Porsche forciert Bike & Micromobility - Joint Ventures mit Ponooc geplant

Nach dem Einstieg bei Fazua plant der Sportwagenbauer auch zwei Joint Ventures mit der Pon-Tochter: Eines zur Entwicklung hochwertiger Porsche E-Bikes. Ein weiteres auf dem Feld der Mikromobilität.

Auto und Fahrrad: Unter ganzheitlicher Mobilität versteht Porsche immer mehr auch das Bike sowie Mikromobile und baut seine Aktivitäten in dem Bereich aus. | Foto: Porsche
Auto und Fahrrad: Unter ganzheitlicher Mobilität versteht Porsche immer mehr auch das Bike sowie Mikromobile und baut seine Aktivitäten in dem Bereich aus. | Foto: Porsche
Johannes Reichel

Nach der Übernahmen von 20 Prozent der Anteile am Münchner E-Bike-Antriebsspezialisten Fazua hat der Automobilhersteller Porsche ein weiteres Vorhaben im Fahrradbereich verkündet. Mit Ponooc planen die Zuffenhausener jetzt die Gründung von zwei Joint Ventures, die im Bereich der Elektromobilität tätig sein werden. Das erste Joint Venture soll eine künftige Generation von hochwertigen Porsche-eBikes entwickeln, herstellen und vertreiben. Das zweite Unternehmen werde sich auf technologische Lösungen für den schnell wachsenden Markt der Mikromobilität konzentrieren, heißt es von den Schwaben weiter. Mit diesen Schritten treibe man seine E-Mobilitätsstrategie ganzheitlich voran, bekräftigen die Zuffenhausener.

Im Herbst 2021 übernahm man die Rimac-Schwester Greyp E-Bikes

Im November 2021 hatte der Hersteller bereits die Übernahme am Hersteller von hochwertigen E-Bikes Greyp aus Kroatien verkündet, bei dem man 2018 mit 10 Prozent Risikokapital eingestiegen war. Die Investition wurde 2018 zeitgleich mit dem Einstieg in die Schwestergesellschaft Rimac Automobili getätigt. Im Herbst 2021 lag Greyp ein Übernahmeangebot eines Drittinvestors vor. Porsche habe deshalb vertraglich vereinbarte Vorerwerbsrechte ausgeübt, um mit der mehrheitlichen Übernahme von Greyp die Aktivitäten im Bereich eBikes auszubauen. Neben Porsche als Mehrheitseigner blieben lediglich Mate Rimac und weitere Greyp-Gründer an dem Unternehmen beteiligt.

Technik von Porsche trifft Branchenexpertise

Im Jahr 2019 stellte das Unternehmen mit dem Taycan den ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke vor. Fast 40 Prozent der 2021 in Europa ausgelieferten Porsche Fahrzeuge waren bereits elektrifiziert – als Plug-in-Hybride oder vollelektrische Modelle. Weltweit liegt der Anteil bei knapp 25 Prozent.

Man sieht aber auch den E-Bike-Markt als Wachstumsbranche und will das Know-how verstärkt in diesem Segment einsetzen. Die Stratgie sei dabei, die Expertise von Porsche zu ergänzen durch das marktspezifische Wissen von Fazua im Bereich der Antriebssysteme und von Ponooc, das über ein breites Portfolio an Beteiligungen im Bereich Mikromobilität und Mobilitätsplattformen verfügt. Die Gründung der Joint Ventures sowie die Fazua-Transaktion stehen unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden. Solange diese Prüfungen nicht abgeschlossen sind, werde man keine weiteren Details bekannt geben.

Die niederländische Gesellschaft Ponooc konzentriert sich auf nachhaltige Energie- und Mobilitätslösungen und ist Teil der Pon Holdings B.V. – einem Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit etwa 16.000 Mitarbeitern, das unter anderem in der Fahrradindustrie und im Automobilgeschäft tätig ist.

Unabhängig von diesen Aktivitäten wolle man bei seinen aktuellen eBike-Modellen weiterhin in bewährter Weise mit dem langjährigen Partner Rotwild zusammenarbeiten, betonten die Zuffenhausener. Im März 2021 launchte das Unternehmen mit dem Porsche eBike Sport und dem eBike Cross seine eigene Interpretation exklusiver Elektrofahrräder. Darüber hinaus baut die Porsche Digital GmbH unter der Marke Cyklær eine Plattform für digitale Dienste rund um das Fahrraderlebnis auf, deren Ergebnis auch auf der IAA Mobility in München zu sehen war in Form eines voll vernetzten und mit Kameras ausgestateten, smarten Gravel-Bikes, das in Kooperation mit Storck, Fazua, Greyp und Porsche Digital entstanden war. 

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