Polestar 2 startet in den Verkauf - günstiger als Volvo XC40

Parallel zum Volvo XC40 Recharge nimmt auch der Elektro-Crossover der Schwestermarke, der Polestar 2, Fahrt auf, allerdings 4.000 Euro günstiger. Auslieferung der ersten Fahrzeuge für Sommer geplant.

Was bin ich? Irgendwo zwischen SUV und Fließheck-Limousine rollt der Polestar 2 auf den Markt - und setzt unter den Volvo-Preisen an. | Foto: Polestar
Was bin ich? Irgendwo zwischen SUV und Fließheck-Limousine rollt der Polestar 2 auf den Markt - und setzt unter den Volvo-Preisen an. | Foto: Polestar
Johannes Reichel

Fast zeitgleich mit dem verschwisterten Elektro-SUV Volvo XC40 Recharge geht auch der Polestar 2 der neuen Elektro-Marke im Geely-Konzern und innerhalb der Volvo Car Group in den Verkauf. Tendenziell setzt der Hersteller seinen Crossover, den der Hersteller als "Fließheck-Limousine" bewirbt, allerdings preiswerter an: Er startet bei 57.900 Euro statt der 62.000 Euro, die Schwester Volvo für den XC40 Recharge in der sportiven und höherwertigen R-Line-Ausstattung aufruft. Das 4,60 Meter lange und 1,98 Meter breite sowie 1,48 Meter hohe Modell wird primär online vertrieben und bestellt, daneben gibt es sogenannte Polestar-Spaces, in denen Kunden sich beraten lassen und Probefahrten vereinbaren können. Dazu wirbt man mit einer Umweltprämie von 5.000 Euro, die hälftig vom Staat und vom Hersteller übernommen wird. Die Leasingrate beträgt 599 Euro pro Monat ohne Anzahlung, basierend auf einer Laufzeit von 48 Monaten und 10.000 km pro Jahr, inklusive drei Jahre regelmäßige Wartung und Instandhaltung sowie Abholung und Lieferung.

Geschickter Plattform-Tausch: CMA-Basis wie Volvo

Das technische Package des Polestar 2 ist auf Basis der CMA-Architektur des Geely-Konzerns identisch: Zwei Elektromotoren, einem an der Vorderachse und einem an der Hinterachse, entwickeln 408 PS und 660 Nm Drehmoment, der SUV soll in unter fünf Sekunden auf 100 km/h spurten, der Allradantrieb für gute Traktion und Fahrdynamik sorgen. Die fünftürige Fließheck-Limousine ist mit einer 78-kWh-Batterie ausgestattet und verfügt über eine kombinierte Reichweite von bis zu 470 Kilometern WLTP.
 

Premiere: Google Android an Bord

Wie im XC40 feiert auch im Polestar 2 das Infotainmentsystem Google Android-Basis Premiere. Es ermöglicht dem Fahrer den Zugriff auf integrierte Google Dienste wie Google Assistant, Google Maps und den Google Play Store. Die Interaktion mit der neuen Benutzeroberfläche erfolgt über eine Sprachsteuerung und einen 11-Zoll-Touchscreen.

Das Fahrzeug verfügt über gesamt 440 Liter Laderaum: 405 Liter (XC40 413 l) hinter der breiten Heckklappe und weitere 35 Liter finden vorne Platz, im sogenannten Frunk (XC40 31 l). Zudem lässt sich ein Dachgepäckträger ordern, um so zusätzliche 75 kg Ladung aufzunehmen. Optional kann eine elektrische Anhängerkupplung bestellt werden. Die zulässige gebremste Anhängelast von bis zu 1.500 kg ist das höchste im Segment der Kompakt-Elektroautos, entspricht aber auch dem XC40.

Erst vor kurzem hatte Polestar bestätigt, dass die Produktion planmäßig in China angelaufen sei. Nach dem Eintritt auf dem deutschen Markt mit einer eignen Landesorganisation in Köln sowie der Auslieferung des Polestar 1 an die ersten Kunden sei der Verkaufsstart der nächste große Schritt zur Markteinführung, erklärt der neue Hersteller. 

Was bedeutet das?

Das ist mal eine Ansage: Neu auf den Markt kommen, sich als "Performance-Marke" platzieren - und dann preislich die große Schwester Volvo gleich mal "einkassieren". Wobei es sich beim eleganter gezeichneten Polestar 2 beileibe um kein Schnäppchen handelt, dafür ist das Package zu aufwändig. Das ist vielleicht einer der wenigen Kritikpunkte an dem erfrischend neuen Ansatz einschließlich digitalem Vertriebskonzept und herrlich übersichtlichem Packaging mit exakt drei klar geschnürten Ausstattungs- und coolen Stylevarianten: Uns fehlt zum Auftakt eine "Basis"-Version mit Frontantrieb und vernünftigem Antriebspaket in der Liga eines Tesla 3 Standardmodells für um die 45.000 Euro. Wo bitte kann man denn unter fünf Sekunden auf 100 km/h spurten? Und wer braucht denn wirklich einen elektrischen Allradantrieb? So wirkt das stylishe Polestar-Paket fast schon "oversophisticated", bei allem technischen Anspruch. Das wäre auch eine bessere Abgrenzung zum technisch identischen Volvo gewesen als nur auf das Attribut "Fließhecklimousine" zu verweisen.

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