Pilotprojekt: Audi Q4 e-tron mit Scheiben aus recycliertem Autoglas

Der einjährige Testbetrieb startete als Gemeinschaftsprojekt von Audi, Reiling, Saint-Gobain Glass und Saint-Gobain Sekurit im Januar 2022

 

Mit Partnern aus der Glasindustrie hat Audi ein großes Recyclingprojekt angestoßen. | Foto: Audi
Mit Partnern aus der Glasindustrie hat Audi ein großes Recyclingprojekt angestoßen. | Foto: Audi
Gregor Soller

Glas ist energetisch aufwändig herzustellen und kann gut wiederverwertet werden und trotzdem: Einen geschlossenen Materialkreislauf für beschädigtes Autoglas gibt es bislang nicht. Das wollen Audi, Reiling Glas Recycling, Saint-Gobain Glass und Saint-Gobain Sekurit nun im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts ändern. Die Partnerunternehmen wollen aus dem beschädigten Autoglas einen Wertstoff für die Serienproduktion machen und haben dafür einen mehrstufigen Prozess aufgesetzt.

Bisher wird ein großer Teil der ausrangierten Autoscheiben oder Panoramadächer verwertet und beispielsweise zu Getränkeflaschen oder Dämmmaterialien weiterverarbeitet. Wenn es gelingt, beschädigtes Autoglas wieder zu neuen Scheiben aufzubereiten, hat das mehrere Vorteile: Die Qualität bleibt erhalten. Auch einen positiven Effekt auf CO2-Emissionen gibt es. Im Vergleich zur Herstellung neuen Glases wird bei der Wiederaufbereitung bis zu 30 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid emittiert.

Wichtig: Die saubere Trennung der Materialien

Die Autoscheibe wird mittels eines innovativen Recyclingprozesses zunächst zerkleinert. Anschließend werden alle glasfremden Störstoffe wie Kleberreste aussortiert. Das so gewonnene Glasgranulat wird eingeschmolzen und zu neuem Flachglas verarbeitet. Aus diesem Flachglas entsteht dann eine neue Autoscheibe. Verläuft dieser Pilot erfolgreich, sollen die so hergestellten Scheiben perspektivisch für die Modelle der Audi Q4 e-tron Baureihe verwendet werden.

Mit diesem Pilotprojekt stellt sich Audi gemeinsam mit seinen Partnerunternehmen der Herausforderung, einen bilanziell geschlossenen Materialkreislauf für Autoglas zu etablieren. Das Vorhaben ist Teil der Circular-Economy-Strategie von Audi. Das Unternehmen betrachtet seine Produkte über den gesamten Lebenszyklus. Eingesetzte Rohstoffe sollen nach Nutzungsende möglichst wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.

 

Bei Entwicklung und Herstellung können so Ressourcen geschont und die Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden. Bereits seit 2017 führt Audi Aluminium-Verschnitte aus dem Presswerk in einem solchen bilanziell geschlossenen Kreislauf.

Was bedeutet das?

Die Wiederaufbereitung des beschädigten Glases führt dazu, dass insgesamt weniger Energie und Rohstoffe für die Herstellung von Scheiben aufgewendet werden muss und spart zudem wertvolle Ressourcen.

 

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