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Porsche SE unterstützt Kurs von Diess

Bei Vorstellung der Jahresbilanz sichert Porsche-SE-Chef Hans Dieter Pötsch den radikalen E-Mobilitätsplänen von VW-Chef Herbert Diess "uneingeschränkte Unterstützung" zu. Aussprache auf Chefebene soll gemeinsame Linie der Hersteller ausloten. Politik zeigt sich uneinig.

VW-Schiff soll Kurs halten: Der größte Aktionär Porsche SE unterstützt den Umbau des Konzerns zur E-Mobilitätsmarke. | Foto: VW
VW-Schiff soll Kurs halten: Der größte Aktionär Porsche SE unterstützt den Umbau des Konzerns zur E-Mobilitätsmarke. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Der größte VW-Aktionär, die Holding Porsche SE hat den radikalen E-Mobiltätskurs des VW-Vorstandsvorsitzendem Herbert Diess gestützt und ihm "uneingeschränkte Unterstützung" zugesagt. Der VW-Aufsichtsrat und Vorstand der Porsche SE Hans Dieter Pötsch erklärte bei der Vorstellung der Jahresbilanz, man woll ein "konsensuales Lösungspapier" erstellen, das allerdings auf dem umstrittenen Thesenpapier von VW-Chef Diess basieren solle. Aus Pötsch' Sicht gebe es keinen Plan B. "Wir werden das so durchziehen", ließ er verlautbaren.

Der SE-Vorstand verkündete ansonsten eine Steigerung des Gewinns von 3,3 auf 3,5 Milliarden Euro, ein Ergebnis, das auch durch die Erhöhung der Beteiligung an Volkswagen auf 53,1 Prozent bedingt sei.

„Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass der Volkswagen Konzern über ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial verfügt und dass seine aktuelle Bewertung am Kapitalmarkt dies nicht widerspiegelt", meinte Pötsch.

Daneben führte man das Investment in den Software-Spezialisten PTV Group ins Feld. Als langfristig orientierter Investor unterstütze man die PTV in ihrer Entwicklung vom reinen Softwareanbieter zu einem Anbieter von plattformbasierten Lösungen, skizzierte Pötsch.

"Hier sehen wir großes Potenzial. Somit investiert die Porsche SE in das Mobilitätsmanagement der Zukunft, das auch für Automobilhersteller wie den Volkswagen Konzern immer relevanter wird.“

Zudem sieht sich die Holding weiter mit Anlegerklagen beim Thema Diesel-Manipulationen konfrontiert. Insgesamt seien 198 Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart und einige weitere Verfahren vor dem Landgericht Braunschweig anhängig. Gefordert werde Schadensersatz in Höhe von insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro. Die Porsche SE ist außerdem Musterbeklagte in einem beim OLG Braunschweig zur Dieselthematik durchgeführten Musterverfahren.

Spitzentreffen der Hersteller VW, BMW und Daimler

Im Streit um Strategie und Tempo der Transformation soll jetzt wohl eine Aussprache auf Chefebene zwischen VW, BMW und Daimler ausloten, ob es doch eine gemeinsame Linie geben kann. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. Es könnte auch um eine Vorentscheidung gehen, ob VW Mitglied des Branchenverbands VDA bleibe, spekuliert das Blatt. Auch VDA-Präsident Bernhard Mattes soll an dem Termin teilnehmen.

Lob erhielt Diess für seinen Vorstoß von der SPD sowie den Grünen. SPD-Fraktionsvize würdigte, dass sich ein "Hersteller mit Weltrang so eindeutig positioniere". Er würde sich so viel Klarheit auch vom VDA wünschen. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer lobte:

"Der VW-Chef zeigt Mut und tut das richtige. Wer die Technologiefrage beim Pkw offen halten will, verschläft die Zukunft und vergeudet finanzielle Mittel", befand der Oppositionspolitiker.

Dagegen erscheint die Union in der Frage eher gespalten zu sein. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) betont stets die sogenannte "Technologieoffenheit" bei den Antrieben, wohingegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier formal ebenfalls "Technologieoffenheit" propagiert, andererseits eine eigene Batteriezellenfertigung in Deutschland zu einem Kernprojekt seiner Amtszeit gemacht hat.

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