Peugeot 3008 Hybrid 4: Sauber in den Schmutz

Der Plug-In Hybrid des 3008 kommt mit 220 kW (300 PS) und Allradantrieb.

Mit dem Hybrid 4 hat Peugeot auch die Offroadfähigkeiten des 3008 dezent verbessert: Echter Allrad dank Maschine an der Hinterachse. | Foto: G. Soller
Mit dem Hybrid 4 hat Peugeot auch die Offroadfähigkeiten des 3008 dezent verbessert: Echter Allrad dank Maschine an der Hinterachse. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Ausgerechnet ein Kompakt-SUV markiert aktuell die Leistungsspitze der Peugeot-Palette. Der 3008 Hybrid 4. Von 0 auf 100 km/h sprintet er in 5,9 Sekunden, das maximale Drehmoment beträgt üppige 520 Newtonmeter. Dafür kombiniert PSA hier den 147 kW (200 PS) starken 1.6 l PureTech-Benziner mit zwei Elektromotoren. Der vordere Elektromotor ist an das neue Acht-Stufen-Automatikgetriebe e-EAT8 gekoppelt und leistet 81 kW (110 PS), die zweite E-Maschine ist mit dem hinteren Antriebstrang verbunden leistet 83 kW (112 PS). Wer jetzt einen dramatischen Kraftausbruch erwartet, wird allerdings enttäuscht: Auch der 3008 entfaltet seine Kraft eher dezent und kontinuierlich, was selbst im Sport-Modus so bleibt. Auf einen beherzten Tritt aufs Gaspedal reagiert der Löwe mit eher unangenehmem Vierzylinder-Brüllen des 1,6-Liters. Insofern genießt man eher die dezente, aber immer satte Leistungsentfaltung – Sport liegt Peugeot einfach weniger. Zumal mindestens ab 1915 Kilogramm und damit knapp 200 Kilo mehr als beim Topdiesel beschleunigt werden wollen.

Nach aktuellem WLTP-Verfahren nennt Peugeot von 29 bis 32 g CO₂/km Ausstoß. Im reinen Elektromodus nennt Peugeot 55 bis 65 km nach WLTP, wobei auch diese Werte mit Vorsicht zu genießen sind: Im Hybridmodus kamen wir auf anspruchsvollen Strecken genau 50 Kilometer weit und verbrauchten ziemlich genau 5,0 l/100 Kilometer. Insofern muss man auch hier genau sehen, welche Fahrprofile man hat: Denn auch dieser Plug-in-Hybrid eignet sich vor allem für Pendler, die nicht zu weite Strecken fahren und offroad etwas mehr erwarten als bei den Basisfronttrieblern mit Fahrhilfen. Auch hier startet man im Elektro-Modus und kann so bis zu 135 km/h schnell fahren. Der Hybrid-Modus kombiniert die Leistungen der Elektromaschinen und des Verbrennungsmotors, wobei der Benziner hier in der Regel sehr dezent eingesetzt wird. Der Sport-Modus wirft Kraft und Leistung aller Maschinen an die Räder, doch wie gesagt: Er macht eigentlich nur Hektik und konterkariert eigentlich die Souveränität des Autos.

Endlich mit Allrad

Interessanter dürfte für viele deshalb der Allrad-Modus sein, der ebenfalls die kombinierte Leistung aller Motoren nutzt, um auch abseits befestigter Straßen für Vortrieb zu sorgen, was in der Praxis sehr souverän gelingt. Es gibt auch eine Bergabfahrhilfe, die per Taster aktiviert wird, dann muss allerdings der Automatikwählhebel in Position „N“ geschoben werden – und schon kriecht der 3008 steilste Hänge im Schneckentempo hinunter. Auf “D“ lässt er dagegen höhere Tempi zu.  

Auch hier gibt es die Brake-Funktion, die ähnlich wie eine Motorbremse das Auto verzögert und beim Rekuperieren hilft – merklich hilft, was vor allem sinnvoll ist, wenn man bergab fährt. Dezenter agiert der i-Booster: Er gewinnt beim Abbremsen oder durch Anheben des Fußes vom Pedal Energie zurück. Und über die Funktion e-Save entscheidet der Fahrer, wann er rein elektrisch fahren möchte. Eine bestimmte Reichweite von zehn Kilometern, 20 Kilometern oder die vollständige Ladekapazität kann dabei für spätere Fahrten aufbewahrt werden – state of the art. Und auch beim 3008  bleibt das Ladevolumen gegenüber den Verbrennern unverändert: So bietet der 3008 Hybrid4 in der Basis 395 Liter Stauraum gemäß VDA, bei umgeklappter Rücksitzbank werden daraus bis zu 1.357 Liter.

De Akku bietet hier 13,2 kWh Kapazität, von denen gut elf kWh nutzbar sind. Peugeot gibt darauf eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 km, bezogen auf 70 Prozent der Ladekapazität. Womit wir bei den Ladezeiten sind: An der Haushaltssteckdose mit 1,8 kW mit maximal 8 Ampere dauert das einphasige Laden sieben Stunden. Mit 3,2 kW uns 14 Ampere werden daraus vier Stunden. Noch schneller geht es mit 3,7 kW und 16 Ampere einphasig, dann werden daraus drei Stunden und 30 Minuten. Mit 22 kW und 32 Ampere kann man die Zeit dann auf zwei Stunden 45 Minuten drücken, da der 3008 nur 7,4 kW einphasig aufnehmen kann.

Die Preise starten bei 41.975 Euro netto für die Version Allure, während der 180-PS-Topdiesel ab gut 32.605 Euro netto zu haben ist. Man muss also auch hier genau rechnen, wann und wo sich der 3008 Hybrid 4 lohnt. Dem übrigens wie beim Opel Grandland X noch eine „zahmere“ und günstigere 225-PS-Fronttriebler-Version folgen wird.

Ansonsten muss man dem 3008 attestieren, das er in der Detailqualität nochmals gewann, über ein absolut souveränes Fahrwerk verfügt und nach wie vor eine erfrischende Alternative im Segment der Kompakt-SUV bleibt – auch als Plug-in-Hybrid.

Was bedeutet das?

Mit dem 3008  Hybrid 4 ergänzt Peugeot das Programm um eine sinnvolle Version nach oben. Frage ist allerdings auch hier, ob in Sachen CO2-ausstoß nicht der rein elektrische 2008 die sinnvollere Alternative ist – oder ein Diesel – oder eine nicht lieferbare CNG-Version…

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