Opel storniert Order beim Mokka-e: Opfer des eigenen Erfolgs

Der kompakte E-Crossover kam so gut bei den Kunden an, dass die Bestellungen überbucht waren - und Opel jetzt stornieren muss, weil Liefertermine nicht absehbar sind.

Geht weg wie warmer Mokka: Die Nachfrage nach der E-Version des Opel Mokka sprengt die Kapazitäten des Herstellers, sodass Aufträge storniert werden. | Foto: Opel
Geht weg wie warmer Mokka: Die Nachfrage nach der E-Version des Opel Mokka sprengt die Kapazitäten des Herstellers, sodass Aufträge storniert werden. | Foto: Opel
Johannes Reichel

Der Opel Mokka-e hat bei den Kunden offenbar einen so hohen Zuspruch ausgelöst, dass er die Kapazitäten des Herstellers im französischen PSA-Werk Poissy überfordert. Nach einem Bericht des Handelsblatts müssen derzeit hunderte von Bestellungen durch die Händler storniert werden, "aufgrund der aktuellen Überbuchung", wie die Zeitung aus dem Schreiben an die Kunden zitiert. Auch ein späterer Liefertermin sei derzeit nicht absehbar. Laut einem Firmensprecher seien "einige Varianten des Mokka-e im Rahmen des aktuellen Modelljahrs 2021 bis September bereits ausverkauft". Man verweist auf Diesel- und Benzinerversionen des Kompakt-SUV. Oder bietet den Kunden zu günstigsten Preisen den mit dem identischen Antriebspaket bestückten Opel Corsa-e zum Erwerb an.

Offenbar wurde man von der hohen Nachfrage nach dem seit September bestellbaren Kompaktstromer in Rüsselsheim überrascht, obwohl Opel-Chef Michael Lohscheller den Opel Mokka-e zum Hoffnungsträger erkoren hatte und mit dem Fahrzeug den Marktanteil des Anbieters signifikant steigern wollte. „Dazu müssen wir das wichtigste Auto der vergangenen Jahre perfekt zu den Kunden bringen: Der Launch des neuen Mokka muss sitzen“, hatte Lohscheller laut Handelsblatt im August 2020 in einem internen Rundschreiben an seine Beschäftigten verkündet. Er erklärte, das SUV werde die „Trendwende“ bei den Marktanteilen einleiten und stehe sinnbildlich Modell für die Zukunft von Opel – „nicht mehr und nicht weniger“, konstatierte der Manager. Dennoch hat man offenbar die Kapazitäten zu konservativ geplant. Zumal das E-SUV aufgrund der üppigen Prämie von 9.000 Euro in Deutschland ab 23.000 Euro zu haben ist, ein Preis, der viele Kunden lockt.

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