Oh là là Peugeot: Französische Gendarmerie verfolgt Kriminelle im Hybrid

Die Gendarmerie Nationale hat 395 Fahrzeuge des Typs Peugeot 3008 Hybrid 225 angeschafft und (teil)elektrifiziert damit einen Teil der Flotte. Eine kleine Zeitreise durch den Fuhrpark der französischen Polizei.

Bald im Hybrid unterwegs: Französische Polizei kauft 395 Peugeot 3008 Hybrid.| Foto: Stellantis
Bald im Hybrid unterwegs: Französische Polizei kauft 395 Peugeot 3008 Hybrid.| Foto: Stellantis
Thomas Kanzler

Stellantis vermeldete, dass die französische Gendarmerie nach der Bestellung von konventionell angetriebenen Modellen des Peugeot 5008 im Jahre 2021 nun auf teil-elektrifizierte Modelle des Herstellers setzt. Nun wurden 395 Fahrzeuge des Peugeot 3008 mit Hybridantrieb bestellt.

Lange Geschichte von Peugeot und der Gendarmerie

Ende der 1940er Jahre, in den Wirren der Nachkriegszeit, baute die Gendarmerie Nationale ihren Fuhrpark wieder auf, indem sie Fahrzeuge vom Widerstand beschlagnahmt oder auf die Reste des Fuhrparks der Armee zurückgriff. Die ersten Modelle des Peugeot 202, 302 und Peugeot 402 gehörten, in begrenzter Stückzahl und meist in Schwarz, zu den Brigaden. Das heute bekannte Blau der Gendarmerie wurde erst 1969/1970 zur Standardfarbe.

Peugeot Kombis erste Wahl bei den Einsatzfahrzeugen

Ab den 1950er Jahren strukturierte die Gendarmerie Nationale ihre Ausrüstungskäufe und fing an, Fahrzeuge in großem Umfang zu bestellen. Dies war der Beginn einer langen Geschichte mit Peugeot, insbesondere mit den Kombis der Marke.

Der Kombi Peugeot 203 wurde als erster von der Gendarmerie eingesetzt, vor allem in den neu geschaffenen Verkehrspolizeibrigaden in einem Frankreich, das in den Jahren des Aufschwungs stand. Jedes Jahrzehnt brachte der Gendarmerie weitere Kombis der Löwenmarke: Peugeot 403, 404, 204, 304, 305, 504, 505 und Peugeot 306. Dann folgte eine neue Generation von Fahrzeugen, die einen noch praktischeren und großzügigeren Innenraum vorweisen konnten. Die Gendarmerie entschied sich für den Van Peugeot Expert.

Die Dienstfahrzeuge der Offiziere waren meist die gleichen Modelle als Limousine – allerdings nicht in Gendarmerieblau, sondern in Schwarz oder Grau gehalten.

Besonderen Modelle für jeden Einsatz

Da die Gendarmerie für die Sicherheit des Gebietes in seiner ganzen Vielfalt – Innenstädte, Autobahnen, Berge, Landstraßen – und aller seiner Bestandteile – in Frankreich und in den Überseegebieten – verantwortlich ist, musste die Gendarmerie ihren Fuhrpark anpassen. Sie benötigte spezielle und manchmal ungewöhnliche Modelle. Die Dienstfahrzeuge der Offiziere waren meist die gleichen Modelle als Limousine – und nicht in Gendarmerieblau, sondern in Schwarz oder Grau gehalten.

Die Brigades Rapides d'Intervention, die auf den französischen Autobahnen eingesetzt wurden, bekamen deutlich PS-stärkere Modelle wie den Peugeot 405 T16 oder den Peugeot 306 S16.

Auch die Peugeot Kombis der Garde Républicaine, die für die Sicherheit der Tour de France zuständig waren, sind vielen Menschen bekannt. Weniger bekannt, waren ein Dutzend Peugeot 806 Minivans, die in den 1990er Jahren zur Eskorte von Atomkonvois eingesetzt wurden.

Die Gendarmerie Nationale verfügt seit jeher über eine Flotte von Geländewagen, um in jedem, auch dem schwierigsten, Gelände eingreifen zu können. In den 1980er Jahren orientierte sich die Gendarmerie an der französischen Armee und entschied sich für den auf der Mercedes G-Klasse basierenden Peugeot P4, der hauptsächlich für die mobilen Gendarmerie-Staffeln bestimmt war. In den überseeischen Departements ermöglichten die von Gelände-Spezialisten Dangel vorbereiteten Peugeot 504 und Peugeot 505 4X4-Kombis den Gendarmen die Fahrt auf schwergängigem Untergrund. Schließlich wurden 2004 einige seltene Exemplare der von der FAM vorbereiteten Peugeot 206 mit Allradantrieb an bestimmte Brigaden geliefert.

Was bedeutet das?

Die Gendarmen der 1950er Jahre waren mit ihrem Peugeot 203 Kombi mit 30 kW (42 PS) und maximal 120 km/h unterwegs, heute hat der 3008 Hybrid 165 kW (225 PS) und fährt 225 km/h –und das bei geringeren Emissionen, mon Dieu!

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