Peugeot peilt Kreislaufwirtschaft an

Hersteller verschreibt sich dem Leitbild einer nachhaltigen Automobilproduktion und strebt eine Kreislaufwirtschaft an. Aktuelle Modelle kommen auf ein Drittel recycelte oder natürliche Materialien.

Natürliche Verstärkung: Das 208-Interieur wird von Hanffasern stabilisiert. | Foto: PSA
Natürliche Verstärkung: Das 208-Interieur wird von Hanffasern stabilisiert. | Foto: PSA
Johannes Reichel

Der französische Automobilhersteller Peugeot hat einen stärkeren Fokus auf das Leitbild einer nachhaltigen Automobilproduktion angekündigt. Die neuen Modelle der Löwenmarke bestünden bereits heute zu rund einem Drittel aus natürlichen oder recycelten Materialien, teilte der Anbieter mit. Damit beteilige man sich schon aktuell an einer Kreislaufwirtschaft, die der Hersteller als finales Ziel ausgegeben hat. Die internationale Organisation OECD schätzt, dass im Jahr 2060 über zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Gleichzeitig würde sich dadurch die Nachfrage an Rohstoffen verdoppeln, skizziert der Autohersteller den Hintergrund der Bemühungen.

"Um damit einhergehende, zukünftige Umweltbelastungen zu verhindern, strebt Peugeot eine vollständige Kreislaufwirtschaft an, in der erneuerbare Ressourcen genutzt und Altprodukte wiederverwertet werden", proklamiert der Anbieter.

Zu diesem Zweck hat man sich Leitlinien verordnet, die künftig noch strikter eingehalten werden sollen. So verwendet der Hersteller nach eigenen Angaben ausschließlich Materialien von verantwortungsvollen Zulieferern, arbeitet mit recycelten und recycelbaren Bauteilen. Zudem will man die Verwendung knapper Rohstoffe vermeiden und verantwortungsvoll mit Altprodukten wie zum Beispiel Autobatterien umgehen. Generell sollen keine gesundheitsschädigenden Stoffe verwendet werden.

Schon ein Drittel recycelte oder natürliche Materialien

Bei der Produktion des Kleinwagenmodells 208 etwa sind rund 30 Prozent natürliche oder recycelte Materialien eingesetzt, beim neuen 2008 taxiert man die Quote auf 31 Prozent. Die nachhaltig produzierten Elemente finden sich bei beiden Modellen in knapp 40 Fahrzeugteilen wieder. So verweist man etwa auf Verstärkung des Armaturenbretts mit natürlichen Hanffasern, fertigt den Diffusor und Stoßfänger aus recyceltem Polypropylen (Kunststoff), verwendet Radabdeckung, Ansaugstutzen und Motorlüfter aus recyceltem Polyamid (unter anderem Nylon). Bei der Fertigung des Topmodells 508 kommt man ebenfalls auf 31 Prozent natürliche und recycelte Materialien, mit denen etwa 80 Teile hergestellt werden. Darunter sind etwa die Entfrostungskanäle der Windschutzscheiben aus natürlichen Hanffasern oder der Diffusor und Reserveradlager aus recyceltem Polypropylen.

 

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