Porsche erhöht Beteiligung an Rimac Automobili

Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat zugestimmt, die Beteiligung an Rimac Automobili von 15 auf 24 Prozent zu erhöhen.

Rimac-Gründer Mate Rimac darf sich freuen: Porsche investiert weiter und hält künftig 24 statt 15 Prozent. Trotzdem bleibt Rimac unabhängig. | Foto: Porsche
Rimac-Gründer Mate Rimac darf sich freuen: Porsche investiert weiter und hält künftig 24 statt 15 Prozent. Trotzdem bleibt Rimac unabhängig. | Foto: Porsche
Gregor Soller

Porsche erhöht seine Anteile an Rimac weiter: Das kroatische Unternehmen entwickelt und produziert Hightech-Komponenten für die Elektromobilität – darunter Hochleistungs-Antriebe und Batteriesysteme. Zudem stellt es elektrisch betriebene Supersportwagen her. Bereits 2018 stieg Porsche als Investor bei Rimac ein und hat im September 2019 seine Anteile auf 15 Prozent aufgestockt. Die erneute Kapitalerhöhung verdeutlicht laut Porsche „die Ausweitung der strategischen Partnerschaft“. Porsche investiert weitere 70 Millionen Euro. Damit hält der Sportwagenhersteller künftig 24 Prozent der Anteile, übt aber keinen beherrschenden Einfluss aus.

Rimac kann vor allem Prototypenbau und Kleinserien. Auch eine Entwicklung künftiger Bugatti-Modelle unter dem VW-Konzerndach wird den Kroaten zugetraut. Dazu könnten auch Entwicklungen für künftige Porsche-Hypercars kommen. Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Finanzen und IT der Porsche AG, erklärt dazu:

„Mit Mate Rimac und seinem Team haben wir einen wichtigen Partner an unserer Seite, der uns insbesondere bei der Entwicklung von Komponenten unterstützt. Rimac ist auf dem besten Weg, ein Tier-1-Lieferant für Porsche und andere Hersteller im Hochtechnologie-Segment zu werden. Erste Aufträge zur Entwicklung von höchst innovativen Serien-Komponenten hat Porsche bereits an Rimac vergeben.“

Von der künftig noch engeren Zusammenarbeit sollen laut Meschke beide Seiten profitieren:

„Mate Rimac inspiriert uns mit seinen innovativen Ideen. Umgekehrt profitiert er von unserem Know-how in Sachen Produktion und Methodenkompetenz in der Entwicklung.“
 

Porsche geht hier innerhalb des VW-Konzerns durchaus ein Stück weit eigene Wege und investiert verstärkt in junge Unternehmen mit Potenzial. Aktuell ist der Sportwagenhersteller über seine Wagniskapitaleinheit Porsche Ventures bereits an mehr als 20 Start-ups und acht Venture Capital Fonds beteiligt. „Unsere Investition in das Unternehmen Rimac hat sich als absolut richtig herausgestellt“, betont Lutz Meschke und ergänzt:

„Der Wert ist seit unserem Einstieg um ein Vielfaches gestiegen. Das Unternehmen hat sich technologisch sehr gut entwickelt. Unsere Zusammenarbeit bauen wir Schritt für Schritt aus, dabei profitieren wir auch von der Innovationskraft von Rimac.“
 

Auch Firmengründer Mate Rimac begrüßt das weitere Engagement Porsches:

„Porsche ist seit 2018 ein großer Unterstützer unserer Firma und es war immer ein Privileg, dass eine der bekanntesten Sportwagenmarken der Welt ein Teil von Rimac ist. Wir sind stolz darauf, gemeinsam an neuen aufregenden und elektrifizierten Produkten zu arbeiten. Da wir viele Autohersteller weltweit als Kunden haben, ist es sowohl für Rimac als auch für Porsche wichtig, dass wir ein völlig unabhängiges Unternehmen bleiben. Die Partnerschaft mit Porsche hilft dem Unternehmen, sich zu entwickeln und zu wachsen, was für alle unsere Kunden von Vorteil ist."

Mate Rimac hat das nach ihm benannte Unternehmen 2009 im Alter von 21 Jahren gegründet. Zuvor hatte er als Schüler und Student bereits an seiner Vision des elektrisch angetriebenen Supersportwagens gebastelt. Heute beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Sveta Nedelja bei Zagreb fast 1.000 Mitarbeiter. Rimac Automobili entwickelt und fertigt Supersportwagen mit bis zu 1.914 PS, 2.300 Nm Drehmoment und einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 400 km/h. Zudem liefert Rimac Technologien und Systeme für mehrere namhafte Hersteller von Elektro-Automobilen zu.

Was bedeutet das?

Mit der Beteiligung an Rimac hat Porsche Zugriff auf Kompetenz im Segment der Elektroantriebe und Hypercars, ohne sich finanziell zu stark zu binden. Aktuell stärkt das Engagement beide Unternehmen, und das umso mehr, als die Börse Porsche gerne separat vom VW-Konzern sähe und die Zuffenhausener Marke dann auch höher bewerten würde. Dazu könnte man Bugatti und Lamborghini packen und hätte eine separate Hypercarschmiede, die schneller und agiler als der Gesamtkonzern agieren könnte. Klug, dass der wiederum jeder seiner Marken eigene „Experimentierfelder“ überlässt.

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