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Nissan, Smart und VW: Verbrenner-Upcycling

Die Elektromobilität treibt immer neue Blüten: Vor allem Modelle, die ihre Hersteller als Verbrenner nie so ganz glücklich machten, erleben als Stromer einen zweiten Frühling!

Noch gibt es den Nissan Evalia auch in einer Diesel-Version, die Zukunft gehört aber den Stromern. | Foto: G. Soller
Noch gibt es den Nissan Evalia auch in einer Diesel-Version, die Zukunft gehört aber den Stromern. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Es ist ja nicht so, dass Smart oder der VW Up samt seinen Geschwistern Skoda Citigo und Seat Mii per se schlechte Autos waren, ganz im Gegenteil: Der Smart brachte Styling und hohe Individualisierbarkeit ins Mini-Segment und das VW-Konzerntrio überzeugte mit einem tollen Package und einer zeitlos-kubischen Form. Alle verbindet, dass in diesem Segment weder die ganz großen Stückzahlen existieren (außer in Indien, wo die Modelle aber aus Preisgründen nicht verkauft werden) noch richtig gut Geld verdient werden kann. Als Stromer kann man jetzt die Einstiegspreise nahezu verdoppeln und erhält dank besserer Akkutechnik mit mehr Reichweite auf einmal einen veritablen, bezahlbaren Stromer.

Ähnlich agiert übrigens Nissan beim e-NV200, der in Europa zeitlebens missverstanden wurde: Denn er sieht aus wie ein Van, der zu heiß gewaschen wurde und deshalb einen schweren Stand gegen die ähnlich positionierten Caddys dieser Welt hatte. Auch der Nissan erhielt ein akkuupdate und fährt als Stromer in seine zweite Halbzeit. Hoch ist allerdings sein Preis: Der E-Evalia-Van startet ab knapp 36.500 Euro netto und selbst der nackte Kastenwagen kostet noch knapp 28.700 Euro.

Was alle Modelle verbindet sind prinzipiell gute Packages und Reichweiten deutlich über 200 Kilometer (außer beim Smart, aber der soll zur IAA ebenfalls einen leistungsfähigeren Akku erhalten) und das Ganze zu ordentlichen Preisen: So sollen Seat Mii electric und der stromernde Skoda Citigo unter 20.000 Euro brutto starten (gut 16.800 Euro netto) und bis zu 265 Kilometer Reichweite bieten, der VW e-Up dürfte geringfügig teurer werden. Aber das Modell passt doch dann gar nicht mehr zum MEB? „Egal“, erklärt uns ein VW-Insider, Entwicklung und Werkzeuge seien abgeschrieben, das Package passe und das Design sei zeitlos – so dass das Stromer-Trio durchaus noch ein sehr langes Leben vor sich haben könnte – analog zum Fiat 500.  

Auch die neuen Smart-Stromer könnten in der Basisversion die 20.000-Euro-Schallmauer deutlich unterlaufen: aktuell starten sie bei 21.940 Euro (knapp 18.500 Euro netto) für den Fortwo respektive 22.600 Euro (knapp 19.000 Euro netto) für den Forfour. Und wie gesagt: Die Reichweite der aktuellen Modelle von maximal 160 Kilometern dürfte zur IAA Makulatur sein.

Nissan nennt bis zu 275 Kilometer Reichweite, sollte aber die Preise nochmal überdenken, sonst werden die Stückzahlen des Mini-Vans auch in seiner zweiten Lebenshälfte überschaubar bleiben. Denn der Vorteil der upgecycelten Modelle ist, dass ihre Gestehungskosten weitgehend abgeschrieben sind, was eine andere Kalkulation ermöglicht.

Was bedeutet das?

Schon als Verbrenner waren die oben genannten Modelle per se nicht schlecht – trotzdem stimmten Absatzzahlen und Gewinn nie so ganz. Als Stromer werden die Stückzahlen der oben genannten Modelle zwar nicht durch die Decke gehen, doch sie dürften im Reigen der teils aufwändig und teuer neu entwickelten E-Modelle durchaus ein Wörtchen mitreden und beweisen, dass es nicht immer einen komplett neuen E-Baukasten braucht, um gelungene Stromer auf die Räder zu stellen.

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