NME bietet Mini-E-Van an

Das österreichische Unternehmen New Mobility Enterprise (NME GmbH) will ab Juli einen chinesischen E-Van von Dongfeng anbieten – für 199 Euro Leasingrate.

Optional in Camouflage-Optik: Der neue Elektro-Van von NMW, der aus China importiert wird. | Foto: NME
Optional in Camouflage-Optik: Der neue Elektro-Van von NMW, der aus China importiert wird. | Foto: NME
Gregor Soller

Optisch kennt man die kleinen Transporter von Dongfeng Automobile (DAFC): sie wurden von diversen Importeuren immer wieder in kleinen Stückzahlen nach Europa importiert – meist als Verbrenner, teils auch schon als Stromer. Der Van von NME biete, 950 Kilogramm Zuladung und 180 Kilometer „nutzbare Reichweite“. Das Frachtabteil des 4,49 Meter langen, 1,68 Meter schmalen und 1,90 Meter hohen Transporters misst 2,56 x 1,48 x 1,35 Meter, was für zwei Europaletten ausreicht und etwas größer ist als die Ladefläche des direkten Konkurrenten, dem Nissan e-NV 200. Fünf Kubikmeter Ladevolumen geben die Österreicher an.

Der Preis erscheint verlockend: Zur Markteinführung soll der „NME Cargo Van“ inklusive Servicegutschein und dem österreichischen Elektromobilitätsbonus 21.500 Euro netto kosten. Die monatliche Leasingrate wurde mit 199 Euro festgelegt – hier wird die Anzahlung über den Elektromobilitätsbonus abgedeckt, der in Österreich aktuell bei 5.000 Euro liegt. Ohne diese Förderung würde der Van netto 26.500 Euro kosten. Gestartet wird auch hier mit einer „First Edition“, die ab sofort kostenlos reserviert werden kann. Der Elektro-Transporter ist in zwei Farbvarianten verfügbar: In weiß oder in einer auffälligen Camouflage-Folierung.

Der Cargo Van verfügt über eine LFP-Batterie von CATL mit 41,8 kWh Kapazität. Die E-Maschine, die Hinterräder antreibt, leistet 60 kW. Geladen wird über einen Typ-2-Stecker mit bis zu 6,6 kW. Das Leergewicht des Cargo Van wird aktuell mit rund 1,6 Tonnen angegeben.

Die Plattform „electrive.net“ sprach mit NME-Gründer Maximilian Mader über weitere Details bezüglich Service und Vertrieb. Dabei erklärte Mader, dass der Van von Dongfeng Automobile (DAFC) produziert wird und New Mobility Enterprise als Generalimporteur für Europa auftritt. Geplant sei darüber hinaus jedoch, gemeinsam neue Produkte zu entwickeln, bei denen spezifische Anforderungen europäischer Kunden mit einfließen. Darauf darf man gespannt sein. Denn auch andere Händler wie Allrad Pauli oder Indimo Automotive importieren schon seit Jahren die Minivans aus China, ohne dass die Lieferanten groß auf EU-Sonderwünsche eingegangen wären. Doch NME hat größeres vor: Nach dem Marktstart in Österreich sei der Verkauf in weiteren Ländern geplant.

NME bietet eine Herstellergarantie über zwei Jahre beziehungsweise 60.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst eintritt. Für den Akku garantieren die Österreicher von NME über fünf Jahre eine Kapazität von mindestens 70 Prozent. Notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten will NME über externe, geschulte Servicepartner abwickeln.

Was bedeutet das?

Schon seit Jahren schließt Dongfeng mit seinen Kleinstvans die Lücke, die Daihatsu und Suzuki hinterließen. Nur Piaggio bietet hier mit dem Elektro-Porter (der vom Daihatsu Porter abstammt) eine Alternative an, allerdings mit Blei-Gel-Akku und das nicht unter 24.200 Euro netto, vor Abzug er Prämien. Das Problem mit den Kleinstvans: Es gibt einen Markt, aber der ist klein und margenschwach – und die Chinesen sind bekannt dafür, zwar eine Vielzahl von Modellen anbieten zu können, die aber immer wieder zu ändern. Bleibt zu hoffen, dass NME hier einen sauberen Vertrieb samt Service und Ersatzteilversorgung auf die Beine stellen kann. Die klappt übrigens nach Angaben von Allrad Pauli leidlich gut.

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