Opel enthüllt den neuen Mokka

Auch der neue Mokka kommt elektrisch – und zitiert ganz ungeniert und gekonnt das Opel-Design der siebziger Jahre.

Erinnert an den Manta A: Die neue "Vizor"-Optik, die Opel ein schickes, eigenständiges Gesicht gibt. Gratulation dazu! | Foto: Opel
Erinnert an den Manta A: Die neue "Vizor"-Optik, die Opel ein schickes, eigenständiges Gesicht gibt. Gratulation dazu! | Foto: Opel
Gregor Soller

Tatsächlich ist der neue Mokka so etwas wie ein optischer Meilenstein für die Marke Opel, auch wenn die Proportionen dem DS 3 Crossback sehr ähnlich sehen (steckt ja auch die gleiche Plattform drunter). Opel-Chef Michael Lohscheller ist jedenfalls begeistert und erklärt:

 „Der neue Mokka ist ein echter Blickfang und wird die Wahrnehmung unserer Marke verändern. Mit ihm erfinden wir Opel neu und zeigen unsere Designsprache der kommenden zehn Jahre. Der Mokka zeigt alles, wofür Opel heute und in Zukunft steht: Er macht Spaß, ist effizient und in jeder Hinsicht innovativ. Dazu verkörpert er perfekt die Markenwerte von Opel – begeisternd, nahbar, deutsch – auf eine rundum progressive Art. Der Mokka ist der erste Opel, der vom Marktstart an elektrisch vorfährt – und damit ein klarer Beweis dafür, dass Opel elektrisch wird.“

Der neue Mokka ist mit 4,15 Meter Gesamtlänge 12,5 Zentimeter kürzer als die Vorgängergeneration – bietet aber zwei Millimeter mehr Radstand. So bietet er fünf Personen Platz und ein vergleichbares Ladevolumen von bis zu 350 Litern. Das Engineering-Team hat hart daran gearbeitet, das Fahrzeuggewicht zu reduzieren – der neue Mokka wiegt bis zu 120 Kilogramm weniger als der Vorgänger – und zugleich die Karosseriesteifigkeit zu erhöhen. Mit den tief im Fahrzeugboden verbauten Batterien konnte die Verwindungssteifigkeit der Elektrovariante um bis zu 30 Prozent gesteigert werden. Der Newcomer ist darüber hinaus das erste Modell mit dem sogenannten „Opel-Vizor“ als Markengesicht und dem volldigitalen Cockpit der nächsten Generation, dem Opel Pure Panel. Der vom Design-Team um Mark Adams entworfene Opel-Vizor wird alle neuen Modelle der Marke im weiteren Verlauf der 2020er Jahre kennzeichnen. Auch innen erinnert der Mokka übrigens an Manta A und Co. Doch er verzichtet auf analoge Anzeigen. Die horizontal verlaufende Instrumentenanzeige integriert zwei Widescreen-Displays, wovon der Bildschirm vor dem Fahrer bis zu 12 Zoll groß ist. Die intuitive Bedienung des Systems sollen weiterhin Tasten für die wichtigsten Funktionen ermöglichen, dass der Fahrer nicht durch die Suche in Untermenüs abgelenkt wird.

Auch der Mokka bietet das blendfreie IntelliLux LED-Matrix-Licht mit insgesamt 14 Elementen. Alle Mokka-Modelle verfügen bereits serienmäßig über LED-Lampen an Front und Heck, eine elektrische Parkbremse und Verkehrsschilderkennung. Auf Wunsch sind weitere Hightech-Systeme wie der Automatische Geschwindigkeits-Assistent ACC (Adaptive Cruise Control), der aktive Spurhalte-Assistent sowie die 180‑Grad-Panorama-Rückfahrkamera erhältlich.

Ab Marktstart auch als Stromer

Als erstes Modell in der Opel-Geschichte fährt der neue Mokka direkt ab Marktstart elektrisch vor. Der Elektromotor liefert wie bei den anderen elektrischen PSA-Modellen 100 kW/136 PS Leistung und 260 Newtonmeter maximales Drehmoment aus dem Stand. Der Fahrer kann auch hier zwischen den drei Fahrstufen Normal, Eco und Sport wählen. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, um den Verbrauch der gespeicherten Energie zu schonen und die Reichweite zu gewährleisten. Im Normal-Modus lassen sich im Mokka‑e bis zu 322 Kilometer gemäß WLTP-Zyklus1 rein elektrisch zurücklegen. Mit Eco lässt sich die Reichweite weiter optimieren. An einer 100 kW-Gleichstrom-Säule (dafür ist der Mokka-e serienmäßig ausgerüstet) kann die 50 kWh-Batterie in 30 Minuten per Schnellladung bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden. Egal ob Wall Box, High-Speed-Charging oder Kabellösung für die Haushaltssteckdose – der neue Mokka-e ist auf alle Ladeoptionen vom einphasigen bis zum dreiphasigen Laden mit 11 kW vorbereitet und überzeugt zudem mit einer 8-Jahres-Garantie für die Batterie.

Steigen wir ein und sehen zwei breite Bildschirme, davon einer bis zu 12 Zoll groß. Angenehm: Das zentrale Display ist zum Fahrer hin ausgerichtet; der Fokus liegt auf den Anzeigen, die Belüftungsdüsen treten in den Hintergrund. Das Pure Panel hält die neuesten Technologien und entscheidenden Informationen für den Fahrer bereit, während alle störenden optischen Reize außen vor bleiben. Das Design der Mittelkonsole ist ebenfalls absolut klar: Dank der elektrischen Parkbremse und des neuen elektrischen Schalthebels stören keine überflüssigen Elemente das Erscheinungsbild.

An Assistenzsystemen sind unter anderem der Automatische Geschwindigkeits-Assistent ACC (Adaptive Cruise Control) mit Stop-und-Go-Funktion an Bord, ebenso wie der aktive Spurhalte-Assistent. Auch bei den Sitzen polstert Opel wieder groß auf: Im Angebot sind verschiedene Sechs-Wege-Ergonomiesitze, die sich ganz individuell einstellen lassen. Die teuerste Version ist der beheizbare Leder-Komfortsitz mit perforiertem Bezug und Massagefunktion für den Fahrer. Für den neuen Mokka lassen sich eine sportliche Alcantara- und eine klassische Volllederausstattung bestellen.

Die Apple CarPlay als auch Android Auto kompatiblen Multimedia-Systeme verfügen über eine integrierte Sprachsteuerung. Mit Opel Connect der my Opel App und der Free2Move2 Services App gibt es eine Reihe von Services und Bedienmöglichkeiten via Smartphone, die den Umgang mit den Elektromodellen von Opel wie dem neuen Mokka-e noch praktischer und komfortabler gestalten. Mit der LIVE Navigation3 lassen sich Verkehrsereignisse in Echtzeit erfassen und Staus dynamisch umfahren. So wird die Reise für Fahrer und Passagiere noch entspannter. Für Wireless Charging ist eine Ladeschale an Bord.

Die zweite Mokka-Generation ist ab Spätsommer 2020 bestellbar und wird ab Anfang 2021 in den Autohäusern stehen. Der Newcomer wird dann als Mokka-e sowie Diesel- und Benzinmotoren erhältlich sein.

Was bedeutet das?

Gratulation! Mit dem neuen Mokka ist es den Opel-Gestaltern um Mark Adams gelungen, ein neues unverwechselbares Erscheinungsbild zu schaffen, das sich deutlich von allen anderen PSA-Marken abgrenzt. Was umso beachtenswerter ist, als der Mokka in seinen Proportionen unverkennbar vom DS 3 Crossback abstammt. Schade nur, dass es keine Allradversion mehr gibt und das neue Modell deutlich „softer“ als der Vorgänger wurde, den viele Kunden wegen seiner aufrechten Art und der Allradoption schätzten.

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