Parkstrom: Endlich mit Geld- oder Kreditkarte laden

Parkstrom will das Direct Payment weiter vorantreiben

 

Stefan Pagenkopf-Martin, Geschäftsführer von Parkstrom, fordert eine Bezahlmöglichkeit der Ladevorgänge mit Giro- respektive Kreditkarte. | Foto: Parkstrom
Stefan Pagenkopf-Martin, Geschäftsführer von Parkstrom, fordert eine Bezahlmöglichkeit der Ladevorgänge mit Giro- respektive Kreditkarte. | Foto: Parkstrom
Gregor Soller

Die Diskussionen sind lang und teils zäh. Im Dezember 2020 lud die Bundesregierung erneut zu einem Spitzengespräch über den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ein. Bundesverkehrsminister Scheuer und Bundeswirtschaftsminister Altmaier diskutierten gemeinsam mit Vertretern der Energiewirtschaft, der kommunalen Unternehmen und der Automobilindustrie, wie der Zugang zu Ladeinfrastruktur vereinfacht werden kann. Dabei wurde unter anderem bekräftigt, dass es perspektivisch ein einheitliches, nutzerfreundliches Bezahlsystem für das Stromtanken an Ladesäulen geben müsse.

Als bundesweit agierender Ladedienstleister begrüßt Parkstrom diesen Vorstoß und verweist auf bereits bestehende und etablierte Direktbezahlsysteme. Geschäftsführer Stefan Pagenkopf-Martin erklärt dazu:

„Aus der Praxis und durch den Kontakt mit unseren Kunden wissen wir, dass der Zugang zur Ladeinfrastruktur für viele Betreiber und Emobilisten eine Hürde darstellt. Die Nutzung und Abrechnung von Ladestrom muss genauso einfach und barrierefrei sein wie das Tanken und Bezahlen an konventionellen Tankstellen. Direktbezahlsysteme, wie z.B. Giro-e, erfüllen diese Voraussetzungen bereits heute und haben sich in der Praxis längst bewährt.“

Direktbezahlsysteme ermöglichen Zugang zu Ladeinfrastruktur für alle Emobilisten

Die unmittelbare Bezahlung des Ladevorgangs an der Ladesäule, das sogenannte Direct Payment, ist eine Lösung, um noch bestehende Barrieren bei der Nutzung von Ladeinfrastruktur abzubauen. Als einer der ersten Ladedienstleister bietet Parkstrom schon seit 2018 Ladesysteme mit dem innovativen Direktbezahlsystem Giro-e an.

Giro-e wurde von der GLS-Bank entwickelt und ermöglicht die Freischaltung und Bezahlung eines Ladevorgangs mit jeder kontaktlosen Girokarte eines deutschen Bankinstituts, ohne Vertragsbindung. Eine transparente, kWh-genaue Abrechnung erfolgt ganz einfach wenige Tage später über das Bankkonto – genau wie bei jeder gewöhnlichen Kartenzahlung – mit dem kleinen, aber wesentlichen Unterschied, dass sich über einen Link in den Transaktionsdetails eine Rechnung abrufen und herunterladen lässt. Bei derzeit mehr als 75 Millionen im Umlauf befindlichen kontaktlosen Girokarten in Deutschland (Tendenz weiter steigend) sind Direktbezahlsysteme somit das potenziell offenste Zugangssystem zur Ladeinfrastruktur. Die Ladeinfrastruktur Produzenten haben das Potenzial bereits erkannt. Immer mehr Hersteller bieten Giro-e-kompatible Ladestationen an bzw. entwickeln neue Direktbezahlsysteme für den Markt.

Interessanter Hintergrund: Die Betreiberkosten für Backend-Software steigen kontinuierlich: Der Betrieb von Ladeinfrastruktur wird damit deutlich teurer und das Direktbezahlen wird dadurch noch attraktiver. Zumal viele Kunden lieber gern mit ihren bankkarten bezahlen, sowie Spritrechnungen eben auch beglichen werden. Pagenkopf-Martin fordert deshalb:

„Das Feedback unserer Kunden ist eindeutig: Direktbezahlsysteme erleichtern den Betrieb von Ladeinfrastruktur und vereinfachen den Zugang zur Ladesäule enorm. Die Bankkarte wird einfach zur Ladekarte. Durch den Wegfall von Roaminggebühren ergeben sich zudem attraktive Preisvorteile für Ladeinfrastrukturbetreiber und deren Kunden. Wir erwarten von der Politik, dass sie bereits bestehende, sinnvolle Alternativen wie die Abrechnung über die kontaktlose Girokarte, mit regulatorischen Maßnahmen stärkt.“

Betreiber von Ladeinfrastruktur sind außerdem mit stetig steigenden Kosten für das Backend-System konfrontiert. Das Backend ist in der Regel. eine cloudbasierte Software, welche die Authentifizierung, Verwaltung und Abrechnung der Ladevorgänge sowie die Schnittstellen für das Roaming ermöglicht. Wenn diese Kosten sich in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen bewegen, steigt die Attraktivität der Ladeinfrastruktur sowohl für Betreiber als auch für Nutzer. Stefan Pagenkopf-Martin warnt:

„Viele Unternehmen haben bei der Installation von Ladeinfrastruktur nicht den späteren Betrieb im Blick. Dabei ist das Betreibermodell, der damit verbundene Aufwand sowie die Kosten aus Betreibersicht entscheidend, auch für die Refinanzierung der Investitionen. Hier gibt es einige Stellschrauben, die die Wirtschaftlichkeit der Ladeinfrastruktur massiv beeinflussen. Deshalb arbeiten wir aktuell aktiv an kostengünstigen Betreibersoftware-Lösungen.“

 

Was bedeutet das?

Die Ladeinfrastruktur krankt vor allem am Bezahlsystem: das Gleiche Problem hätten Tankstellen, würde jede ihre eigene Tankkarte herausgeben. Was bei Flotten mit festen Strecken funktioniert, wäre für Privatnutzer uninteressant! Weshalb sich übrigens auch die Tankkartenanbieter über Kooperationen verstärkt den Marktbegleitern öffnen. Insofern ist der Ansatz korrekt, auch die Lademöglichkeiten im „Frontend“ idealerweise über die Banken und abzuwickeln.

 

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