Oberhausen: ViaVan startet On-Demand-Shuttle-Dienst mit PHEVs

In der Ruhrmetropole geht das App-basierte Angebot Revierflitzer an den Start, das mit PHEV-Taxis den ÖPNV ergänzen soll. Zunächst sind nur drei der sechs Sitze buchbar, durch eine Scheibe abgetrennt.

Lückenschluss per App: Auch in Oberhausen sollen On-Demand-Dienste den ÖPNV individuell buchbar ergänzen. | Foto: ViaVan
Lückenschluss per App: Auch in Oberhausen sollen On-Demand-Dienste den ÖPNV individuell buchbar ergänzen. | Foto: ViaVan
Johannes Reichel

Der Merceds-Benz-Vans-Joint-Venture-Partner ViaVan und die STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH haben den Start eines teilelektrischen on-demand Angebots für geteilte Fahrten bekanntgegeben. Das Angebot nutzt die Plug-in-Hybrid-Modelle TX des britisch-chinesischen Herstellers LEVC und soll Lücken im ÖPNV in den Abend- und Nachtstunden schließen, in denen die Taktung des öffentlichen Nahverkehrs geringer ist, wie es in einer Mitteillung heißt. Unter dem Namen Revierflitzer ergänzt der Dienst mit Hilfe der ViaVan-Technologie  das bestehende Liniennetz der STOAG. Ziel ist es, die Nutzung privater PKW zu reduzieren, indem Fahrgästen ein effizientes, bezahlbares und nachhaltiges Nahverkehrsangebot bereitgestellt wird, das über eine App buchbar ist.

Überzeugt: On-Demand-Dienste können Beitrag leisten

Viele Städte in ganz Europa stünden vor der Herausforderung, die Nutzung privater PKW in Stadtzentren zu reduzieren, argumentiert der Anbieter. On-Demand Dienste mit elektrifizierten Flotten sieht man dabei als umweltfreundliche und komfortable Alternative zur Nutzung des eigenen Autos. Per App wählen Fahrgäste zunächst einen Start- und Zielort innerhalb des Bediengebiets aus. Sobald die Fahrt gebucht ist, kombiniert die Technologie verschiedene Buchungen von Fahrgästen, die in die gleiche Richtung fahren möchten, so dass sich die Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sogenanntes Pooling. Durch die Echtzeit-Routenführung will man Umwege minimieren und die Anzahl gefahrener Kilometer reduzieren. Um die zum Betriebsstart geltenden Maßnahmen zur Abstandshaltung zu wahren, sind zunächst nur drei von sechs Sitzen buchbar und eine Scheibe trennt den Fahrerbereich vom Fahrgastraum. Alle Fahrzeuge bieten Platz für jeweils einen Rollstuhlfahrer.

„Durch die bedarfsorientierte, gebündelte Beförderung von mehreren Fahrgästen gepaart mit einer nutzerfreundlichen, digitalen Anwendung und intelligenten Technologie, können solche Angebote die Verwendung eines eigenen Autos in der Zukunft überflüssig machen”, glaubt die Oberhausener Umweltdezernentin Sabine Lauxen.

Das Angebot unterstütze das Ziel, die umweltschonende, nachhaltige Mobilität in Oberhausen zu fördern und die Stickoxidbelastung zu reduzieren, so die Hoffnung

"Wir ergänzen unseren ÖPNV und die bestehende Verkehrsinfrastruktur mit dem Ziel, das Angebot attraktiver zu gestalten und neue Fahrgäste zu gewinnen, bleiben aber unserer Kernkompetenz verbunden, mehrere Fahrgäste gemeinsam von einem Ziel zum anderen zu befördern“, erklärt STOAG Geschäftsführer Werner Overkamp

Die London Taxis seien legendär, das Fahrerlebnis ist etwas Besonderes, verspricht Denis Osmann, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der STOAG

„Technologie-basierte Lösungen wie der Revierflitzer erweitern den Zugang zum ÖPNV auf sichere, effiziente und nachhaltige Art und Weise”, meint Chris Snyder, Geschäftsführer von ViaVan.

Das Angebot wird zunächst im Oberhausener Norden unterwegs sein, d. h. nördlich der A 42 einschließlich des Bereichs Neue Mitte und Lipperfeld. Die Fahrzeuge sind täglich ab 21 Uhr bis 2 Uhr des Folgetages, am Samstagmorgen bis 6 Uhr und am Sonntagmorgen bis 9 Uhr im Einsatz. ViaVan wurde 2017 als europäisches Joint-Venture zwischen dem global agierenden Technologieunternehmen Via und Mercedes-Benz Vans gegründet.

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