Piaggio Porter: Neuer Mini-Truck nur mit CNG- oder LPG-Antrieb

Der Kleinstlaster Porter NP6 der Kultmarke muss vorerst noch ohne Elektroantrieb auskommen. Dafür setzt der Hersteller ausschließlich auf LPG- oder CNG-Antrieb und hohe Transporteffizienz.

Klein, aber oho: Der 2,8-Tonnen-Mini-Lkw soll tragfähig und aufbaufreudig sein - kommt aber vorerst nicht "elektrisch". | Foto: Piaggio
Klein, aber oho: Der 2,8-Tonnen-Mini-Lkw soll tragfähig und aufbaufreudig sein - kommt aber vorerst nicht "elektrisch". | Foto: Piaggio
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der italienische Nutzfahrzeughersteller Piaggio Commercial hat jetzt den neuen Micro-Truck Porter NP6 vorgestellt, der wahlweise mit kombiniertem Benzin-LPG- oder -CNG-Antrieb sowie in je zwei Reichweitenversionen aufwartet. Der bivalente 1,5-Liter-Vierzylinder-Otto-Motor mit 78 kW und 136 Nm Drehmoment stellt bei LPG-Betrieb 75 kW und 132 Nm zur Verfügung, bei der CNG-Variante sind es 68 kW sowie 118 Nm Drehmoment. Zum Start läuft das Fahrzeug stets im Benzinmodus, schaltet aber dann komplett in den Gasbetrieb, sobald der Motor warm ist. Auch ein manuelles Umschalten ist möglich. Der oder die Hochdrucktanks sind so unter dem Längsträger-Stahlrahmen-Chassis angebracht, dass sie die Aufbaufähigkeiten nicht beeinträchtigen, verspricht der Hersteller. Zudem sind zwei Übersetzungen für die doppelblattgefederte hintere Antriebsachse verfügbar.

Man setzt jetzt auf ein Kurzhaubenkonzept. Das Chassis bleibt trotz 25 Zentimeter breiterer Kabine nur 1,64 Meter schmal. Bei einem Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen realisiert der Porter eine Traglast des Fahrgestells von 1.600 Kilo bei Zwillingsbereifung sowie 1.275 Kilo bei Singlebereifung, ein Drittel mehr als im Vorgänger. Die Achslasten sind mit 1.000 Kilo an der McPherson-Vorderachse und 2.020 Kilo an der hinteren Starrachse ebenfalls üppig. Gebremst wird in Serie ESP-geregelt.

Das aufbaufreudige und ab 4,21 Meter kurze Fahrzeug, bei dem in jeweils zwei Radständen bis zu 60 Prozent der Fläche für Ladung zur Verfügung stehen, wird über die Hinterräder angetrieben. Die Long-Range-Variante verfügt über höhere Tragfähigkeit dank Zwillingsbereifung, die leichtere Version mit Singe-Bereifung am Heck soll vor allem für kürzere Strecken in der City prädestiniert sein. Zudem ist das Fahrzeug mit zwei Nebenabtrieben am Motor und am Getriebe ausrüstbar und somit auch als Geräteträger gewappnet. Ab Werk sind Chassis, Pick-up oder Kipper verfügbar. Ob der Hersteller wie beim kleineren Van Porter auch eine Elektrovariante des NP6 nachlegt, blieb bei der ersten Vorstellung noch offen.

Was bedeutet das?

Der Ur-Porter war steinalt und stammte vom Daihatsu Hijet aus den 1980er Jahren ab. Insofern tat eine Auffrischung Not - aber warum die Italiener noch mit Benzinern statt mit Elektromodellen arbeiten, bleibt ein Rätsel. Gerade im Last-Mile-Bereich, den der Porter bedient. 

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