Nissan: Stärkere Elektrifizierung und neue Detaillösungen

Nissan plant, den Anteil elektrifizierter Fahrzeuge deutlich ausbauen. Außerdem entwickelte man neue Detaillösungen für Stromer.

NIssan präsentierte Ariya und IMk als Concept Cars - beide Stromer sollen in Serie gehen. | Foto: Nissan
NIssan präsentierte Ariya und IMk als Concept Cars - beide Stromer sollen in Serie gehen. | Foto: Nissan
Gregor Soller

Der einstige EV-Pionier kam etwas aus dem Tritt: Mit dem e NV 200 und dem Leaf hat man nicht mehr die taufrischesten Stromer im Programm und auch bei Plug-in-Hybriden steht die Marke mit in  Europa leeren Händen da. In den USA haben die Leaf-Verkäufe mittlerweile stagniert, dafür verkauft Nissan in Japan immer mehr elektrifizierte Fahrzeuge. Laut „Charged EVs“ soll deren Anteil bis 2022 auf 50 Prozent steigen. Entsprechend baut Nissan den Anteil rein elektrischer Fahrzeuge aus – auf dem japanischen Heimatmarkt sollen von allen Baureihen auch rein elektrische Versionen aufgelegt werden. Nissan hofft so auch, dass höhere Volumina von elektrisch betriebenen Fahrzeugen zur Senkung der Batteriekosten beitragen werden.

Der Autohersteller plant, im Laufe des Jahres 2020 ein elektrisches SUV (bekannt als Ariya Concept) und 2021 eine elektrische Version seines Kei-Cars Dayz auf den Markt zu bringen. Außerdem sind mehrere neue Hybride für den japanischen Markt geplant. Die längerfristigen Pläne des Unternehmens umfassen mehr elektrifizierte Modelle für Europa und China – so soll auch in Europa schon 2022 jeder zweite Nissan elektrifiziert verkauft werden, in China plant man einen elektrifizierten Anteil von 30 Prozent. Analog zum Renault Captur dürfte auch der nächste Qasqai als Plug-in-Hybrid kommen. Außerdem dürfte die neue E-Plattform der Allianz mit Renault und Mitsubishi außer dem Mittelklasse-Crossover Ariya weitere Modelle tragen.

Weitere Detaillösungen dazu zeigte Nissan bereits auf der CES: Dort präsentierten die Japaner den Allradantrieb für Elektrofahrzeuge, „e-4ORCE“ genannt: Er soll allen vier Rädern sofortiges Drehmoment zur Verfügung stellen, was laut Nissan dazu Handling und Stabilität auf dem Niveau von Premium-Sportwagen ermöglichen soll. Hierfür haben sich die Ingenieure unter anderem die Erfahrungen mit dem Supersportwagen Nissan GT-R und dessen aktiver Drehmomentverteilung zunutze gemacht. Aber auch zum Verzögern nutzt Nissan die Elektronik: Leistung und Bremskraft der Elektrofahrzeuge werden gesteuert, um eine gleichmäßige und stabile Bremsleistung zu erreichen. Durch die regenerative Bremswirkung der Front- und Heckmotoren werden Nick- und Tauchbewegungen reduziert. Ebenso wird die Motorsteuerung auf rauen, holprigen Straßen und beim Beschleunigen optimiert, was ebenso den Fahrkomfort steigert. Zum Einsatz kommt die e-4ORCE Technologie erstmals im Elektro-Crossover Nissan Ariya Concept.

Ebenfalls interessant ist das neue akustische Meta-Material. Dieses kombiniert eine Gitterstruktur und eine Kunststofffolie. Damit lassen sich laut Nissan Luftvibrationen kontrollieren und die Geräuschübertragung in einem breiten Frequenzbereich (500-1200 Hertz) senken, in den auch Straßen- und Motorgeräusche fallen. Außerdem soll das Dämmmaterial nur ein Viertel des Gewichtes von vergleichbaren schweren Gummiplatten haben. Aufgrund seines einfachen Aufbaus soll das Material in der Massenproduktion wettbewerbsfähig oder sogar günstiger sein als herkömmliche Dämmstoffe. Daher kann es auch für Fahrzeuge verwendet werden, bei denen der Einsatz von Schalldämmmaterialien derzeit aus Kosten- oder Gewichtsgründen begrenzt ist.

Was bedeutet das?

Auch Nissan plant, seine elektrifizierten Modelle auszubauen – in allen Märkten und Klassen. So sollen auch die Akkukosten sinken und Marktanteile zurückgewonnen werden. Dazu hat Nissan eine Reihe von Detaillösungen mit auf den Weg gebracht.

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