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Power2Drive 2019/EES: GP Joule veredelt Windstrom zu Wasserstoff

Energiespezialist zeigt Beispiele, wie sich die Sektoren Stromerzeugung und Mobilität bereits heute koppeln lassen - etwa mit der Umwandlung von regionalem Windstrom in Wasserstoff, der für E-Fahrzeuge genutzt wird.

Mehr drin: Der Elektrolyseur der GP Joule-Tochter H-Tech-Systems solle einen Gesamtwirkungsgrad von 95 Prozent erreichen. | Foto: J. Reichel
Mehr drin: Der Elektrolyseur der GP Joule-Tochter H-Tech-Systems solle einen Gesamtwirkungsgrad von 95 Prozent erreichen. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Die nordfriesische GP JOULE Gruppe aus Reußenköge hat die kombinierte Plattform der Messe Intersolar/EES und Power2Drive dazu genutzt, Lösungen für Sektorkopplung vorzustellen, mit der sich Energie- und Verkehrssektor verknüpfen lassen. Darunter findet sich auch ein Verbundvorhaben für die Integration einer dezentralen Wasserstoffinfrastruktur in Nordfriesland. Dabei wird lokal produzierter Windstrom per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und für den Einsatz in Fahrzeugen zur Verfügung gestellt. Der Elektrolyseur mit einer Leistung von 225 kW, der dabei ab Ende 2019 an den fünf Windkraftstandorten zum Einsatz kommt, wurde realisiert auf Basis eines 20-Fuß-Wechselbrücken-Containers. Er stammt von der Tochter-Firma H-Tec Systems, in die jüngst mit MAN Energy Solutions ein neuen Investor eingestiegen war. Das System war auf der Messe als Querschnittsmodell ausgestellt.

"Dieses erweiterbare und auf andere Regionen übertragbare Projekt stärkt die regionale Wertschöpfung durch Veredelung des erneuerbaren Stroms in den Energieträger Wasserstoff", erklärte der Anbieter den Hintergrund des Vorhabens.

Das System produziert täglich bis zu 100 kg "grünen" Wasserstoff aus überschüssigem EE-Windstrom, der für den Betrieb zweier Brennstoffzellen-Buse im Linienverkehr zwischen Husum und Niebüll oder für den Vertrieb an zwei lokalen Tankstellen von Privat-Fahrern genutzt werden kann. Der Transport zu den Tankpunkten soll per Lkw in mobilen Speichercontainern erfolgen. Das besondere an der kompakten Elektrolyse-Einheit ist, dass auch die anfallende Abwärme genutzt wird, was den ohnehin hohen Wirkungsgrad der Anlage von laut Hersteller 74 Prozent auf 95 Prozent steigern soll. Bisher galt vor allem der hohe Energieverlust bei der Herstellung von Wasserstoff als das größte Manko der Technologie für einen breiteren Einsatz.

„Das Zukunftsgeschäft liegt bereits bei der Projektierung von PV- wie auch anderen EE-Anlagen in einer von vornherein mitgedachten Sektorkopplung“, meint GP Joule-Mitgründer und CEO Ove Petersen.

Er sieht große Chancen in der Veredelung von EE-Strom durch Power-to-X-Konzepte zur Kopplung mit den Sektoren Verkehr, Industrie und Wärme.

Passgenau: Fuhrparkanalyse mit Datenloggern

Darüber hinaus zeigte die Tochter GP Joule Connect ihr Portfolio für den Umstieg auf einen E-Fuhrpark, der Aufbau eines attraktiven E-Sharing/-Pooling-Systems für Quartiere oder die Einführung der E-Mobilität in Kommunen. Dabei beansprucht der Anbieter für sich, Ladeinfrastrukturen, Fahrzeugmodelle oder ein ganzheitliches Power2Mobility-Konzept von vornherein passgenau für individuelle Bedarfe planen zu können.

In Kooperation mit dem TÜV Austria  ermöglicht die E-Fuhrpark-Analyse des Anbieters den individuellen Mobilitätsbedarf des künftigen E-Flottenbetreibers. Die Daten würden durch reale Fahrsituationen erhoben, wofür man portable GPS-Logger in den Dienstfahrzeugen montiert. Anschließend erfolgen Abgleich und Anreicherung dieser Daten mit den vom TÜV Austria ermittelten tatsächlichen Reichweiten von E-Autos und mit den aggregierten Daten aller öffentlicher Schnellladestationen, skizziert der Anbieter weiter. Auf dieser Grundlage sollen zielgerichtete, herstellerunabhängige Empfehlungen zur benötigten Ladeinfrastruktur und deren Wirtschaftlichkeit sowie zu CO2-Einsparungen entstehen. Darüber zeigte man die Möglichkeiten für dezentrale Energieerzeugung inkl. Verwendung von Speichern zur Optimierung der Gesamtkosten dar.

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