Werbung
Werbung

Nissan stellt Leaf-Produktion ein

Nissan lässt die Produktion des aktuellen Leaf in Sunderland auslaufen. Das Werk soll dann für die Nachfolger umgerüstet werden. 

Der aktuelle Leaf wurde in Sunderland montiert. Zum Nachfolger gibt es noch keinen konkreten Startzeitpunkt. | Foto: Nissan
Der aktuelle Leaf wurde in Sunderland montiert. Zum Nachfolger gibt es noch keinen konkreten Startzeitpunkt. | Foto: Nissan
Werbung
Werbung
Gregor Soller

Nissan läst den aktuellen Leaf auslaufen - und eine zeitliche Lücke zum Nachfolger, der bisher nur als Studie vorgestellt wurde, in Form des „Chill Out“. Außerdem soll Sunderland perspektivisch auch die BEV-Versionen des Qashqai und Juke bauen, die als „Hyper Urban“ und „Hyper Punk“ angedeutet wurden.

Wie ein Nissan-Sprecher gegenüber der Lokalzeitung „Sunderland Echo“ bestätigte, habe die aktuelle Generation des Leaf, die noch auf dem Urmodell aufbaut, jetzt „das Ende des Lebenszyklus in Europa erreicht“. Klar, denn das Urmodell kam bereits 2010, die aktuelle Version wurde 2017 präsentiert und seit Januar 2018 geliefert. Allerdings konnte die zweite Generation den Erfolg nicht fortsetzen, da Nissan am Schnelllade-Standard CHAdeMO festhielt, während die EU auf CCS einschwenkte und durch den Verzicht einer wirksamen Flüssigkeitskühlung des Akkus konnte es im Sommer oder bei mehrmaligen Schnelllade-Vorgängen auf der Langstrecke zu Überhitzungen und damit extrem niedrigen Ladeleistungen kommen. Außerdem zog die Konkurrenz mit vielen neuen elektrischen Kompakten nach.

Noch gäbe es Modelle bei Händlern: So könnten europäische Kunden „Abhängig vom Marktbestand“ noch Bestellungen tätigen, bis die Fahrzeugbestände aufgebraucht seien.

Die Plattform der Nachfolger wird auch beim Leaf die CMF-EV (wie beim Nissan Ariya), die vom Allianz-Partner Renault mit seiner Elektro-Tochter Ampere jetzt AmpR Medium heißt und auch Scenic und Megane trägt.

Was bedeutet das?

Ein bisschen muss man sich wundern ob der Firmenpolitik von Nissan: Klar ist der E-Markt abgekühlt, aber er sucht händeringend bezahlbare Kompakte (gern auch als Kombi) und Nissan war mit dem Ur-Leaf hier extrem gut aufgestellt: Er hatte weltweit viele Fans und lief gar als Taxi. Der Nachfolger setzte dann „nur“ auf dieser Basis auf, doch in der Elektromobilität ändert sich aktuell noch sehr schnell noch sehr viel. Aber das Nisan jetzt seine „Leaf-Blätter“ erstmal komplett zusammenkehrt und den Kunden eine Lücke hinterlässt, verwundert. Zumal noch keine Starttermine für die Stromer in Sunderland bekanntgegeben wurden.

Werbung
Werbung