OBike muss sich zu Datenschutz äußern und zieht 6000 Räder aus München ab

Wie Zeit online berichtet, könnte der Der Leihfahrradanbieter OBike mit einer Sicherheitslücke gegen Datenschutzgesetze verstoßen haben.

Viele Obikes landeten in München in den Gewässern oder wurden beschädigt. | Foto: G. Soller
Viele Obikes landeten in München in den Gewässern oder wurden beschädigt. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Vor allem in Bayern tut sich OBike schwer: Ab dem 4.4. sollen 6000 der 6800 silber-orangen Leihräder aus München abgezogen werden, da die Schäden das Reparaturbudget überstiegen hätten. Obwohl es in München offiziell zu wenige Leihräder gibt, landeten viele der Obikes im Eisbach oder gar in der Isar oder auf wilden Häufen in der Stadt. Dazu kamen überdurchschnittlich viele Vandalismusschäden. Der Grund dafür mag teils an der Qualität der Leihräder liegen, teils vielleicht in der aggressiven Markteinführung. Dazu kamen Sicherheitslücken, über die der Bayerische Rundfunk bereits im Dezember 2017 berichtete. Damals sollen über mindestens zwei Wochen Namen, Kontaktinformationen, Profilfotos und Bewegungsdaten von Nutzern aus aller Welt offen im Internet einsehbar gewesen sein. Die Recherchen des Bayerischen Rundfunks hätten ergeben, dass die Social-Media-Funktion der App den Zugriff auf die fremden Nutzerdaten ermöglicht habe. OBike bestätigte, dass es im November 2017 ein Sicherheitsproblem mit der Sharing-Funktion gegeben habe. Der Grund war einer Unternehmenssprecherin zufolge der Umzug von Servern von Shanghai nach Europa. „Da es sich bei der Schwachstelle nur um die Sharing-Funktion handelte, waren maximal 100 Nutzer in ganz Deutschland betroffen“, hieß es vonseiten des Unternehmens. Das Problem sei binnen einer Woche behoben worden, es bestehe kein Sicherheitsrisiko mehr. Laut Zeit online hakt jetzt die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk nochmal nach: In einem Prüfverfahren soll OBike nun erklären, welche Kunden vom Datenleck betroffen waren und ob diese informiert wurden.

Was bedeutet das?

An sich war OBike vielversprechend gestartet: Viele Leihräder auch an abgelegene Orte zu bringen und stationslos günstig zu vermieten, macht per se Sinn. Allerdings müssen die Daten unbedingt sicher sein und die Qualität der Räder muss stimmen. Zu viele Leihräder an zu abgelegenen Orten können eine solche Idee dann schnell ins Gegenteil verkehren.  

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