Nio startet wieder durch

Im April 2020 sind die Auslieferungen stark angestiegen, außerdem sorgte ein strategischer Investor für frisches Geld.

Frisches Geld, eine neue Modellversion und steigende Absatzzahlen für 2020 geben bei Nio Anlass zur Hoffnung. | Foto: Nio
Frisches Geld, eine neue Modellversion und steigende Absatzzahlen für 2020 geben bei Nio Anlass zur Hoffnung. | Foto: Nio
Gregor Soller

Zum Jahresbeginn sah es düster aus für Nio:  Es musste weiter investiert werden, mit dem EC6 stand der nächste Produkthochkauf an und dann kam noch die Corona-Krise. Das alles hat das chinesische Start-up jetzt erstmal durchstanden. Mittlerweile sollen strategische Investoren rund 900 Millionen Euro (sieben Milliarden chinesische Yuan) zugeschossen haben und die Absatzzahlen steigen. Im April konnte Nio wieder 3.155 Fahrzeuge ausliefern können. Im Vergleich zum Vormonat zeig sich ein Wachstum von 105,8 Prozent. Aber auch gegenüber dem „gesunden Jahr“ 2019 bedeutet das im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Wachstum von 180,7 Prozent.

Dabei entfiel wieder ein Großteil auf en ES6 mit 2.907 Einheiten, während vom ES8 eher dezente 248 Stück abtgesetzt wurden. Letzterer wurde jetzt geliftet und erhielt vor allem einen größeren Akku für mehr Reichweite. Kumuliert über den gesamten Modellzyklus betrachtet wurden von ES8 und ES6 38.906 ausgeliefert, von denen 6.993 im Jahr 2020 an Kunden gingen. Obwohl das absolut gesehen immer noch eher geringe Stückzahlen sind, ist William Bin Li, Gründer und CEO von NIO, zufrieden:

„Im April erreichten wir seit Juni 2019 monatliche ES6-Auslieferungen in Rekordhöhe, und auch die Auslieferung des brandneuen ES8 lag gut im Zeitplan. Zu diesen Ergebnissen trugen vor allem die sich erholenden Produktions- und Lieferkapazitäten bei. In der Zwischenzeit konnten wir eine starke Wachstumsdynamik bei den Bestellungen verzeichnen, die durch die zunehmende Anerkennung unserer konkurrenzfähigen Produkte, außergewöhnlichen Dienstleistungen und insbesondere durch unsere einzigartige Batteriewechseltechnologie angetrieben wurde.” 

Auch das Nio-Netz in China wächst weiter: Steven Feng, Chief Financial Officer von NIO, gab dazu einen Einblick. Mittlerweile habe man in China 105 Verkaufsstellen in China in Betrieb, welche Marke und Produkte von NIO in einer steigenden Zahl von Regionen und Gemeinden bekannt machen und vertreiben. Doch Feng möchte natürlich auch das Ergebnis optimieren:

„Darüber hinaus sind wir aufgrund der positiven Auftrags- und Lieferdynamik weiterhin bestrebt, unsere Bruttomarge und betriebliche Effizienz weiter zu verbessern.”

Was bedeutet das?

Zum Großserienhersteller ist es für Nio immer noch ein weiter Weg, wobei die Marke hier auch von oben nach unten einsteigt: ES8 und ES6 sind große SUV im Stile von Mercedes GLS und GLE. Immerhin steigen die Absatzzahlen, das EC6 Coupé-SUV ist gesetzt und man plant auch in München weiter am EU-Markteintritt.  

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