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Opel Astra Sports Tourer Electric: In großen Fußstapfen

Mittlerweile hat Opel nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Kadett und Astra verkauft, wovon 5,8 Millionen Kombis waren. Nach dem Krieg gehörte der Kadett Caravan zu den ersten Kompaktkombis überhaupt – und gilt als Mitbegründer des Segments. Gleiches gilt jetzt für den Astra Sports Tourer Electric.

Der Astra Sports Tourer steigt in große Fußstapfen - im Alphabet sind wir mittlerweile bei Generation "L". | Foto: Opel
Der Astra Sports Tourer steigt in große Fußstapfen - im Alphabet sind wir mittlerweile bei Generation "L". | Foto: Opel
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Gregor Soller

Der Astra Sports Tourer Electric gehört zu den ersten elektrischen Kombis und steigt damit auch in die Fußstapfen des Kadett Caravan von 1963. Aneinandergereiht würden alle bis heute gebauten Opel-Kompaktmodelle die magische 100.000-Kilometer-Marke knacken und eine Fahrzeugkolonne bilden, die zweieinhalbmal um den Äquator reichen könnte. Dabei demokratisiert Opel immer Innovationen höherer Klassen und verbindet die neuesten Technologien mit einem hübschen Design, was seit jeher auch für die Caravans gilt, deren Name übrigens aus dem amerikanischen abgeleitet wurde und Car-a-Van bedeutet, also frei übersetzt „ein Auto wie ein Lieferwagen“.

Der Astra Sports Tourer eröffnet jetzt das Elektro-kapitel und bringt die Zweifarb-Lackierung wider zurück. Der neue Astra Sports Tourer fährt erstmals elektrifiziert vor, auch als Plug-in-Hybrid und im Laufe des nächsten Jahres zusätzlich als batterie-elektrische Version.

Los ging’s mit dem Kadett A Caravan 1963. Opel stellt seinen ersten Kompaktklasse-Kombi vor und wird schnell Marktführer in diesem Karosseriesegment. Fortan gehört ein Auto praktisch wie ein Van – also ein „Car a van“ – zu jeder neuen Kadett- und Astra-Generation. Fun Fact: Der Astra H (2004-2010) trägt bis zum Produktionsende als letzter Opel-Kompakter den Namen Caravan. Kombis hatten sich in der Zwischenzeit mehr und mehr von typischen Handwerker- zu Lifestyle-Gefährten gewandelt. Entsprechend heißt jeder Astra seit 2010 „Sports Tourer“.

Kadett A bis Astra L – eine Erfolgsgeschichte über elf Generationen

1963-1965: Opel Kadett A Caravan
Ein Auto mit Platz wie im Bus: Der erste CarAvan

Der Opel Kadett Caravan revolutioniert 1963 die Kompaktklasse. Großer Kofferraum und dank einer dritten Sitzreihe viel Platz für bis zu sechs Personen, ein neuer, drehfreudiger Motor und geringe Unterhaltskosten sind das Erfolgsrezept des Kadett A. Fast 650.000 Autos in allen Karosserievarianten baut Opel bis 1965. Die Linienführung ist sachlich-modern: Die Gürtellinie liegt tief, die großen Glasflächen sorgen für gute Übersichtlichkeit. Eine über die gesamte Seitenlinie laufende Zierleiste betont die gestreckte Form. Die vorderen Kotflügel laufen in die Scheinwerfer aus. Die Platzverhältnisse im Innenraum verblüffen bisherige Kleinwagen-Fahrer. Der Kofferraum ist ein richtiges Gepäckabteil und – der Tankverschluss liegt außen! „Opel Kadett kurz gesagt: O.K.“, loben die Werbetexter, die sich auch einen Seitenhieb auf den Hauptkonkurrenten aus Wolfsburg nicht verkneifen können. „Nie haben Sie Benzingeruch im Kofferraum“, heißt es mit einem Augenzwinkern in Richtung Käfer. Mit seinem modernen, wassergekühlten Frontmotor bietet der Kadett einen weiteren konstruktiven Vorteil gegenüber dem VW. Der 993 cm3 große Vierzylinder leistet 40 lebhafte PS.

1965-1973: Opel Kadett B Caravan
Eine große Nummer: Der Kadett wird zum Exportschlager

Wer A sagt, muss auch B sagen – bereits 1965 löst die neue Baureihe den ersten Kadett ab. Der Newcomer misst über vier Meter und ist damit eine ganze Nummer größer geraten. Der Caravan mit seiner 1,57 Meter langen Ladefläche ist gleich zum Verkaufsstart wahlweise mit zwei oder vier Türen verfügbar. Analog zur Länge wachsen die PS-Zahlen. Die Opel-Ingenieure vergrößerten die Bohrung des Vierzylinders um drei Millimeter: Das nun 1.078 cm3 große Basisaggregat leistet 45 PS. Alternativ ist der höherverdichtete 1.1 S‑Motor mit 55 PS erhältlich. Schnell wird der Kadett zum Erfolg: Mit mehr als 2,6 Millionen produzierten Modellen von September 1965 bis Juli 1973 wird der Kadett B zum Stückzahl-Millionär. Der Erfolg ist dabei nicht auf das Geburtsland beschränkt: 1966 erreicht der Exportanteil 50 Prozent. Der Kadett wird in 120 Ländern rund um den Globus verkauft.

1973-1979: Opel Kadett C Caravan
Von keiner Kadett-Baureihe gab es mehr Karosserievarianten

Adrettes Familienauto, schicker Kombi mit großer Heckklappe oder antrittsstarker Breitensportler für den Rallye-Einsatz: Die Familie des Kadett C hat viele Gesichter. Der Caravan startet zunächst als Zweitürer, erst 1976 folgt eine viertürige Variante. Insgesamt 1,7 Millionen Modelle werden von 1973 bis 1979 produziert. Mit einer klar gezeichneten Karosserie und einer neuen Doppelquerlenker-Vorderachse debütiert im August 1973 der heckgetriebene Kadett C. Beliebtester Motor war der 1200er mit 60 PS und einem sehr überschaubaren Drehmoment von 88 Newtonmeter. Auch er trug die Motorhaube mit der markentypischen Bügelfalte

1979-1984: Opel Kadett D Caravan
Die Umstellung auf Frontantrieb bringt Platz

Die vierte Generation des Nachkriegs-Kadett läutet eine neue Kompaktklasse-Ära bei Opel ein: Auf der IAA 1979 debütiert mit dem modern gezeichneten Kadett D das erste Frontantriebsmodell von Opel mit quer eingebautem Vierzylinder-Motor. Und das Packaging überzeugt: Der Neue ist mit 4,20 Meter kaum länger als sein Vorgänger, bietet aber deutlich mehr Platz als so mancher Konkurrent. Doch nicht nur Antriebslayout und Fahrwerk (mit einer Verbundlenkerachse hinten) brechen mit Traditionen; der Kadett erhält einen neuen 1,3-Liter-ohc-Motor mit 60 und 75 PS. Neben dem geräumigen Caravan mit bis zu 1.425 Litern Ladevolumen bietet Opel ausschließlich Fließheckversionen an. Für Familien gibt es den besonders komfortabel ausgestatteten Caravan „Voyage Berlina“. Weitere technische Modifikationen sind ein strafferes und tiefer gelegtes Fahrwerk, neue Lenkungsdämpfer und innen belüftete Scheibenbremsen vorn. Von 1979 bis 1984 werden insgesamt 2,1 Millionen Kadett D produziert.

1984-1991: Opel Kadett E Caravan
Das Auto des Jahres aus dem Windkanal – eine Eighties-Ikone

Der zweite Frontantriebs-Kadett, gebaut von 1984 bis 1991, wird zum „Auto des Jahres 1984“ gewählt und ist ein absoluter Erfolgstyp. Mit insgesamt 3.779.289 Exemplaren ist er der bis dahin meistverkaufte Opel und ein echter Aerodynamik-Weltmeister. Auf der technischen Basis des Vorgängers, macht der Kadett E eine Riesenkarriere. Der Kadett D war mit einem cW-Wert von 0,39 bereits der beste Kompakte – sein Nachfolger aber lässt diesen Wert verblassen: Nach 1.200 Stunden Feinschliff im Windkanal erreicht der Fünftürer sensationelle cW 0,32 (Caravan cW 0,35). Schon nach kurzer Zeit nehmen die Kunden die neue Form begeistert an und es beginnt ein Höhenflug, der dem Kadett E im Jahr 1987 europaweit 625.000 Neuzulassungen beschert. Der zwei- und viertürige Caravan ist da schon längst Lademeister aller Klassen. Ab April 1989 werden alle Kadett-Benziner in Deutschland nur noch mit geregeltem Katalysator angeboten.

1991-1997: Opel Astra F Caravan
Die Buchstaben laufen weiter, aber aus Kadett wird Astra

In UK stellte Vauxhall schon mit dem „Kadett D“ auf den Namen Astra um, Deutschland folgt zwei Generationen später: Rund 4,1 Millionen Astra F wurden von 1991 bis 1997 gebaut. Damit ist die Baureihe das bis heute meistproduzierte Opel-Modell aller Zeiten. Zeitgemäßes Design, mehr Platz, Komfort und Umweltschutz standen im Mittelpunkt der Entwicklung. Vom Start weg ist der geräumige Caravan eine gefragte Karosserieversion. Bei Privatkunden darf es auch etwas luxuriöser sein: Der Caravan Club bietet viel Ausstattung und Motoren bis zu 115 PS. Alle Astra verfügen über das Aktivgurt-System mit Gurtstraffern an den Vordersitzen, höhenverstellbaren Gurtaufhängungspunkten und Sitzrampen sowie Flankenschutz einschließlich Doppelstahlrohr-Verstärkungen in allen Türen. Vom Verkaufsstart an besitzen alle Motoren einen Katalysator.

1998-2004: Opel Astra G Caravan
Voll verzinkt: Der Sprung ins neue Jahrtausend

Im Frühjahr 1998 geht der Astra als Dreitürer, als fünftürige Limousine und als Caravan an den Start. Eine nahezu verdoppelte Torsions- und Biegesteifigkeit zeichnet die neue Baureihe aus, ebenso die vollverzinkte Karosserie Der aktiven Fahrsicherheit dient neben der um 30 Prozent höheren Lichtausbeute der H7-Scheinwerfer das von Grund auf neu entwickelte DSA-Fahrwerk (Dynamik Safety Action). Es verbindet Komfort mit agilem und sicherem Handling auch bei voller Zuladung. Der um rund elf Zentimeter gewachsene Radstand ermöglicht ein größeres Raumangebot, vor allem einen Zuwachs an Knieraum im Fond. Ab 2002 gab es mit dem Astra Caravan OPC den schnellsten Kompaktkombi überhaupt – er sorgte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h auf deutschen Autobahnen für überraschte Gesichter.

2004-2010: Opel Astra H Caravan
Mit adaptivem Fahrwerk und langem Radstand

Mit zwölf Motoren von 90 bis 240 PS und sieben Karosserievarianten ist die Modellvielfalt beim über 2,7 Millionen Mal verkauften Astra H einzigartig. Im März 2004 startete die nächste Generation und gewann sofort zahlreiche Vergleichstests in Fachmedien. Zu den technischen Leckerbissen des Astra Caravan gehören das adaptive IDSPlus-Fahrwerkssystem mit elektronischer Dämpferregelung, die sonst nur in Fahrzeugen der Luxusklasse und in exklusiven Sportwagen zu finden ist, sowie das AFL-Scheinwerfersystem mit dynamischem Kurvenlicht. Mit 2,70 Meter Radstand bietet der Caravan viel Platz für alle Passagiere.

2010-2016: Opel Astra J Sports Tourer
Schicker auch in der Namensgebung. Aus Caravan wird Sports Tourer

Erstmals trägt der Astra jetzt den Namen Sports Tourer. Mit dem FlexFold-System und bis zu 1.550 Liter Kofferraumvolumen bleibt er seinem Ladeauftrag treu. Die Frontkamera erkennt Verkehrszeichen und informiert über Tempolimits und Überholverbote. Sie achtet außerdem darauf, ob das Auto in der richtigen Spur bleibt. Mit dem Scheinwerfersystem AFL+ kann der Astra um die Ecke schauen und bei Bedarf sogar automatisch auf- und abblenden. Dank des neuen Fahrwerks – auf Wunsch auch mit adaptiver FlexRide-Technik – kann der Sports Tourer seine dynamischen Talente voll ausspielen. Neu auch die ergonomisch und wirbelsäulenfreundlich gestalteten Sitze, für die Opel von den unabhängigen Experten der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) das Gütesiegel erhält.

2016-2021: Opel Astra K Sports Tourer
Abspecken ist angesagt: Die neue Leichtigkeit des Seins

Bis zu 190 Kilogramm leichter, im Innern deutlich geräumiger bei annähernd gleichen Außenmaßen und effizienter als jemals zuvor dank Motoren der neuesten Generation – der Opel Astra K Sports Tourer stellt einen großen Sprung in der Entwicklung dar und wird zum „Europäischen Auto des Jahres 2016“ gewählt. Er holt als erstes Auto das Voll-LED-Matrix-Licht Intelli-Lux LED® aus der Luxus- und Premium- in die Kompaktklasse. Die AGR-Sitze für Fahrer und Beifahrer verfügen nun optional über zusätzliche Komfortmerkmale wie Ventilation und Massagefunktion. Die Kofferraumklappe lässt sich jetzt per Fußbewegung am Heck automatisch öffnen und schließen.

Ab 2022: Opel Astra L Sports Tourer
Erstmals auch rein elektrisch

Der aktuelle Astra Sports Tourer kommt von Anfang an als Plug-in-Hybrid und seit Ende 2023 als batterie-elektrischer Kombi. Und er ist nicht nur gewichts-, sondern auch raumeffizient: Denn er baut sechs Zentimeter kürzer als das Vorgängermodell, aber der Radstand wächst um sieben Zentimeter. Innen zieht das volldigitale Pure Panel-Cockpit ein und einmal mehr bleiben die Preise im bezahlbaren Rahmen. In Deutschland macht der Sports Tourer mittlerweile 60% des Astra-Absatzes aus.

Seinen allerersten aus heutiger Sicht „kompakten Kombi“ stellte Opel jedoch schon vor 70 Jahren, 1953, vor – den Opel Olympia Rekord Caravan. Damit baut Opel den ersten Großserien-Kombi eines deutschen Herstellers. Fortan etabliert sich die Mischung mit dem Besten aus Limousine und Lieferwagen (Caravan = Car and Van) als feste Größe im Modellprogramm. Interessant: Tatsächlich gab es vom „Car-a-Van“ eine geschlossene Lieferwagenversion, aus der die Kombiversion abgeleitet wurde. Opel wirbt dann auch:

„Ein ideales Fahrzeug, das Schönheit und Zweckmäßigkeit harmonisch vereint – werktags bei der Kundenbelieferung, am Wochenende zu vergnüglicher Erholung.“

Opels damalige „Mittelklasse“ maß nur 4,26 Meter in der Länge und punktete damals schon mit dem Umklappen der Rücksitze. Einziger Nachteil: Es gab ihn nur als Dreitürer mit breiter Hecktür das Ein- und Ausladen von Arbeitsutensilien oder sperrigem Material. Darüber hinaus ist der Laderaum stabil gebaut – eine Nutzlast bis zu 480 Kilogramm ist möglich – und so ausgelegt, dass er leicht gereinigt werden kann.

Er startete mit einem 40 PS starken, sparsamen 1,5-Liter-Motor, der den Kombi auf bis zu 115 km/h bringt. Damit wird der Olympia Rekord Caravan zum Publikums- und Kundenerfolg und legt zugleich den Grundstein für das weitere Modellprogramm bei Opel.

Was bedeutet das?

Für Opel stand schnell fest: Kombis, egal ob Caravan oder Sports Tourer sind ein „Muss“: Knapp zehn Jahre nach der Premiere des ersten Großserien-Kombis eines deutschen Herstellers folgt mit dem Kadett A Caravan 1963 der erste Kompaktklasse-Kombi von Opel, mit dem die Rüsselsheimer schnell Marktführer in diesem Karosseriesegment werden. Kein Wunder, dass sie auch bei der Einführung der Elektro-Kombis ganz vorn dabei sind.

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