Opel Astra Electric: Dritter im Bunde mit 400 Kilometer

Anders als der VW-Konzern und analog zu BMW fährt Stellantis bei den Kompakten dreigleisig: Den Astra gibt's ab 2023 als Verbrenner, Plug-in und Stromer. Peugeot 308 & Co. folgen. Alle mit 400 Kilometer Radius.

OPtisch unterscheiden sich die Electric-Modelle kaum von den übrigen Astra-Modellen. | Foto: Opel
OPtisch unterscheiden sich die Electric-Modelle kaum von den übrigen Astra-Modellen. | Foto: Opel
Gregor Soller

Den ersten Elektro-Kombi im Kompaktsegment brachte MG mit dem “5”, aber der Zweite rollt bereits an: Der Astra Sports Tourer Electric ist der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers. Er bietet bis zu 270 Nm Drehmoment und bis zu 416 km Reichweite, bei 170 km/h wird abgeregelt. Neben dem Kombi kommt natürlich auch der Standard-Astra in den Genuss des Elektroantriebs. Opel CEO Florian Huettl erklärt dann auch stolz:

„Der Astra Electric und der Astra Sports Tourer Electric sind echte Pioniere: Mit der neuen batterie-elektrischen Variante von Fünftürer und Kombi sind die Kunden künftig rundum alltagstauglich, komfortabel und vor allem mit viel Fahrspaß lokal emissionsfrei unterwegs. Das verstehen wir unter sinnvoller ‚Greenovation‘ der Mobilität“

Er bezeichnet den Astra Electric einen “wichtigen Meilenstein” auf dem Weg zur komplett elektrischen Marke in Europa. Der Elektromotor liefert wie bei den gelifteten Peugeot 208 oder dem DS3 dann115 kW/156 PS und 270 Newtonmeter maximales Drehmoment. Bei 170 km/h wird abgeregelt, womit auch Überholspurts auf der deutschen Autobahn drin sind – was natürlich zu lasten der Reichweite geht, die aber real nicht unter 300 Kilometer fallen sollte. Je nach Präferenz können Astra Electric-Piloten zwischen den (bekannten) drei Fahrmodi Eco, Normal und Sport wählen.

Die neuen Antriebe könnten deutlich effizienter werden als die erste Generation

Interessant ist der vergleichsweise kompakte Akku, der nur 54 kWh Kapazität in der Lithium-Ionen-Batterie speichert. Die in 17 Modulen untergebrachten 102 Akkuzellen sorgen dafür, dass sich mit dem neuen Astra Electric gemäß WLTP bis zu 416 Kilometer mit null Emissionen zurücklegen lassen. Die Ingenieure haben großen Wert auf ein effizientes Packaging gelegt und konnten eine vorbildliche Reichweite bei kompakter Batteriegröße sicherstellen. So benötigt der neue Astra Electric nach WLTP jetzt 14,9 kWh. Ursprünglich und auch von Peugeot für den kommenden e-308 waren ultrasparsame 12,9 kWh/100 km Strom auf 100 Kilometer kommuniziert worden. Für diese Klasse wäre das mit dem Vitesco-EMR4-Setup dennoch ein Sprung gegenüber den Stellantis-Urmodellen mit Vitesco-EMR3-Antrieb, die sich nicht gerade durch Effizienz auszeichnen.

100 kW Schnellladen müssen genügen 

Mit dem Schnellladen setzt man dagegen auch wegen der Akkugröße keine neuen Maßstäbe: Es genügt eine 100 kW-Gleichstrom-Schnellladesäule um den Astra Electric in 30 Minuten auf 80 Prozent der Batteriekapazität zu laden. Darüber hinaus ist der vollelektrische Astra serienmäßig mit einem dreiphasigen 11 kW-Onboard-Charger Wechselstromladungen an der heimischen Wall Box zuhause ausgestattet.

 

Die Akkus kosten keinen Platz innen

Gut gemacht ist das Package: Die Akkus packet man in den Unterboden – so geht kein Platz für Passagiere und Gepäck im Innenraum verloren. Der Astra Sports Tourer Electric bietet schon mit aufgestellten Rücksitzen 516 Liter Ladevolumen im Gepäckabteil – bei umgeklappten Sitzen wächst das Fassungsvermögen, ebenfalls wie beim Plug-in-Hybrid-Pendant, auf bis zu 1.553 Liter. Ein weiterer Vorteil: Die tiefe Position des Akkus trägt laut Opel auch dazu bei, dass der Astra Electric und der Astra Sports Tourer Electric noch satter auf der Straße liegen.

Ansonsten übernimmt der Stromer alle “Goodies” von den übrigen Astra-Modellen als da wären: Ergonomische Sitze, wahlweise in Alcantara. Die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten Sitze sollen mit einer sehr guten Seitenstabilität und vielfachen manuellen wie elektrischen Einstellmöglichkeiten punkten. Auch das volldigitale Pure Panel mit zwei 10 Zoll großen Widescreen-Displays ist an Bord. Die intuitiv bedienbare Mensch-Maschine-Schnittstelle der jüngsten Generation zeigt alle wichtigen Funktionen wie zum Ladezustand der Batterie oder der Reichweite an, während sich wichtige Einstellungen wie die Klimatisierung weiterhin ganz einfach per Tastendruck regeln lassen. Dazu kommt das große Head-up-Display E‑HUD, außerdem soll der Astra natürliche Spracherkennung bieten.

Optisch unterscheidet sich der Stromer kaum von den Verbrennern respective Plug-ins: Er trägt immer

sportlich gestaltete Frontstoßfängern vor und serienmäßig die 18-Zoll-Leichmetallräder in Diamantschliff oder komplett schwarzer Ausführung. Bestellbar ist der neue Astra Electric ab Frühjahr 2023. Preislich dürfte sich der “Electric” am Plug-in-Hybrid orientieren, der aktuell bei knapp 39.100 Euro, das sind knapp 32.960 Euro netto, startet. Während die Limousine ab dem zweiten Quartal 2023 geliefert wird, dürfte sich der Kombi ersten Insiderinformationen (leider) noch bis zum vierten Quartal 2023 Zeit lassen.

Was bedeutet das?

Auch Stellantis begleitet den Übergang zur E-Mobilität künftig dreigleisig und bietet seine Kompakten als Verbrenner, Plug-in- und reine Elektriker an. Und als elektrische Kompaktkombis, die bei mehr Stauvolumen effizienter sein dürften als SUV.

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