ottobahn: Teststrecke geht in Bau

Das neuartige, App-basierte und schienengeführte Kabinengondelsystem soll noch in diesem Jahr in den Betrieb einer Teststrecke starten.

Hängende Spitze: Das System soll sich App-gesteuert "On-Demand" ausklinken, hohes Tempo und hohe Frequenz ermöglichen. | Foto: ottobahn
Hängende Spitze: Das System soll sich App-gesteuert "On-Demand" ausklinken, hohes Tempo und hohe Frequenz ermöglichen. | Foto: ottobahn
Johannes Reichel

Das Landratsamt München hat für die erste Teststrecke der ottobahn in der Gemeinde Taufkirchen südlich von München die Baugenehmigung erteilt. Das teilte Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) in den Morgenstunden des heutigen Donnerstags mit. Die ottobahn ist ein auf Schienen geführtes Gondelsystem, das in fünf bis zehn Meter Höhe über dem Straßenverkehr operieren soll - klimapositiv. Die Kabinen werden per App gerufen, der Algorithmus berechnet in Echtzeit stets die schnellste Verbindung für sämtliche Gondeln entlang der Strecke.

"Gerade im Großraum München brauchen wir solche kreativen Ideen, um den Verkehr zu entzerren", meint die Ministerin Kerstin Schreyer.

Die Erteilung der Baugenehmigung sieht das Startup als weiteren wichtigen Meilenstein für die Realisierung des Projekts, das jetzt konkret werde. Zudem freue man sich über den Rückhalt aus dem Verkehrsministerium, erklärte ottobahns Managing Director und "Can-Do-Officer" Marc Schindler.

Das Konzept verzichtet auf Fahrpläne, denn die Fahrgäste werden in Zukunft einfach eine Gondel per App bestellen und entlang der Strecke zu jedem Zeitpunkt aus- und zusteigen können, wo sie wollen. Die bedarfsgerechte Verfügbarkeit mache das Verkehrssystem nicht zuletzt für eine attraktivere ÖPNV-Anbindung des Umlands interessant, wirbt der Anbieter. Nach der weiteren Road Map soll Mitte März plangemäß der erste Spatenstich an der Teststrecke in Taufkirchen erfolgen. Sie werde rund 900 Meter lang sein, vermessen ist das Gelände bereits. Auf dem Oval soll in der zweiten Jahreshälfte zunächst ein Fahrzeug den Betrieb aufnehmen, später insgesamt fünf Fahrzeuge, die 100.000 Streckenkilometer abspulen sollen, skizziert Schindler die nächsten Schritte. Diese Tests sind eine wesentliche Voraussetzung für eine Betriebsgenehmigung, die bereits vom TÜV Süd begleitet wird.

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