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Ormazabal konzipiert Energieverteilung für Sortimo-Ladepark - Expansion im Blick

Mittelspannungstechnik für Mammutprojekt: Der Spezialist konzipierte die Energieverteilung für Europas größten Ladepark und hatte komplexe Aufgaben zu bewältigen. Am wichtigsten: Die Erweiterbarkeit.

Visionär: Bei der Konzeption der Energieverteilung galt es zu bedenken, dass der Ladepark ausgebaut werden soll. Die aktuell fünf Übergabestationen wurden von Ormazabal mit Mittelspannungs-Schaltanlagen ausgestattet. Diese sind in Schleifen angeordnet, damit eine spätere Integration weiterer Stationen möglich ist. | Foto: Ormazabal
Visionär: Bei der Konzeption der Energieverteilung galt es zu bedenken, dass der Ladepark ausgebaut werden soll. Die aktuell fünf Übergabestationen wurden von Ormazabal mit Mittelspannungs-Schaltanlagen ausgestattet. Diese sind in Schleifen angeordnet, damit eine spätere Integration weiterer Stationen möglich ist. | Foto: Ormazabal
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Johannes Reichel

Der Krefelder Energieanlagenspezialist Ormazabal hat bei der Konzeption und Umsetzung von Europas größtem Ladepark in Zusmarshausen an der A8 seine Expertise in Sachen Mittelspannungstechnik eingebracht und fünf Übergabestationen mit Schaltanlagen ausgestattet. Die Anlage ist verkehrsgünstig zwischen Augsburg und Günzburg gelegen und hatte im August 2021 als "Sortimo Innovationspark" eröffnet. An 72 Ladepunkten können E-Autofahrer laden, aktuell werden rund 1.000 Fahrzeuge täglich mit grünem Strom versorgt. Dazu bedarf es einer Energieverteilung, die den eingespeisten Strom zu Gleichstrom wandelt und auf die Ladepunkte verteilt. Bei ihrer Konzeption galt es bereits zu berücksichtigen, dass der Sortimo Innovationspark künftig weiter ausgebaut werden soll.

Ambitioniertes Projekt: Ladepark, Gastro und Schulungszentrum

Der Fahrzeugausbauspezialist Sortimo hatte gegenüber des Firmenhauptsitzes im bayrischen Zusmarshausen 2018 mit dem Bau des heute größten Ladeparks in Europa begonnen. Das campusähnliches Areal umfasst neben Gastronomie- und Einzelhandelsangeboten auch Schulungseinrichtungen, die etwa die IHK Schwaben für Weiter- und Fortbildungen rund um die Themen Elektromobilität, Energieeffizienz und Digitalisierung nutzt. Ein Ausbau des Parks um 84 weitere Ladepunkte ist bereits in Planung, potenziell bis zu 4.000 Fahrzeuge sollen dann pro Tag bedient werden können. Das entspricht einer Leistung von rund 88 Millionen kWh im Jahr.

Statt Fremd-Ökostrom soll der künftig gleich eigener

Von den derzeit 72 Ladepunkten sind 24 Schnelllader mit Leistungen von je 420 kW, darunter 12 Tesla V3-Supercharger. Die Ladezeiten betragen dort, abhängig von der Leistungsstufe (zwischen 35 und 280 kW) lediglich 15 bis 45 Minuten. Während derzeit noch Öko-Strom aus regenerativen Quellen bezogen wird, soll dieser langfristig selbst erzeugt werden. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des naheliegenden Sortimo-Werks mit einer Leistung von 3000 kWp soll dafür sorgen. Zudem nutzt man auch die Abwärme der Ladestationen sowie aus der Kühlung von Trafostationen dank Wärmepumpe.

Expertise in der Mittelspannung gefragt

Dabei sei der Ladepark aber keine „energetische Insel“, heißt es von dem Spezialisten. Er ist ans öffentliche Versorgungsnetz der LEW Lechwerke angeschlossen, in das der Park einspeist und aus dem er bei Bedarf zusätzliche Energie beziehen kann. Für die Umsetzung des Netzanschlusses holte sich der Generalplaner Steinbacher Consult das Fachwissen von Ormazabal im Bereich Mittelspannungsverteilung ein.

„Bereits im Winter 2017 gab es ein erstes Treffen, bei dem wir die Bedarfe abgefragt haben. Wir waren folglich von Anfang an in die Planung involviert“, erinnert sich der Ormazabal-Vertriebsmitarbeiter Michael Lösle.

Maximilian Mayer vom Fachbereich Energie bei Steinbacher Consult, ergänzt, man habe sich externe Expertise in Boot geholt, damit die genaue Beschaffenheit der Anlagen sowie des Innenausbaus der Stationen inklusive der notwendigen Größen bereits während der Planung finalisiert werden konnten. Das Krefelder Unternehmen bekam schließlich den Zuschlag für die Ausstattung der Übergabestationen.

Im Halbkreis sind fünf Betonstationen angeordnet

Fünf Betonstationen, die im Halbkreis um den Ladepark angeordnet sind, sind bisher in mehreren Schritten von einem Partnerunternehmen angeliefert worden – und das komplett zusammengebaut. Ormazabal koordinierte den Prozess von der Planung bis zur Inbetriebnahme und steuerte die Mittelspannungs-Schaltanlagen sowie die 1250 kVA Transformatoren bei. Bei Letzteren wurde berücksichtigt, dass die Ladepunkte für Tesla-Modelle niederspannungsseitig eine erhöhte Spannung von 480 V benötigen.

Erweiterbar und modular – eine Herausforderung

Für den Ladepark lieferte Ormazabal bis dato drei MS-Schaltanlagen des Typs ga/gae, eine Übergabeschaltanlage mit eigener Mittelspannungsmessung für den Ladepark und zwei Unterstationen mit jeweils einem 1250-kVA-Trafo.

„Dabei handelt es sich um vielfach bewährte Anlagen mit Typ-Prüfzertifikat, die wir projektindividuell anpassen können“, skizziert Michael Lösle.

Die Erweiterbarkeit und der modulare Aufbau der Ladeinfrastruktur sowohl hinsichtlich der Anzahl an Ladepunkten als auch ihrer Leistungsfähigkeit stellte in der Energieversorgung eine Herausforderung dar.

„Das haben wir gelöst, indem wir die Schaltfelder in Schleifen, anstatt wie üblich in Sternenform angeordnet haben. Auf diese Weise können weitere Stationen später problemlos integriert werden“, erklärt Michael Lösle.

Diese spezielle Art des Aufbaus und der dadurch möglichen Leistungsverteilung über einen DC-Bus sei einmalig und wurde durch die Technik der Firma eLoaded realisiert. In den Trafostationen wird auch die Wechselspannung in Gleichspannung umgewandelt. Dieser Gleichstrom wird dann auf die Ladepunkte verteilt. Die Übergabeleistungsschalter sind außerdem mit Schutzgeräten ausgestattet, sodass zum Beispiel im Fall eines Kurzschlusses nur ein einzelner Abschnitt vom Netz getrennt werde, schildert man weiter. Auf diese Weise könnten sich die E-Autofahrer auf ein störungsfreies Laden verlassen, so das Versprechen. 

„Herz des Sortimo Innovationsparks“

Michael Lösle sieht nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts die sinnvollste und zugleich einfachste Lösung realisiert. Die Energieverteilung sei dabei das Herz des Sortimo Innovationsparks – "ohne sie ginge gar nichts“, schließt der Vertriebsmitarbeiter.

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