Polestar Space München setzt auf E-Mobilitätsboom und die IAA

Seit Anfang März kann man die nordischen E-Autos im Münchener Showroom schon besichtigen, nun auch offiziell. Man setzt auf den E-Mobilitätsboom an der Isar, auch im Kontext der IAA.

In den Polestar Spaces beraten kommissionsfreie Experten ohne Verkaufsdruck vor Ort zu den Fahrzeugen ebenso wie zum Thema Elektromobilität, wie Polestar-Deutschland-Chef Alexander Lutz darlegte. | Foto: Polestar
In den Polestar Spaces beraten kommissionsfreie Experten ohne Verkaufsdruck vor Ort zu den Fahrzeugen ebenso wie zum Thema Elektromobilität, wie Polestar-Deutschland-Chef Alexander Lutz darlegte. | Foto: Polestar
Bettina Brunner

Am Färbergraben sind zur offiziellen Eröffnung des Polestar Space die Modelle Polestar 1 und Polestar 2, letzerer in zwei verschiedenen Ausführungen, zu sehen. Statt eine klassische rote Schleife zu zerschneiden, öffnete Alexander Lutz, Managing Director Deutschland, zur Store-Eröffnung einen gelb-goldenen Gurt, zusammen mit Harald Krist, Geschäftsleitung Autohaus München, das man sich als ortsansässigen Betreiber und erfahrenen Partner aus dem Premiumsegment gesichert hat und das auch als lokaler Servicepartner fungiert.

„Mit den Polestar Spaces schaffen wir eine Schnittstelle zwischen Online-Vertrieb und stationärem Handel", erklärt Lutz das Konzept.

Das farbige Detail wiederholt sich im gesamten Store wie in den Polestar-Modellen selbst, über kunstvolle Aufnahmen einzelner Fahrzeugteile bis hin zur Innenausstattung der Fahrzeuge selbst. Die Gastgeber verweisen auf die Bedeutung des "Schwedischen Goldes" als wiederkehrenden Akzent, der das sonst so cleane schwedische Design unaufdringlich kontrastieren und eine Geste Richtung Mutterkonzern Volvo darstellen soll.

Gute Start-Bedingungen für E-Mobilität in München

München biete mit der örtlichen Ladeinfrastruktur generell bereits ideale Voraussetzungen für die Mobilitätswende, argumentiert die Volvo-Schwestermarke. Einer Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zufolge gab es in München Anfang 2020 bereits 1.286 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos und Plug-In-Hybridfahrzeuge – damit lag die Stadt nach Berlin an der Spitze in Deutschland. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur habe in Deutschland auch trotz der Corona-Krise weiter Fahrt aufgenommen – mittlerweile liegt die Zahl der öffentlichen Ladepunkte im ganzen Land bei knapp 40.000, ein Zuwachs um gut 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Gastgeber der diesjährigen IAA wolle die Stadt München als gutes Vorbild vorangehen und dazu gehörten nach dem Dafürhalten von Polestar auch mehr Elektroautos im Stadtbild, das heißt ebenso auf die Straße wie in die Innenstadt, wie der Hersteller befindet.

Interaktion mit Kunden

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Bestimmungen gelten auch im Polestar Space München, wie in den Pendants in Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und Köln die Click & Meet-Bestimmungen. Probefahrten sind trotzdem möglich. Das ist nicht unwichtig für die junge Marke, gibt Lutz zu verstehen. Im Gegensatz zu etablierten Brands greift Polestar noch auf keinen konkreten Kundenstamm zurück, Produktinteraktion sei somit erfolgsentscheidend. Deshalb setzt die Marke auch auf einen äußerst zugänglichen, intuitiven gestalteten Online-Auftritt.

Der Weg zum Fahrzeug soll für Interessent:innen so einfach wie möglich gestaltet werden. Lutz verweist im Besonderen auf den Konfigurator, über welchen sich die Polestar-Modelle je nach Präferenz ausstatten lassen. Nicht nur sei das im Vergleich zur Konkurrenz besonders leicht, auch die Lieferzeiten seien mit einer Wartezeit zwischen acht und zehn Wochen entsprechend kurz. Harald Krist erklärt, dass vorkonfigurierte Modelle bereits zwischen drei und vier Wochen geliefert werden können. Der Polestar 2 fangt bei etwa 54.925 Euro an, mit einer 408 PS-Leistung.

In München schon 300 Modelle übergeben

Aktuell sind so schon 300 Modelle in München übergeben worden. Ob man eine bestimmte Zielvorgabe habe? Lutz verneint, als exklusive Performance-Marke, die auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt, gehe es nicht um Umsatzmaximierung. Der Umweltgedanke soll gelebt werden, auch beim Absatz. Das spiegelt sich ebenso in der Ausstattung der Polestar-Modelle wieder, welche in Teilen aus recycelten Fischernetzen und PET besteht. Für die Armaturen komm Flachs zum Einsatz, welches deutlich leichter als Plastik ist und sich somit auch positiv auf das Gesamtgewicht auswirkt. 

"Wir haben eine Mission, die weit mehr als das Produkt ist. Denn das Produkt ist nur ein Aspekt der Mission Nachhaltigkeit. Wenn wir eines während Corona gelernt haben, dann, dass unser Verhalten den größten Unterschied macht. Durch die geringen Reisen wird die Natur mehr geschützt. Um das weitläufiger umzusetzen, haben wir eine einzigartige Partnerschaft - zwischen Geely und Volvo. Eine Investition aus Investment, Optimismus, Schnelligkeit und Erfahrung aus über 100 Jahren Automobilbau", wirbt Deutschlandchef Alexander Lutz.

Zur Realisierung des Polestar-Ansatzes seien auch die Investoren ein entscheidender Faktor und verweist auf die Auto Eder Gruppe als lokalen Partner. 

"Die Initialzündung dieser Partnerschaft ist schon vor zwei Jahren entstanden. Es ist etwas Neues auf dem Markt und da wollten wir dabei sein. Die Vertriebsstruktur ist neu, die Produkte sind einzigartig. Es ist nicht nur eine Auto-Brand, sondern eine völlig neue Philosophie", erklärt Harald Krist, CEO von Autohaus München.

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