Piëch E-Sportwagen soll Ende 2022 in Serie gehen

Piëch Automotive benennt hochkarätigen Aufsichtsrat und Vorstand.

Ab 2022 soll der Piëch in Serie gehen - als Stromer mit Rekordladezeit. | Foto: Piëch Automotive
Ab 2022 soll der Piëch in Serie gehen - als Stromer mit Rekordladezeit. | Foto: Piëch Automotive
Robin Lang

Jetzt also doch: Nachdem es um Piëch Automotive nach dem Genfer Salon 2019 still wurde, sollen jetzt Führungskräften von Porsche, BMW und Tesla die unternehmerische Schlagkraft erhöhen und einen Serienstart bis 2022 ermöglichen. Damit steuert das Elektroautomobil-Startup Piëch Automotive AG mit Sitz in der Schweiz zielstrebig auf die Markteinführung seines batteriebetriebenen Sportwagens hin. Die Themen „Hybrid“ oder „Verbrenner“ sind scheinbar vom Tisch. Dafür haben sich die Unternehmensgründer Toni Piëch und Rea Stark starke Unterstützung in das Unternehmen geholt: Dem Aufsichtsrat sitzt ab sofort der Ex-VW-CEO Matthias Müller als Präsident vor. „Müllers Engagement ist Teil einer Kompetenzoffensive, die auch das operative Management erfasst und das junge Automobilunternehmen auf die Zielgerade zum Markteintritt beschleunigt“ so die Pressemitteilung. Gründer Toni Piëch erklärt:

„Mit Matthias Müller haben wir einen langjährigen und erfolgreichen Manager der Automobilbranche von unserem disruptiven Ansatz überzeugt. Er wird uns ein erfahrener Ratgeber und Ansprechpartner sein.“

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Müller freut sich seinerseits, wieder im Geschäft zu sein:

„Die Mission der beiden Gründer hat mich spontan begeistert, weil sie konsequenter und visionärer ist als alle neuen Ansätze, die mir während meiner Tätigkeit in der Automobilbranche begegnet sind. Ich bin stolz darauf, an diesem neuen Kapitel moderner Automobilgeschichte mitzuwirken und die Zukunftsfähigkeit des Automobils zu gestalten. Dieser Ansatz verdient jeden Einsatz.“

Ein neues Managementteam soll die Studie in die Serie bringen

Klaus Schmidt, seit vier Jahren bereits als Chief Technology Officer für das modulare und hochinnovative Fahrzeugkonzept verantwortlich, übernimmt als einer von zwei CEOs die operative Unternehmensleitung für alle technischen Bereiche. Ihm zur Seite verantwortet Andreas Henke, ebenfalls als CEO und Chief Marketing Officer, die operativen und strategischen Geschicke bei der Positionierung der Marke, Gestaltung von Kundenbeziehungen, Finanzen und Personal. Henke war zuletzt erfolgreich im High-End-Markt von Porsche und Burmester unterwegs und wird dem Unternehmen ein klares, einzigartiges Profil geben.

Gründer Rea Stark erklärt die Doppelspitze so:

„Die CEO-Doppelspitze mit Klaus Schmidt und Andreas Henke stärkt unsere Zielsetzung, nicht nur technologisch höchst innovative Fahrzeuge auf die Strasse zu bringen, sondern auch die Marke zu etablieren und das Verhältnis zu unseren Kunden und Interessenten vollkommen neu zu definieren.“

Klaus Schmidt und Andreas Henke sind als CEOs überzeugt, dass die Grundpfeiler nun gesetzt sind, um die Marke zu positionieren und die Entwicklung, Finanzierung und Partnerschaften kompetent auszuweiten. Die kommende Phase wird weiter davon geprägt sein, kreative Top-Talente und erfahrene Experten aus der Automobilbranche sowie interdisziplinären Bereichen für das Unternehmen zu gewinnen. Als versierten Spezialisten für den Aufbau der Sales-Aktivitäten konnte das Unternehmen zusätzlich Jochen Rudat gewinnen. Der ehemalige Tesla Vertriebschef für Europa besitzt das wertvolle Wissen und die Kompetenz, ein einzigartiges Vertriebskonzept im Markt umzusetzen.

Finanzierung: Erste Runde erfolgreich abgeschlossen

Der erfolgreich abgeschlossenen Finanzierungsrunde A, unter anderem durch den Einstieg von Investor Peter Thiel, folgt in den kommenden Monaten die B-Runde unter Führung von UBS als beratende Bank.

Pünktlich zum Design Freeze des neuen Sportwagens, der Inbetriebnahme der ersten Prototypen, der Verpflichtung wichtiger Entwicklungs- und Produktionspartner und dem Bau des Piëch Engineering Campus in Memmingen stellt sich das Startup konsequent fürs nächste Kapitel seiner noch jungen Unternehmensgeschichte auf. Das hochinnovative modulare Fahrzeugkonzept der Piëch Automotive, das zahlreiche Karosserievarianten, Antriebsarten sowie fortwährend mögliche Upgrades in Hard- und Software erlaubt, ist in seiner Optionalität einzigartig. Es soll neue Wege der Ressourcenschonung verfolgen und sichert die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Es setzt damit schon heute einen Meilenstein für nachhaltige individuelle Mobilität.

Zum Start des ersten von drei bisher geplanten Fahrzeugkonzepten, dem zweisitzigen Elektrosportwagen, plant das Unternehmen Ende 2022 seine revolutionäre Batterie- und Ladetechnologie in Serie einzuführen. Sie erlaubt laut Hersteller 80 Prozent Kapazität für 400 Kilometer Reichweite in nur 4:40 Minuten nachzuladen, was im weltweiten Vergleich einem absoluten Spitzenwert entspricht. Die maximal mögliche Reichweite beträgt 500 Kilometer (WLTP).

Was bedeutet das?

Der Name Piëch zieht: Piëch Automotive konnte hinter den Kulissen zahlreiche Profis aus der Branche gewinnen. Sympathisch: Das Unternehmen meldet nicht ständig, sondern eher dezent, dafür aber mit handfesten News. Wenn man so solide weiterarbeitet, könnte der geplante Start der Marke 2022 klappen.  

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