelösungen für Wohnungsbaugenossenschaften oder Unternehmen an. Mer Sweden AB entstand wiederum aus dem schwedischen Grön Kontakt AB. Dank des Transfers der umfangreichen Erfahrungen und Kenntnisse aus dem norwegischen Markt habe sich der Anbieter mit seinen intelligenten Ladelösung schnell in einem dynamisch wachsenden Markt etablieren können. Im Februar 2021 wurde das Angebot durch den Zukauf von 51 Prozent der Bee Charging Solutions ergänzt. Vorbehaltlich der ausstehenden Genehmigung der Transaktion entstehe so einer der größten Ladenetz-Betreiber in Schweden, wirbt man.

Mer UK wiederum enstand aus Gronn Kontakt UK und wurde im März 2020 gegründet. Das Unternehmen bietet das Laden von öffentlichen und gewerblichen Elektrofahrzeugen an und operiert in Großbritannien und England mit dem Ziel, auch hier den Umstieg auf die Elektromobilität durch den Einsatz von Ladestrom aus Erneuerbaren Energien so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Die staatliche Statkraft verweist auf über 125 Jahre Erfahrung als Erzeuger Erneuerbarer Energien. Die wirtschaftliche und ökologische Transformation hin zu 100 Prozent Erneuerbarer Energien in Europa werde derzeit von mehr als 4000 Statkraft-Mitarbeitern in 17 Ländern gestaltet, heißt es aus dem Unternehmen. Unter anderem versorgt der Energiekonzern die Ladestationen von Mer Norway und Mer Sweden mit Erneuerbarer Energie, um CO2-Emissionen zu reduzieren und den Übergang zur Elektromobilität für eine nachhaltige Zukunft zu beschleunigen. 

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