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Pininfarina wird zum Elektroautohersteller

Unter dem Mutterkonzern Mahindra wird aus dem ehemaligen Designstudio die Marke Automobili Pininfarina, die für Luxus-Elektroautos fertigen soll.

Der Pininfarina HK GT könnte das erste Auto von Pininfarina werden. | Foto: Pininfarina
Der Pininfarina HK GT könnte das erste Auto von Pininfarina werden. | Foto: Pininfarina
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Gregor Soller

Globalisierung und Elektrifizierung treiben spannende Blüten: Mittlerweile sind praktisch alle einstigen italienischen Designstudios in Pkw-Marken aufgegangen. Ghia und Vignale wurden zu Ford-Ausstattungslinien, Ital Design respektive Giugiaro ist eine VW-Tochter und Pininfarina gehört zum indischen Konzern Mahindra.

Und nachdem sich die Inder mit ihrer eigenen Marke und der Tochter Ssang Yong hart tun auf den weltweiten Märkten, soll Pininfarina als Elektro-Edeltochter jetzt für Image und Aufmerksamkeit sorgen – aus der Designschmiede soll ein Kleinserienhersteller teurer Elektro-Edelkarossen werden.   Geleitet wird Automobili Pininfarina künftig von Michael Perschke. Der deutsche Manager bringt zahlreiche Erfahrungen vom Subkontinent mit: Er war unter anderem Geschäftsführer bei Audi India und im Vorstand der Volkswagen Group Sales India. Dazu kommt Per Svantesson als Leitender Geschäftsführer, der sich bereits bei Geely respektive Volvo und NEVS als Investor respektive Berater einen Namen machte.

Automobili Pininfarina soll künftig seine Expertise als renommiertes Designhaus mit Mahindras Erfahrung aus der Formel E kombinieren. Bereits im März soll Pininfarina-Firmenerbe und Geschäftsführer Paulo Pininfarina bei der Autoshow in Genf gegenüber Gästen gesagt haben, dass eine mit der Muttergesellschaft Mahindra entwickelte Strategie für Luxus-Elektroautos in der Pipeline sei. Geplant sind Elektro-SUVs zu Preisen ab rund 150.000 Euro, womit man den Weg aller Start-Ups oder Neueinsteiger in diesem Segment geht.

In Genf zeigte man jetzt allerdings eine knapp fünf Meter lange Luxuslimousine mit 2,95 Meter Radstand und riesigen Flügeltüren: Das Hypercar HK GT, das zusammen mit der Hybrid Kinetic Group aus Hong Kong entwickelt wurde. An Bord ist ein 38-kWh-Akkupaket, das 800 kW (in alter Währung 1088 PS) an vier E-Maschinen schickt und den klassisch gezeichneten GT bei Bedarf in unter zwei Sekunden auf 100 km/h schießen soll. Topspeed gibt man mit 350 km/h an – allerdings macht man keine Angaben zur Reichweite und kombiniert den eher kompakten Akku mit einem Range Extender. Das könnte eine Mikroturbine, ein Brennstoffzellenantrieb – oder ein klassischer Verbrenner sein. Als Preisvorstellung des bildschönen Fahrzeuges stehen aktuell zwei Millionen Euro im Raum.

Was bedeutet das?

Mahindra positioniert sich an den extremen Enden des Marktes und deckt mit der aktuellen Palette vor allem die Hardcore-SUV für Indien und künftig das Super-Luxus-Segment in Europa ab. Dazwischen müsste Ssang Yong als Volumen- und Flottenmarke vermitteln und weltweit große Stückzahlen generieren, was man über softere und kompaktere SUV erreichen will, die auch elektrifiziert werden sollen. Ein ambitioniertes Unterfangen.

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