Pizza-Lieferung per Roboter: Magna testet autonomes Liefersystem für die letzte Meile

Der kanadisch-österreichische Konzern stellt auf der North American International Auto Show in Detroit ein neues autonomes Fahrsystem vor. Bereits seit März 2022 liefert der Roboter Pizzen in der Region aus.

Hier kommt ihre Pizza - autonome Zustellung seit März 2022 in der Region Detroit.| Foto: Magna
Hier kommt ihre Pizza - autonome Zustellung seit März 2022 in der Region Detroit.| Foto: Magna
Thomas Kanzler

Der Lieferroboter soll nicht nur helfen, die Zustellkosten zu reduzieren, auch die Kohlendioxidemissionen sollen durch die autonomen Fahrsysteme erheblich sinken. Das Pilotprojekt soll Optionen für verschiedene Geschäftsmodelle demonstrieren, einschließlich Robot-as-a-Service. Auf der Auto Show in Detroit, Michigan, hat Magna nun das kleine autonome Liefersystem vorgestellt. Laut Matteo Del Sorbo, Executive Vice President, Magna International und Global Lead for Magna New Mobility, zeige das Unternehmen hier seine Expertise in der Elektrifizierung und Autonomie von Fahrzeugen. So könnten neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Mobilität entwickelt werden. Das Unternehmen habe eine neuartige Lösung für die Zustellung auf der letzten Meile" in städtischen Umgebungen entwickelt und erprobe sie derzeit.

Know-how aus der Automobilproduktion

Mit dem Ziel, die Kosten für die Zustellung auf der letzten Meile und die Kohlendioxidemissionen in den Städten deutlich zu senken, hat das Magna-Team für neue Mobilität von Grund auf eine Komplettlösung entwickelt, die Hard- und Software aus unseren Automobilprodukten nutzt. Die Lösung von Magna ermöglicht es Einzelhändlern und anderen Akteuren, eine durchgängige Zustellung auf der letzten Meile in einer Reihe von potenziellen Geschäftsmodellen anzubieten. Der von Magna entwickelte Roboter wurde im März 2022 als Pilotprojekt in einem Pizzarestaurant in der Region Detroit eingeführt. Seitdem hat er Hunderte von Pizzen an Wohn- und Geschäftsstandorte in der Nähe des Restaurants geliefert. Magna nutzt Daten und Kundenfeedback, um den Service zu verbessern.

Lieferroboter über 30 km/h schnell

Der Magna-Roboter kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 32 km/h auf öffentlichen Straßen fahren, und das von Magna entwickelte autonome Fahrsystem für niedrige Geschwindigkeiten verwendet Kameras, Radar, LIDAR und andere Hardware.

„Die Expansion in die wachsende Welt der neuen Mobilität ist ein Schlüsselelement unserer 'Go Forward'-Strategie, die Magna über seine bestehenden technischen Stärken im Bereich der Automobil- und Fahrzeugsysteme hinaus in völlig neue Märkte und Geschäftsmodelle führt", sagte Del Sorbo, „In der nächsten Phase dieses Pilotprogramms werden wir unsere Erkenntnisse nutzen, um die Lösung für ein breiteres Spektrum von Anwendungen und Anwendungsfällen weiter zu verfeinern, zu skalieren und innovative neue Geschäftsmodelle zu erschließen."

Beteiligung bei Yulu und Cartken

Dieses Entwicklungs- und Pilotprogramm folgt auf zwei weitere, kürzlich von Magna angekündigte neue Mobilitätslösungen. Wie wir bereits vermeldeten, hatte Magna durch eine Investition von 77 Millionen US-Dollar (etwa 77 Mio. Euro) bei Indiens größtem Anbieter von elektrifizierter Shared Mobility Yulu beteiligt. Zudem wurde eine Zusammenarbeit mit Cartken, einem kalifornischen Unternehmen für autonome Robotik, beschlossen.

„Unsere Kompetenz liegt in der Fähigkeit, höhere Stückzahlen zu entwerfen, zu entwickeln und zu skalieren. Außerdem wollen wir nach Möglichkeiten suchen, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen", fügt Del Sorbo hinzu. „Diese Schritte ermöglichen es uns, einen Bereich zu betreten, in dem wir Mobilität als Dienstleistung und nicht nur als Point-of-Sale-Produkt anbieten können."

Was bedeutet das?

Der Autozulieferer und –fertiger Magna will im Bereich der autonomen Lieferroboter mitmischen, beteiligt sich an vielversprechenden Unternehmen und entwickelt eigene Lösungen.

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